Mittwoch, 16.10.2019
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 28. Februar 2019

Witbooi-Bibel an Namibia restituiert

Bibel wird im Nationalarchiv verwahrt werden

Die in der Kolonialzeit von den Deutschen erbeutete «Witbooi-Bibel» ist wieder in namibischen Händen. Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer überreichte Bibel und Peitsche des früheren Nama-Anführers Hendrik Witbooi dem namibischen Präsidenten Hage Geingob. Bei der feierlichen Zeremonie in Gibeon im Süden Namibias waren rund 3.000 Menschen zugegen, wie das Stuttgarter Ministerium mitteilte. Beide Objekte wurden seit über 100 Jahren im Stuttgarter Linden-Museum aufbewahrt. Baden-Württemberg restituierte damit erstmals koloniale Kulturgüter aus Afrika. Die Bibel soll vorerst ins Nationalarchiv, die Peitsche ins Nationalmuseum von Windhuk gebracht werden.

Luke Perry erleidet schweren Schlaganfall

US-Schauspieler durch Serie "Beverly Hills, 90210" bekannt

Der US-Schauspieler Luke Perry hat laut Medienberichten einen schweren Schlaganfall erlitten. Der 52-Jährige sei am Mittwoch eilig ins Krankenhaus gebracht worden und halte sich weiterhin dort auf, sagte ein Sprecher des Schauspielers laut den US-Medienberichten. Nähere Angaben zum Gesundheitszustand des Schauspielers wollte er nicht machen. Perrys Schlaganfall überschattete die zeitgleiche Ankündigung einer Neuauflage der Kultserie "Beverly Hills, 90210", in der er eine der Hauptrollen gespielt hatte. Allerdings war unklar, ob Perry für eine Rolle in den neuen Folgen vorhergesehen war. In der veröffentlichten Liste von Schauspielern für die geplanten Episoden war er nicht aufgeführt. Perry war zuletzt in Los Angeles mit Dreharbeiten zu der Fernsehserie "Riverdale" beschäftigt, die auf einem Comicbuch beruht.

Musik-Multitalent André Previn ist tot

Der Pianist, Dirigent und Komponist wurde 89 Jahre alt

André Previn ist in New York gestorben. Das teilte seine Managerin Linda Petrikova mit. Previn, dessen jüdische Familie vor der NS-Verfolgung in die USA floh, begann seine Musikerkarriere bereits als Teenager in Hollywood. Für die Orchestrierung von Musicals gewann er vier Oscars, darunter 1964 für "My Fair Lady". Seine Hollywood-Karriere gab er auf, um sich der klassischen Musik zu widmen. Anerkennung und Ruhm erhielt er für seine Arbeit als Dirigent, aber auch als Pianist und Komponist. Sein Werk umfasst Filmmusik, Klassik und Jazz.

Französische Sprache wird weiblicher

Berufe künftig auch in femininer Form

Die französische Sprache soll weiblicher werden. In Zukunft soll es für viele Berufsbezeichnungen in Frankreich auch eine weibliche Form geben. Das hat die ehrwürdige Académie française mit großer Mehrheit entschieden. Prinzipiell gebe es keine Hindernisse für die Feminisierung von Berufsbezeichnungen, heißt es in dem Bericht der Gelehrtengesellschaft und Sprachinstanz. Es handele sich um eine "natürliche Entwicklung der Sprache", so die Wissenschaftler. In dem Bericht heißt es, es solle sichergestellt werden, dass der Platz der Frau in der Gesellschaft auch in der Sprache abgebildet wird. In Frankreich gibt es für zahlreiche Berufsbezeichnungen keine weibliche Form - so wird etwa für die Ärztin der männliche Begriff "médecin" verwendet, allerdings mit dem weiblichen Artikel "la". Häufig wird für die weibliche Form im Französischen ein "e" angefügt. Für einige Berufsbezeichnungen gibt es bereits die weibliche Form - etwa bei der Anwältin ("l'avocate"). In das offizielle Wörterbuch haben es die weiblichen Bezeichnungen für Berufe, Titel oder Dienstgrade bisher allerdings nicht geschafft - das soll sich nun ändern.

