Seit 10:05 Uhr Lesart

Montag, 18.11.2019
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 23.02.2017

Wissenschaft in den MedienNichts als Fakten - oder was?!

Von Susanne Billig

Podcast abonnieren
Eine Besucherin betrachtet mit einer Lupe Ausstellungsstücke im Herzoglichen Museum in Gotha (dpa / picture alliance / Bodo Schackow)
Forschung auch kritisch unter die Lupe nehmen: Das macht guten Wissenschaftsjournalismus aus. (dpa / picture alliance / Bodo Schackow)

Nanopartikel, Gentechnik, Big Data, Klimawandel, Energiewende – was die Wissenschaft erforscht, muss die Öffentlichkeit erfahren, damit sie die Folgen erwägen kann. Einer der wichtigsten Vermittler von Forschung ist der Journalismus − ein kritischer Beobachter oder wohlwollender Begleiter?

Worin genau besteht die Aufgabe des Wissenschaftsjournalismus? Soll er immer neutral bleiben, wissenschaftliche Neuigkeiten einsammeln und in verständliche Sprache übersetzen?

Und wie ergeht es dem Wissenschaftsjournalismus heute - in einer Zeit, wo das Internet es den Forschungseinrichtungen leicht macht, selbst zu publizieren?

Wer braucht noch Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten, wenn doch jedes größere Forschungsinstitut eine Presseabteilung mit einem Online-Mitarbeiter hat?

Am Anfang allen Wissenschaftsjournalismus steht: die gigantische Flut wissenschaftlicher Publikationen – in der Medizin, den Naturwissenschaften, der Sozialforschung, der Ökonomie. Allein in der  Astrophysik erscheinen zwischen 50 und 100 neue Forschungsberichte – jeden Tag. Selbst Wissenschaftler haben enorme Probleme, hier den Überblick zu behalten.

Für sein Laienpublikum muss der Wissenschaftsjournalismus die Komplexität der Forschung vereinfachen, vieles streichen, sich auf einen Aspekt konzentrieren oder ein Forschungsgebiet im Überblick darstellen.

Das schwindelfrei hinzubekommen, erfordert viel Sachkenntnis. Zuvor hat allerdings schon die Wissenschaft die Realität vereinfacht und in Modelle gegossen – Modelle, die besser oder schlechter funktionieren, die vielleicht auf überzogenen mathematischen Tricks basieren oder sich von der Realität allzu weit entfernt haben.

Auch das muss Wissenschaftsjournalismus sachgerecht beurteilen können und sich im Klaren darüber sein, dass Wissenschaftler nicht einfach "die" Wahrheit herausfinden über Gene, Klimaentwicklungen, althochdeutsche Dichtung oder ökonomische Marktmechanismen. Sondern dass sie immer nur zu Annäherungen kommen, die mit Fehlern und Ungewissheiten behaftet sind.

Susanne Billig hat mit deutschen Wissenschaftsjournalisten über ihre Profession gesprochen.

(gekürzter Online-Text: cre)

Zeitfragen

Wohnen und SchreibenWie wir leben wollen
Zelte stehen auf einem kleinen Grünstreifen vor einer Häuserwand. Das Grafitti verweist auf die steigenden Mietpreise in Berlin. (AFP/ David Gannon)

Früher ließen steigende Brotpreise Gesellschaften auseinanderbrechen. Heute sind es Mieten. Sie steigen nicht nur in Szenevierteln und nicht nur für Reiche, sondern überall. Wie wollen wir leben?, fragen sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller.Mehr

Der Hund und wirEine tierisch große Liebe
Ein Hund auf dem Arm seiner Besitzerin in einem aufeinander abgestimmten, rosa Kostüm. (Getty Images / Eduardo Munoz Alvarez)

Hunde sind die besseren Menschen – behaupten jedenfalls so einige Tierliebhaber. Das mag übertrieben sein. Aber Hunde sind ziemlich gute Beziehungsberater. Denn in Sachen Kommunikation und Zusammenleben können wir noch einiges von ihnen lernen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur