Freitag, 05.06.2020
 

Kulturnachrichten

Montag, 6. Januar 2020

Woelki warnt vor Anpassung des Glaubens an Zeitgeist

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki rät von einer Anpassung des christlichen Glaubens an den Zeitgeist ab. In der Vielfalt von Heilsangeboten heutzutage scheine selbst in der Kirche eine Orientierung auf das wahre Heil schwer geworden zu sein, sagte er anlässlich des Fests der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom. Ein "vielstimmiger Chor von Meinungen, persönlichen Anschauungen und Interessen" versuche derzeit die Offenbarung Gottes und den Glauben der Kirche zu relativieren und an die Zeit anzupassen. Ein solcher Glaube aber stelle keine überzeugende Alternative zu den anderen Angeboten mehr dar, so der Kardinal. Nur der Glaube, wie er von den Aposteln grundgelegt und durch die Zeiten hindurch bewahrt worden sei, garantiere "dass wir nicht Irrlichtern aufsitzen und von ihnen in die Irre geführt werden", sagte Woelki.

Erste dauerhafte Professur für Provenienzstudien

An der Leuphana Universität Lüneburg ist der nach eigenen Angaben bundesweit erste dauerhafte Lehrstuhl für Provenienzstudien eingerichtet worden. Die neue Lichtenberg-Professur hat jetzt die Kunsthistorikerin Lynn Rother angetreten. Sie war bisher am New Yorker Museum of Modern Art tätig. In ihrem ersten Forschungsprogramm will sie mithilfe computergestützter Methoden die Herkunft moderner europäischer Gemälde in US-amerikanischen Museen untersuchen. Die Provenienzforschung befasst sich mit der Herkunft von Kunstwerken. Sie dient unter anderem zur Klärung der Eigentumsverhältnisse etwa von Raubkunst aus der NS- oder Kolonialzeit.

Bayern will Föderalismus in der Kulturpolitik stärken

Bayern hat zum Jahreswechsel den Vorsitz der neuen Kulturministerkonferenz übernommen und will den Föderalismus in der Kulturpolitik noch stärker betonen. Die Länder wüssten jeweils am besten, wie man Kunst und Kultur vor Ort erhalten und weiterentwickeln könne, erklärte der bayerische Minister für Wissenschaft und Kunst, Sibler (CSU), in München. Der Bund könne bei geeigneten Fällen ins Boot geholt werden. Weiterer Schwerpunkt soll der Zugang zum kulturellen Angebot im ländlichen Raum sein. Daneben werde der Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten und die Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut weiterhin die Arbeit bestimmen, sagte Sibler.

Staatsoper in Prag wiedereröffnet

Mit einem Galakonzert ist die Staatsoper in Prag wiedereröffnet worden. Das historische Gebäude aus dem Jahr 1888 war knapp drei Jahre lang umfassend renoviert und restauriert worden. Zum Auftakt sang die norwegische Sopranistin Lise Davidsen eine Passage aus Richard Wagners "Tannhäuser". Unter den Ehrengästen waren neben dem tschechischen Regierungschef Andrej Babis auch sein ungarischer Kollege Viktor Orban und die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Die Generalsanierung kostete umgerechnet knapp 51 Millionen Euro. Zu den Neuerungen zählen eine Drehbühne sowie Tablet-PCs an jedem Sitzplatz, die Untertitel in verschiedenen Sprachen anzeigen.

Prozess gegen Filmproduzent Weinstein beginnt

In New York beginnt heute der Strafprozess gegen den ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein. Am ersten Tag wird die Jury gewählt. Mehr als 80 Frauen haben dem heute 67-Jährigen seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter namhafte Schauspielerinnen. Bei der Anklage in New York geht es allerdings nur um zwei Vorfälle aus den Jahren 2006 und 2013. Weinstein werden Vergewaltigung, kriminelle sexuelle Handlungen und räuberische sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen seien einvernehmlich erfolgt.

Golden Globes in Los Angeles vergeben

Der Kriegsfilm "1917" hat den Preis in der Kategorie "Bestes Filmdrama" gewonnen. Dessen Regisseur Sam Mendes wurde für die beste Regie ausgezeichnet. Renée Zellweger erhielt den Globe als beste Schauspielerin in dem Filmdrama "Judy". Joaquin Phoenix wurde als bester Drama-Darsteller für seine Rolle in dem Thriller "Joker" ausgezeichnet. Der sozialkritische Film "Parasite" aus Südkorea gewann die Trophäe in der Sparte "bester nicht-englischsprachiger Film". Der Krimi "Once Upon a Time in Hollywood" erhielt den Preis für das beste Drehbuch und für die beste Komödie. Elton John wurde für den besten Filmsong geehrt. Die Globes werden vom Verband der Auslandspresse vergeben und sind der erste große Höhepunkt der Preisverleihungs-Saison.

Konzeptkünstler John Baldessari ist tot

Der US-amerikanische Künstler John Baldessari ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Wie die "Los Angeles Times" berichtet, hat seine Stiftung den Tod des gebürtigen Kaliforniers bestätigt. Baldessari hatte in den vergangenen Jahrzehnten mit Foto- und Videoarbeiten, Kollagen und Montagen die sogenannte Konzeptkunst wesentlich mitgeprägt. Für das Frankfurter Städel-Museum hatte er 2015 insgesamt 16 großformatige Collagen geschaffen. Drei Jahre zuvor hatte Baldessari den Kaiserring 2012 der Stadt Goslar erhalten. Der Ring gilt als einer der weltweit wichtigsten Preise für moderne Kunst. Baldessari ist vielfach ausgezeichnet worden. Unter anderem erhielt er 2009 für sein Lebenswerk den Goldenen Löwen der 53. Biennale.

Demontage der ZPS-Holocaust-Stele gescheitert

Aktivisten ist es nicht gelungen, die vom "Zentrum für Politische Schönheit" Anfang Dezember in Berlin aufgestellte Holocaust-Stele zu entfernen. Ein Polizeisprecher sagte dem Rundfunk Berlin Brandenburg, "in der Spitze fünf Personen" hätten versucht, die gegenüber dem Reichstagsgebäude aufgestellte Säule zu demontieren. In einer Pressemitteilung heißt es, die Gruppe nenne sich "Aktions Künstler Komitee" (AKK) und sei allein zu dem Zweck entstanden, die umstrittene Installation des ZPS "abzureißen". Die Mitglieder, zu denen auch Eliyah Havemann, der Sohn von Wolf Biermann gehört, hätten unterschiedliche politische Ansichten und religiöse Zugehörigkeiten. Der Plan sei gewesen, die umstrittene Stele mit der vermeintlichen Asche von Holocaust-Opfern an einen geheimen Ort zu bringen, "damit Historiker in 2.000 Jahren den Zweck dieses Rohres erforschen können". Die Polizei stoppte die Demontage.

Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs beim WDR

Wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht und Hausfriedensbruchs ermittelt der Staatsschutz gegen fünf Männer. Sie seien einer rechts orientierten Gruppe zuzuordnen, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Sie sollen auf dem Funkhausdach des Westdeutschen Rundfunks ein Banner entrollt haben, mit dem sie sich gegen "Medienhetze" aussprachen und dazu aufforderten, die Rundfunkgebührenzentrale zu "sabotieren".

Notre Dame weiterhin einsturzgefährdet

"Die Kathedrale ist weiter im Zustand der Gefahr." Davon ist Jean-Louis Georgelin, der Verantwortliche für den Wiederaufbau von Notre-Dame überzeugt. In einem Fernsehinterview sagte er, Experten hätten nach dem Brand der Pariser Kathedrale am 15. April zwar "beruhigende" Feststellungen gemacht, aber er könne keine Garantie dafür übernehmen, dass die Gewölbe nicht doch noch auseinanderfielen. Deshalb müssten die die Trümmer entfernt werden, die noch auf ihnen lägen. Ähnlich hatte sich im Dezember der Rektor der Kathedrale, Patrick Chauvet, geäußert. Präsident Macron hat das Ziel, dass Notre Dame bis 2024 wieder sicher steht. Dann richtet Frankreich die Olympischen Spiele aus.

Aktivisten entwenden Krippenfiguren aus Kirchen

Im Vorfeld des Dreikönigstages haben Aktivisten aus mindestens fünf Städten in Deutschland 15 Krippenfiguren entfernt. Die Sprecherin der Aktion "Ausgegrenzt - Dreikönige vor den Toren Europas", Rosa Frahm, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur, mit @zwei_fehlen solle auf das Schicksal von Geflüchteten aufmerksam gemacht werden. Die europäische Abschottungspolitik habe verhindert, dass die beiden Könige "das neugeborene Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen." Ein König sitze im Lager Moria auf Lesbos fest, ein anderer im Ankerzentrum Deggendorf. Mit der Aktion wolle man auf die "gravierende humanitäre Notlage in den Flüchtlingslagern an den europäischen Außengrenzen und innerhalb Europas" aufmerksam machen.

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