Seit 01:00 Uhr Nachrichten
Montag, 21.06.2021
 
Seit 01:00 Uhr Nachrichten

Interview / Archiv | Beitrag vom 21.02.2006

"Wir werden mit der Hamas-Regierung nicht kooperieren"

Gesandter des Staates Israel kritisiert Wahlerfolg der Extremistenorganisation

Ilan Mor, Gesandter der Botschaft des Staates Israel in Berlin zu Gast im Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio / Bettina Straub)
Ilan Mor, Gesandter der Botschaft des Staates Israel in Berlin zu Gast im Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Der Gesandte der Botschaft des Staates Israel, Ilan Mor, hat Gespräche mit der zukünftigen palästinensischen Hamas-Regierung kategorisch abgelehnt. Der mit der Regierungsbildung beauftragte Ministerpräsident Hanija vertrete eine Terrororganisation, sagte Mor zur Begründung am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. "Wir werden mit der Hamas-Regierung nicht kooperieren und nicht sprechen", äußerte er.

Es sei ein Verlust für die Demokratie, dass die Terrororganisation Hamas durch ein demokratisches Verfahren an die Macht gekommen sei, erklärte Mor. Demokratische Wahlen in den Palästinensergebieten bedeuteten nicht, dass auch die palästinensische Gesellschaft demokratisch sein werde, kritisierte er und sagte: "Demokratische Wahlen kommen normalerweise am Ende eines demokratischen Verfahrens, nicht am Anfang."

Ferner verteidigte Mor den harten Kurs in Bezug auf die finanziellen Sanktionen Israels gegenüber den Palästinensern: "Wir können uns nicht leisten, eine Terrorregierung zu unterstützen." Man werde aber alles daran setzen, nicht-staatliche Organisationen in den Palästinensergebieten zu Gunsten der Bevölkerung direkt zu unterstützen.

Mit Sorge sieht Mor die Auseinandersetzung zwischen der demokratischen Weltgemeinschaft und dem Iran um das Atomprogramm. Der Iran sei momentan eine "strategische Bedrohung" für Israel. Dennoch plädierte er für weitere Gespräche: "Verhandlungen mit dem Iran müssen auf der politischen Ebene durchgeführt werden, mit allen Optionen auf dem Tisch."

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Heike Geißler über die Bachmann-Jury"Das geht nicht"
Die Jury im Studio bei der Lesung von Heike Geißler. Die Schriftstellerin ist über Bildschirme zugeschaltet. (LST Kärnten / Johannes Puch)

Die Schriftstellerin Heike Geißler hat in Klagenfurt gelesen und übt nun deutliche Kritik an der Arbeit der Jury: Die Diskussion sei unfair und nicht auf den Text bezogen gewesen. Das sei aber das Mindeste, was Literaturkritik leisten müsse.Mehr

Studie zur Spaltung der GesellschaftEin Land, zwei Lager
Köpfe einer Menschenmenge am Potsdamer Platz in Berlin. Es handelt sich um eine Demo. Zwischen den Köpfen ragt ein Schild mit der Aufschrift "Dagegen" hervor. (Unsplash / Leon Bublitz)

Eine Studie zeigt, dass sich in der deutschen Gesellschaft zwei Lager polarisiert gegenüber stehen: Das Problem daran ist, dass sich eines von ihnen marginalisiert fühle und unzufrieden mit der Demokratie sei, sagt der Psychologe Mitja Back. Mehr

Schule und CoronaNoch nicht fit für den Herbst
Unterrichtsszene: In einem Klassenzimmer sieht man zwei Kinder von hinten. Sie sitzen jeweils einzeln an einer Bank und blicken nach vorne zur Tafel, neben der ihre Lehrerin steht. (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleu)

Im Herbst könnten die Infektionszahlen wieder steigen. Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Lehrerverband mahnt, die Schulen bis dahin mit Luftfilteranlagen und schnellem Internet auszustatten: Distanzunterricht könnte wieder notwendig werden.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur