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Interview | Beitrag vom 09.07.2018

Wissenschaftsfeindliche Tendenzen"Eine geänderte wissenschaftliche Weltkarte"

Katharina Kohse-Höinghaus im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Studierende der Medizin im Labor am Institut für Pharmazie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/ZB  (dpa-Zentralbild)
"Internationalisierung von Hochschulen: Jetzt erst recht!" - Unter diesem Motto hat der Wissenschaftsrat ein Ideenpapier für Europäische Hochschulverbünde vorgelegt. (dpa-Zentralbild)

Die deutschen Hochschulen sollen ihre Zusammenarbeit insbesondere mit Hochschulen in Europa ausbauen. Das empfiehlt der Wissenschaftsrat. Das Konzept der "Europäischen Hochschule" sei ein "Gegengift" gegen wissenschaftsfeindliche Tendenzen.

Der Wissenschaftsrat will das Modell einer Europäischen Hochschule vorantreiben. Hintergrund ist die Bedrohung der Forschungsfreiheit durch autoritäre Tendenzen auch in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Der Wissenschaftsrat ist eine Institution aus 32 Mitgliedern, die vom Bundespräsidenten berufen werden.

"Wir sprechen von einer geänderten wissenschaftlichen Weltkarte", sagte dazu Katharina Kohse-Höinghaus, Professorin für Physikalische Chemie an der Universität Bielefeld, im Deutschlandfunk Kultur. Die Wissenschaftlerin hat an dem Ideenpapier mitgearbeitet.

Europäische Hochschule als "Gegengift"

Die wissenschaftspolitische Situation habe sich in den vergangenen zehn Jahren verändert. Wissenschaftsfeindliche Strömungen belasteten zunehmend Hochschulpartnerschaften. Werte wie freie Meinungsäußerung, Wissenschaftsfreiheit oder Pluralität der Perspektiven würden nicht von allen Partnern geteilt. Daher halte sie die "Idee der Europäischen Hochschulen für ein richtig gutes Gegengift", sagte Kohse-Höinghaus.

Gemeinsame Lehrpläne und "gelebte Mehrsprachigkeit"

Konkret soll die Idee der Europäischen Hochschule in der Partnerschaft der Universitäten durch gemeinsame Fach-Lehrpläne, "gelebte Mehrsprachigkeit" und Lerneinheiten zur Geschichte und Kultur Europas entwickelt werden.

"Es sollen jetzt nicht einfach eine bestimmte Anzahl europäischer Hochschulen gegründet und irgendwo hingesetzt werden, sondern Europäische Hochschulen à la Wissenschaftsrat sind ein Konzept, für das sich Hochschulen auf den Weg machen können", so Kohse-Höinghaus.

(huc)

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