Keine Herausgabe des Cross Gemäldes an Erben

Landgericht Potsdam hat Klage gegen Museum Barberini zurückgewiesen

Im juristischen Streit um ein Gemälde des französischen Malers Henri-Edmond Cross (1856-1910) hat das Landgericht Potsdam die Herausgabe des Werks an die Kläger abgelehnt. Die Zivilkammer habe die entsprechende Klage auf Einstweilige Verfügung von Erben eines französischen Sammlers gegen das Museum Barberini zurückgewiesen, teilte das Landgericht mit. Zur Begründung erklärte die Kammer, sie sehe keine Gefahr, dass das Gemälde verschwinde. Zudem könnten sich die Kläger mit ihrem Anspruch "gegen denjenigen wenden, der sich hier als Eigentümer geriere, das Museum of Fine Arts in Houston". Den Klägern würden rechtliche Schritte auch nicht durch den museumsüblichen Leihverkehr erschwert. Das Gemälde "Regatta in Venedig" war im Rahmen einer Retrospektive zu dem französischen Neoimpressionisten bis zum 17. Februar im Barberini gezeigt worden. Die Erben machten geltend, dass das Gemälde im Zweiten Weltkrieg bei dem Sammler beschlagnahmt worden sei. Das Museum in Houston hatte dagegen als Eigentümer erklärt, es gebe keinen Beweis, dass die Kläger die rechtmäßigen Erben des Sammlers seien.

Wolfgang Rihm für Lebenswerk geehrt

Deutscher Musikautorenpreis für mehr als 500 Kompositionen

Für sein Lebenswerk wird der Komponist und Essayist Wolfgang Rihm mit dem Deutschen Musikautorenpreis geehrt. Der meistgespielte deutsche Komponist der Gegenwart habe seinen eigenen, expressiven Stil konsequent weiterentwickelt und dabei Gattungsgrenzen überschritten, teilte die Verwertungsgesellschaft Gema in München mit. Mehr als 500 Kompositionen stammten aus Rihms Feder, darunter Oratorien, Orchesterwerke, Ensemblewerke und Kammermusik, aber auch Musiktheaterwerke. Die Auszeichnung von Musikautoren an Musikautoren wird am 14. März in Berlin verliehen.

Schaubühne lädt chinesisches Gastspiel ein

"Popular Mechanics" von Regisseur Li Jianjun wird bei Festival gezeigt

Vor einem halben Jahr musste die Berliner Schaubühne eine Tournee in China abbrechen, weil ihr Stück "Ein Volksfeind" heftige Debatten ausgelöst hatte. Nun lädt das Theater zu seinem Festival FIND erstmals eine chinesische Produktion als Gastspiel ein, wie die Schaubühne ankündigte. Das "Festival Internationale Neue Dramatik" (FIND) zeigt vom 4. bis 14. April unter anderem Produktionen aus Brüssel, Santiago de Chile, New York und London. An zwei Tagen soll das Pekinger Stück "Popular Mechanics" von Regisseur Li Jianjun gezeigt werden. Die Einladung des chinesischen Stücks steht nach Angaben der Schaubühne nicht in direktem Zusammenhang mit dem Abbruch der eigenen Tour. "Wir wollten schon immer mal eine chinesische Produktion einladen", sagte der Künstlerische Leiter Thomas Ostermeier. Sie hätten aber das Gefühl, dass Festivalmacher aus China derzeit zurückhaltend seien im Umgang mit der Schaubühne. Sie wollten die Kontakte dorthin nicht abbrechen lassen, erklärte er.

Rembrandts Stimme rekonstruiert

Zur Feier des Rembrandtjahres

Der niederländische Maler Rembrandt van Rijn hat wieder eine Stimme bekommen. US-Wissenschaftler stellten in Amsterdam eine Stimm-Rekonstruktion vor. Sie ist in sechs Videos ("Rembrandt Tutorials") zu hören, in denen der Meister über seine Maltechnik spricht. Man habe versucht, anhand der vorhandenen Selbstporträts die Stimme zu rekonstruieren, sagte Rita Singh von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Da es möglich sei, von einer Stimme Rückschlüsse auf das Äußere der sprechenden Person zu ziehen, habe man versucht, das Aussehen zur Grundlage für eine Rekonstruktion der Stimme zu benutzen. Man habe die Anatomie seines Kopfes digital nachbilden können, aber auch seine Lungenkapazität abschätzen können. Da Rembrandt in den Videos das Niederländisch des 17. Jahrhunderts spricht, wurde seine Stimme mit Untertiteln versehen. Die Stimmrekonstruktion wurde für das Rembrandtjahr 2019 zum 350. Todestag des Meisters von einem Hauptsponsor des "Rijksmuseum" in Auftrag gegeben. Das Museum verfügt über die weltweit größte Sammlung von Gemälden Rembrandts.

Prantl gibt Führungspositionen bei "SZ" ab

65-Jähriger bleibt aber ständiger Autor und Kolumnist

Heribert Prantl hat seine Ämter als Mitglied der Chefredaktion und Ressortleiter Meinung bei der "Süddeutschen Zeitung» (SZ) zum 1. März niedergelegt. Der 65-Jährige bleibe der Redaktion als ständiger Autor und Kolumnist erhalten, berichtete die Zeitung in eigener Sache. Prantls Aufgabe als Ressortleiter Meinung übernimmt Stefan Ulrich. Chefredakteure bleiben Kurt Kister und Wolfgang Krach, Digitalchefin Julia Bönisch bleibt ebenfalls Mitglied der Chefredaktion. Der Jurist Prantl arbeitet seit 1988 für die "Süddeutsche Zeitung".

App für feministische Filmkritik entwickelt

Je mehr Mangos, desto feministischer

Mithilfe einer neuen App können Filme danach beurteilt werden, ob Frauen darin frei von Vorurteilen dargestellt werden. Mango Meter heißt die neue App für feministische Filmkritiken. Sechs Frauen aus verschiedenen asiatischen Ländern haben sie mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung entwickelt. Bewertet werden können vor allem Filme aus Hollywood und Indien. Nutzer müssen mehrere Aussagen zum Film bewerten, dann werde das Ergebnis zusammengerechnet. Eine Mango bedeutet, der Film gilt als frauenfeindlich. Der Höchstwert von fünf Mangos heißt, der Film ist feministisch.

Dresdner Musikfestspiele ehren Geiger Joshua Bell

Preis der Dresdner Musikfestspiele ist mit 25.000 Euro dotiert

Für sein Engagement in der Kinder- und Jugendbildung erhält der US-amerikanische Geiger Joshua Bell den diesjährigen Preis der Dresdner Musikfestspiele. Mit dem Schulprojekt "Education Through Music and Turnaround Arts" eröffne der 52-Jährige benachteiligten Kindern den Zugang zur Musik, teilten die Musikfestspiele in Dresden mit. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Der Preis wird Bell im Rahmen seines Gastspiels am 27. Mai in der Dresdner Frauenkirche übergeben. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr zum 16. Mal statt.

Podcast über Transsexuelle gewinnt Hörbuchpreis

Deutscher Hörbuchpreis zum ersten Mal mit der Kategorie Bester Podcast

Die sechsteilige Serie "Transformer" erhält den Deutschen Hörbuchpreis 2019 in der erstmals vergebenen Kategorie Bester Podcast. Die Produktion von Christina Wolf vom BR erzählt die Geschichte der transsexuellen Steffi, aus der ein Mann namens Henri wird, wie der WDR in Köln mitteilte. "Transformer" sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie deutschsprachiges Storytelling eine eigene Identität und Form erhalten könne, begründete die Jury die Entscheidung. "Auf sensible und sorgfältig überlegte Weise behandelt 'Transformer' ein Thema von großer gesellschaftlicher Relevanz." Der 17. Deutsche Hörbuchpreis wird am 19. März im WDR-Funkhaus in Köln verliehen.

US-Schauspielerin Lisa Sheridan gestorben

"CSI"-Darstellerin stirbt mit 44 Jahren

Die US-amerikanische Film- und Fernsehschauspielerin Lisa Sheridan ist im Alter von 44 Jahren gestorben, wie das Magazin "People" in der Online-Ausgabe berichtet. Sheridans Manager habe den Todesfall bestätigt, aber auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich nicht um einen Suizid gehandelt habe. Sheridans Karriere begann 1997 mit einem Auftritt in der Sitcom "Eine starke Familie". Es folgten Rollen in verschiedenen Serien und Filmen, z.B. "The Mentalist" oder "Beat" an der Seite von Kiefer Sutherland. Zuletzt war sie in den Fernsehserien "CSI: NY" und "Private Practice" in Gastrollen zu sehen.

Man-Booker-Preis heißt künftig The Booker Prize

Grund: Sponsorenwechsel von Investmentfirma zu Wohltätigkeitsorganisation

Der renommierte britische Man-Booker-Literaturpreis hat einen neuen Sponsor gefunden. Die Wohltätigkeitsorganisation Crankstart werde von Juni an den Literaturpreis für zunächst fünf Jahre finanzieren, teilte die Stiftung, die den Preis alljährlich vergibt, mit. Die Stiftung kündigte an, die Auszeichnung werde künftig The Booker Prize heißen. Im Herbst werde der nächste Gewinner bekanntgegeben. Ins Englische übersetzte Literatur soll in Zukunft unter dem Namen The International Booker Prize ausgezeichnet und der nächste Preisträger am 1. Juni verkündet werden. Der langjährige Sponsor, das Investment-Unternehmen Man Group, hatte im Januar erklärt, seine Unterstützung zu beenden, nachdem der britische Journalist und Bestseller-Autor Sebastian Faulks die Hedgefonds-Firma scharf kritisiert und als "Feind" bezeichnet hatte. Der Man-Booker-Preis ist der wichtigste britische Literaturpreis.

Ukraine sagt Teilnahme am ESC ab

Siegerin des Vorentscheids beklagt politische Instrumentalisierung

Die Ukraine hat ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest, ESC, abgesagt. Die ukrainische Radio- und Fernsehanstalt begründete dies mit einer "exzessiven Politisierung des nationalen Vorentscheids". Zuvor war es zu einem heftigen öffentlichen Streit zwischen der Siegerin der Vorauswahl, der Sängerin Maruv, und der Rundfunkanstalt gekommen. Die Sängerin hatte der Anstalt politische Instrumentalisierung vorgeworfen und darauf hingewiesen, dass sie "kein Werkzeug im politischen Spiel" sein wolle. Nach ihren Angaben untersagte ihr der Vertrag auch Auftritte in Russland, obwohl sie für April mehrere Konzerte in Moskau geplant hatte. Seit dem lehnten es auch andere Teilnehmer des Vorentscheids ab, beim ESC aufzutreten. Vor zwei Jahren hatte die Ukraine als Gastgeberland der russischen Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise zum ESC verweigert. Daraufhin verzichtete Russland auf seine Teilnahme.

Literaturarchiv will auch Computerspiele sammeln

Spiele seien "Wandlungsformen von Erzählungen"

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach bei Ludwigsburg sammelt künftig auch Computerspiele. Es handele sich um die nächste mediale Stufe von Literatur, sagte die neue Direktorin des Archivs, Sandra Richter, der "Augsburger Allgemeinen". Computerspiele seien Wandlungsformen von Erzählungen. Das Literaturarchiv werde zwar nicht jedes Computerspiel verwahren, "wohl aber die, die in hohem Maße Erzählstrukturen enthalten", erklärte Richter, die vor zwei Wochen in ihr Amt eingeführt worden war. Im 1955 gegründeten Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar werden literarische und philosophische Werke verwahrt, die seit 1750 erschienen sind.

"Beverly Hills, 90210" kehrt zurück

Zahlreiche Schauspieler der Originalserie mit von der Partie

Fast 20 Jahre nach dem Ende von "Beverly Hills, 90210" kehrt die TV-Serie zurück. Im Sommer sollen sechs neue Folgen mit einigen der Schauspieler der Originalserie aus den 90er Jahren ausgestrahlt werden, wie die Fox-Studios mitteilten. Mit dabei sind unter anderem Jason Priestley, Jennie Garth und Tori Spelling. Die Schauspieler sollen aber nicht wieder in ihre frühere Rollen schlüpfen, betonte Fox. Vielmehr würden sie "Versionen von sich selbst" spielen, inspiriert von ihrem eigenen Leben und ihren Beziehungen. Die Handlung der neuen Mini-Staffel: Die Schauspieler treffen sich 19 Jahre nach dem Dreh der letzten Folge über das Leben in dem Luxusvorort von Los Angeles - Postleitzahl 90210 - wieder. Einer von ihnen hat schließlich die Idee, "Beverly Hills, 90210" neu aufzulegen.

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