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Kulturnachrichten

Samstag, 14. November 2015

Wirbel um Matussek-Posting

"Welt"- Kolumnist zog Verbindung zwischen den Anschlägen in Paris und der Flüchtlingswelle

Der "Welt"-Kolumnist Matthias Matussek postete kurz nach den Terroranschlägen von Paris auf Facebook: "Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen...." Seinen Beitrag schloss Matussek mit einem Smiley ab. Jan-Eric Peters, Chefredakteur der "Welt", bezeichntete den Auftritt seines Autoren als "durchgeknallt" und distanzierte sich von Matussek. Bei Springer prüft man nun Konsequenzen, eine Trennung von Matussek ist nicht ausgeschlossen.

Operettenpremiere in Magdeburg abgesagt

Stattdessen konzertante Aufführung bei freiem Eintritt

Die heutige Premiere der Operette "Pariser Leben" von Jacques Offenbach im Magdeburger Opernhaus ist wegen der Terroranschläge in Paris abgesagt. Stattdessen werde eine konzertante Aufführung der "Stabat Mater" von Gioachino Rossini gegeben, teilte das Theater Magdeburg mit. Die Mitarbeiter des Theaters seien in tiefer Trauer. Das Premierenpublikum und weitere Gäste, die einen Ort der Trauer suchten, seien eingeladen. Der Eintritt sei frei.

Führender Imam verurteilt Anschläge von Paris

Ahmed al-Tajeb fordert, die Welt müsse sich einen

Der Leiter der islamischen Al-Ashar-Universität in Kairo, einer der führenden Institutionen des sunnitischen Islam, hat die "Hass"-Anschläge von Paris verurteilt. "Solche Taten laufen allen religiösen, humanitären und zivilisierten Prinzipien zuwider", sagte Imam Ahmed al-Tajeb bei einer Konferenz über einen "neuen Aufbruch des islamischen Denkens" in Luxor im Süden Ägyptens. Die Äußerungen al-Tajebs wurden im ägyptischen Fernsehen übertragen. Der Imam forderte, die Welt müsse sich "einen, um diesem Monster entgegenzutreten".

Grütters kondoliert ihrer Amtskollegin

Kulturstaatsministerin wünscht der französischen Regierung und Gesellschaft "Kraft und Mut"

Nach der verheerenden Anschlagsserie in Paris hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters ihrer französischen Amtskollegen Fleur Pellerin Solidarität zugesichert. "Erschüttert stehen wir Deutsche an der Seite Frankreichs", schrieb Grütters nach Angaben ihres Hauses. In der Konzerthalle Bataclan hätten die Attentäter all jene ins Visier genommen, denen die Freiheit der Kunst am Herzen liege. "Ihnen und allen Verantwortungsträgern in der französischen Regierung und Gesellschaft wünschen wir Kraft und Mut, dieser ungeheuren Gewalt zu begegnen. All meine Gedanken sind an Ihrer Seite."

DJV gegen "perfide Stimmungsmache"

Glaubwürdige Medien seien wichtig

Der neue Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Frank Überall, hat nach den Anschlägen von Paris die Bedeutung glaubwürdiger Medien betont. "Die Journalistinnen und Journalisten haben sich bewusst die Zeit genommen, das zu tun, was ihre Aufgabe ist - sauber recherchieren", erklärte Überall. Die meisten Medien hätten sich wohltuend von der Aufgeregtheit dubioser Internetquellen abgehoben. "Im übrigen müssen wir uns immer bewusst machen, dass eine Angst schürende Darstellung in der Öffentlichkeit genau das Ziel ist, das Terroristen verfolgen. Vor diesen Karren perfider Stimmungsmache dürfen sich Medien nicht spannen lassen."

Deutschland-Auftritte der Eagles of Death Metal ungewiss

Crewmitglieder werden noch vermisst

Nach dem Terroranschlag auf das Pariser Konzert der Band Eagles of Death Metal sollen die Musiker entscheiden, ob sie wie ursprünglich geplant in der kommenden Woche in Deutschland auftreten. "Es ist der Band zu überlassen, ob sie diese Konzerte spielen will", sagte der deutsche Konzertveranstalter der Band, Marek Lieberberg. "Ich weiß, dass einige Crewmitglieder der Band immer noch als vermisst gelten. Man muss befürchten, dass sie leider Opfer dieser verabscheuungswürdigen Angriffe geworden sind." In Deutschland waren Auftritte am Dienstag (17.11.) in Köln, München (19.11.) und Bremen (22.11.) angesetzt. "Es gehört auch zur Pietät, dass man jetzt abwartet, bis die Band auf uns zukommt und wir sie nicht zu einem Aktionismus drängen", sagte Lieberberg. Er hält es für möglich, dass die Terroristen ein Konzert der Eagles of Death Metal ausgesucht haben, weil die Band vor kurzem in Israel aufgetreten sei und sich dabei auch gegen Boykottaufrufe zur Wehr gesetzt habe.

