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Fazit | Beitrag vom 02.07.2020

Winfried Kretschmann über Hannah ArendtEs zählen die Argumente, nicht die Meinungen

Moderation: Vladimir Balzer

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Winfried Kretschmann bei der Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" im Deutschen Historischen Museum in Berlin. (Jens Oellermann)
Von Hannah Arendt leitet Winfried Kretschmann seine "Politik des Gehörtwerdens" ab. (Jens Oellermann)

Hannah Arendt gilt als eine der wichtigsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Auch Winfried Kretschmann wird von ihr beeinflusst. Seine Politik sei von ihr inspiriert, erklärt der baden-württembergische Ministerpräsident.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zählt die Philosophin Hannah Arendt zu seinen Inspirationsquellen. An der Denkerin fasziniere ihn besonders ihr Machtbegriff, sagt er anlässlich eines Besuchs der Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" im Deutschen Historischen Museum in Berlin. "Macht entsteht, indem sich Menschen um eine Idee versammeln und handeln", fasst Kretschmann Arendts Gedanken zusammen.

Arendt zähle auch das Sprechen zum Handeln. Vor allem die argumentative Auseinandersetzung, die gemeinschaftliche Erörterung sei ein tragender Bestandteil ihres Denkens und insofern hochgradig inspirierend für ihn und seine "Politik des Gehörtwerdens", erklärt Kretschmann. 

Winfried Kretschmann und Cem Özdemir bei der Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" im Deutschen Historischen Museum in Berlin. (Jens Oellermann)Gemeinsam mit Cem Özdemir besuchte Winfried Kretschmann die Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" im Deutschen Historischen Museum. (Jens Oellermann)

Für Arendt sei der öffentliche Raum das Konstituens von Demokratie, so der Regierungschef. Hier zählten Argumente und nicht Meinungen. "Diese öffentlichen Räume immer wieder zu schaffen, indem wir etwas gemeinschaftlich erörtern, das ist wirklich angesagt." In Baden-Württemberg gibt es seit der Amtszeit von Kretschmann eigens eine Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung.

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Arendt sei davon ausgegangen, dass im gesellschaftlichen Handeln Großes bewirkt werden könne, sagt der Grünen-Politiker.

Und wo, wenn nicht von der Politik, dürfe man Wunder erwarten, zitiert Kretschmann die Philosophin.

(ckr)

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