Opfer und Täter von Paris in den sozialen Medien

Facebook bietet "Sicherheitscheck" an

Nach dem Terror-Alptraum in Paris bricht sich die Verzweiflung auch in den sozialen Medien Bahn: Mithilfe von Facebok, Twitter und Co. suchen viele Menschen nach Freunden und Verwandten, die sie an den Tatorten vermuten. "Wir suchen nach Marie, die im Bataclan war, wir haben nichts von ihr gehört. Wenn ihr sie seht, kontaktiert mich unter #Bataclan", heißt es etwa in einem Tweet von @Photographys, dem ein Foto beigefügt war. Facebook bot zudem einen sogenannten Sicherheitscheck an, mit dem registrierte Nutzer mit Standort Paris anzeigen können, dass sie wohlauf sind. Unterstützer von Extremisten haben derweil die Terroranschläge von Paris in sozialen Medien bejubelt. Wie die auf die Beobachtung von extremistischen Webseiten spezialisierte Site Intelligence Group berichtete, spekulierten die Dschihadisten auf Twitter, welche Terrorgruppe für den Anschlag verantwortlich sei. Viele Nutzer glaubten an eine Beteiligung der Terrormiliz Islamischer Staat. Sie nutzten den Angaben zufolge Hashtags in Arabisch, die übersetzt "Paris in Flammen" und "Kalifatstaat trifft Frankreich" bedeuten.

U2 sagen Konzert in Paris ab

Band sei ob der Anschläge fassunglos und schockiert

Nach der verheerenden Terrorserie in Paris hat die Band U2 ein für heute geplantes Konzert in der französischen Hauptstadt abgesagt. "Mit Fassungslosigkeit und schockiert haben wir die sich entwickelnden Ereignisse in Paris verfolgt", hieß es auf der Internetseite der Gruppe. "Wir sind am Boden zerstört angesichts der Toten beim Eagles-of-Death-Metal-Konzert." Wegen des andauernden Ausnahmezustands in Frankreich werde das Konzert daher nicht wie geplant stattfinden. Die Band sei aber entschlossen, es nachzuholen. Bei einer beispiellosen Terrorserie in Paris mit mehreren fast zeitgleichen Anschlägen waren zuvor mindestens 120 Menschen getötet worden. Mehr als 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Allein in der Konzerthalle richteten die Attentäter ein Massaker mit mindestens 80 Toten an.

ARD ändert Programm wegen Anschlägen in Paris

Auch andere Sender passen ihre Ausstrahlungen an

Die ARD verschiebt nach den Anschlägen von Paris die für heute Abend geplante Premiere des Films "Die Diplomatin" mit Natalia Wörner in der Hauptrolle. Das teilte die Programmdirektion in München mit. Um 20.15 Uhr ist stattdessen nach der "Tagesschau" ein "Brennpunkt" zum Thema "Terror in Paris" vorgesehen. Das ZDF verschiebt seine für 20.15 Uhr vorgesehene Show zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Komiker Otto Waalkes auf einen späteren Zeitpunkt.. Der Nachrichtensender n-tv kündigte bis Mitternacht für diesen Samstag regelmäßig Sondersendungen zum Thema Paris an. Der Privatsender RTL bringt ab 18.45 Uhr ein "RTL aktuell Spezial" mit Peter Kloeppel bis 20.15 Uhr. Die Sondersendungen seien werbefrei, teilte der Sender mit.

Schützenvereine öffnen sich für Schwule und Muslime

Mitgliedsvereine sollen künftig vor Ort entscheiden können

Die Diskussionen um einen muslimischen Schützenkönig und schwule Königspaare haben im Dachverband der katholischen Schützenbruderschaften Wirkung gezeigt. Nach viel öffentlicher Kritik stellte der Hauptvorstand des rund 400 000 Mitglieder zählenden Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) die Weichen für eine Öffnung. Die 1300 Mitgliedsvereine sollen künftig vor Ort entscheiden können, ob sie auch Nicht-Christen als Mitglieder aufnehmen und zum Königsschießen antreten lassen wollen. "Wir wollen den Vereinen in diesen Fragen künftig freie Hand lassen", sagte BHDS-Sprecher Rolf Nieborg nach der Versammlung. Im Frühjahr muss die Bundesvertreterversammlung dieser Öffnung aber noch zustimmen. Der BHDS hatte 2014 versucht, einen muslimischen Schützenkönig zum Rücktritt zu bewegen und dafür viel Kritik geerntet.

Blick in Astrid Lindgrens privates Reich

Schon bis März ausgebucht

13 Jahre nach ihrem Tod haben die Kinder und Enkelkinder von Astrid Lindgren die Stockholmer Wohnung der schwedischen Schriftstellerin für Fremde geöffnet. Nach einer Eröffnungsfeier im kleinen Kreis sollen ab Mittwoch die ersten Gruppen durch das Reich der Pippi-Langstrumpf-Erfinderin geführt werden. "Wir sind schon bis März ausgebucht", sagte Kjell Bohlund von der Astrid Lindgren-Gesellschaft. Das Interesse an der 2002 gestorbenen Autorin sei immer noch sehr groß. Die vier Zimmer große Altbauwohnung in der Dalagatan 46 ist fast unverändert. "Die Familie von Astrid hat sie nur für private Treffen genutzt", erklärte Bohlund. Es habe 13 Jahre gedauert, bis sie endlich entschieden habe, was damit geschehen soll.

Christie's und Sotheby's mit Milliardenergebnis

Höhepunkt war ein Modigliani für 170,4 Millionen Dollar

Bei den New Yorker Herbstauktionen haben Sotheby's und Christies jeweils mehr als eine Milliarde Dollar umgesetzt. Christie's meldete, in etwas mehr als einer Woche Kunst im Werte von 1,1 Milliarden Dollar (gut eine Milliarde Euro) verkauft zu haben. Bei Sotheby's waren es sogar mehr als 1,15 Milliarden - das beste Ergebnis in der Geschichte des 1744 gegründeten Unternehmens für Impressionisten und Kunst des 20. Jahrhunderts. Zweimal im Jahr, im Mai und im November, ziehen die New Yorker Auktionen Käufer aus der ganzen Welt an. Kaum ein Abend vergeht ohne Auktionsrekord. Höhepunkt diesmal war ein Bild des Italieners Amedeo Modigliani. Sein Bild "Nu couché" ("Liegender Akt") wurde bei Christie's für 170,4 Millionen Dollar versteigert. Sotheby's gelang ein Auktionsrekord für Cy Twombly. Sein Bild "Untitled" von 1968 ging für 70,5 Millionen Dollar weg. Damit wurde der alte Auktionsrekord des 2011 gestorbenen Amerikaners um etwa eine Million Dollar überboten.

Auszeichnung für Hörspiele

Preis der ARD wird vergeben

Die besten Hörspiele werden heute bei den ARD-Hörspieltagen in Karlsruhe ausgezeichnet. Nach Angaben des SWR werden mehrere Ehrungen mit einem Preisgeld von insgesamt 14 500 Euro vergeben. Um den Deutschen Hörspielpreis der ARD konkurrieren in diesem Jahr zwölf Stücke, erstmals auch zwei Beiträge aus der Schweiz und Österreich. Die "Nacht der Gewinner" wird in sieben ARD-Radioprogrammen sowie im SRF 2 Kultur (Schweiz) übertragen - live oder zeitversetzt aus dem Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM). Die ARD-Hörspieltage, die zum zwölften Mal stattfinden, sind das größte Festival für das Hörspiel im deutschsprachigen Raum.

"Washington Post" vor "New York Times" bei Online-Nutzung

Trotz Paywall steigende Zahlen

Im inneramerikanischen Rennen um die Gunst der Online-Nutzer hat die Hauptstadtzeitung "Washington Post" erstmals die Nase vor der "New York Times". Im Oktober zählte die "Post" 66,9 Millionen Besucher auf ihren Online-Angeboten. Die "New York Times" kam auf 65,8 Millionen, wie der Analysedienst comScore bekanntgab. Die "Washington Post" habe damit in weniger als einem Jahr ihre Online-Nutzung um 59 Prozent gesteigert. Beide Zeitungen sichern ihre Inhalte über eine Paywall.

Theaterpreis "Der Faust" wird in Saarbrücken verliehen

Franz Mazura wird für sein Lebenswerk geehrt

Der Theaterpreis "Der Faust" wird heute in Saarbrücken verliehen. Bei einer Gala im Saarländischen Staatstheater werden zum zehnten Mal herausragende Künstler der Sparten Theater, Tanz und Oper ausgezeichnet. Für sein Lebenswerk wird der österreichische Opern- und Konzertsänger Franz Mazura (91) geehrt. Die Preisträger in den anderen acht Kategorien sollen erst während der Gala bekanntgegeben werden. Mit dem Faust werden Künstler ausgezeichnet, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. Die undotierte Ehrung wird von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, dem Deutschen Bühnenverein und einem jährlich wechselnden Bundesland vergeben.

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