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Dienstag, 10.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 25. September 2019

Wilhelm Raabe-Literaturpreis geht an Norbert Scheuer

Der mit 30.000 Euro dotierte Wilhelm Raabe-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Norbert Scheuer für sein Buch "Winterbienen". In dem Roman, der in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs spiele, erreiche Scheuer "eine äußerste Nähe von symbolischem Zeichen und konkreter Realität", heißt es zur Begründung. Der von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk gestiftete Preis wird am 3. November im Kleinen Haus des Braunschweiger Staatstheaters vergeben.

Auftritt von als israelfeindlich kritisierten Rappern verboten

Die Berliner Innensenatsverwaltung hat den Auftritt zweier als israelfeindlich kritisierten Rapper bei einer Kundgebung am Brandenburger Tor verboten. Die Senatsverwaltung stelle Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar vor dem geplanten Auftritt am frühen Abend ein politisches Betätigungsverbot zu, sagte ein Sprecher der Behörde. Die beiden Männer hätten in ihren Liedtexten in der Vergangenheit das Existenzrecht Israels infrage gestellt. Der Sprecher der Innenverwaltung kritisierte "antisemitische Aufrufe" der beiden Sänger. Damit sei ein "eine rote Linie überschritten", sagte er.

Waller-Bridge schließt mit Amazon Millionen-Vertrag ab

Kurz nach ihrem umwerfenden Erfolg bei der Emmy-Verleihung hat die britische Schauspielerin und Drehbuchautorin Phoebe Waller-Bridge mit dem Amazon-Konzern einen millionenschweren Vertrag abgeschlossen. Die 34-Jährige sagte, sie sei "wahnsinnig aufgeregt" über die für drei Jahre geltende Vereinbarung. Nach Informationen von Branchenmedien bringt die Vereinbarung Waller-Bridge ein Jahreshonorar von rund 20 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) ein.

Bodø zählt zu Europäischen Kulturhauptstädten 2024

Die norwegische Stadt Bodø wird eine der Europäischen Kulturhauptstädte 2024. Damit werde die Gemeinde im nördlichen Teil des skandinavischen Landes der dritte Titelträger in dem Jahr neben dem estnischen Tartu und einer - noch nicht benannten - österreichischen Stadt, berichtete die Nachrichtenagentur NTB. In Österreich muss sich noch entscheiden, ob es das Salzkammergut mit Bad Ischl, Dornbirn oder St. Pölten wird. Bodø setzte sich gegen die beiden bosnischen Städte Banja Luka und Mostar durch. Die 50 000-Einwohner-Stadt liegt Luftlinie etwa 850 Kilometer nördlich von Oslo.

NS-Raubkunst wird im Kanzleramt zurückgegeben

Aus der Sammlung des NS-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt werden vier als NS-Raubkunst identifizierte Zeichnungen am Freitag im Bundeskanzleramt an die Nachfahren der einstigen jüdischen Besitzer zurückgegeben. Es handelt sich um Werke der Künstler Charles Dominique Joseph Eisen, Augustin de Saint-Aubin und Anne Vallayer-Coster, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mitteilte. Die Zeichnungen stammen aus dem Besitz der jüdischen Familie Deutsch de la Meurthe in Paris, die von den Nationalsozialisten verfolgt und enteignet wurde.

American Jewish Committee kritisiert Rapper-Auftritt

Das American Jewish Committee Berlin (AJC) kritisiert den geplanten Auftritt der palästinensischen Rapper Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar bei einer Pro-Palästina-Demonstration vor dem Brandenburger Tor in Berlin. "Wir sind entsetzt, dass Künstlern, die Terror gegen die Bürgerinnen und Bürger Israels als Heldentat glorifizieren, Terroristen als Märtyrer bezeichnen und das Existenzrecht Israels bestreiten, im Herzen von Berlin eine Bühne geboten wird", erklärte Remko Leemhuis vom AJC Berlin. Für den Nachmittag ist eine "Kundgebung zur Palästina-Frage" vor dem Brandenburger Tor angemeldet, bestätigte ein Sprecher der Berliner Polizei. Die Veranstalter rechnen mit 400 Teilnehmern.

Appell an Filmstudio Warner vor "Joker"-Premiere

Vor dem Kinostart des preisgekrönten Films "Joker" haben Hinterbliebene von Opfern des sogenannten Batman-Mörders die Filmgesellschaft Warner Bros. zu einem Bekenntnis für strengere Waffenkontrolle aufgefordert. Der düstere Trailer des in Venedig kürzlich mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten Psychothrillers habe sie an das Blutbad 2012 in dem Kino in der US-Stadt Aurora während eines Batman-Films erinnert, sagte Sandy Phillips, die Initiatorin eines entsprechenden Briefes an die Studios, dem TV-Sender ABC und anderen US-Medien. Phillips hatte ihre Tochter verloren, als ein Mann in dem Kinosaal mit verschiedenen Waffen um sich schoss und zwölf Menschen tötete sowie 70 verletzte.

Haus der Geschichte zeigt Kanzler in der Karikatur

Zum 70. Geburtstag der Bundesrepublik zeigt das Haus der Geschichte in Bonn 300 Karikaturen der deutschen Bundeskanzler. Konrad Adenauer als schlauer Fuchs, Willy Brandt als bröckelndes Denkmal, Helmut Schmidt als sicherer Lotse, Helmut Kohl als "Birne" und Angela Merkel als schwarze Witwe: Unter dem Titel "Zugespitzt. Kanzler in der Karikatur" machen die Exponate bis zum 10. Mai die Selbstdarstellung, die Sicht der Medien sowie die politischen Auseinandersetzungen der Zeit deutlich, wie die Einrichtung mitteilte.

Placido Domingo sagt Auftritte ab

Der durch Belästigungsvorwürfe unter Druck geratene Opernstar Plácido Domingo hat alle Auftritte an der New Yorker Metropolitan Oper abgesagt. Das gaben der spanische Sänger und das Opernhaus gestern Abend bekannt.
Der 78-Jährige sollte eigentlich von heute an in einer neuen Produktion der Oper "Macbeth" an der "Met" auf der Bühne stehen. Domingo, der vor rund 50 Jahren sein Debüt an der Metropolitan Opera gegeben hatte, erklärte, dass er selbst darum gebeten habe. Er weise zwar alle Vorwürfe gegen sich entschieden zurück, wolle aber nicht, dass der Streit um seine Person die "harte Arbeit" seiner Kollegen auf und hinter der Bühne überschatte.

Greta Thunberg bekommt Alternativen Nobelpreis

Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderen an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Mit ihr werden die Menschenrechtsaktivistin Aminatu Haidar aus der Westsahara, die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei sowie der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa und seine Vereinigung Hutukara Yanomami ausgezeichnet. Der gewöhnlich als Alternativer Nobelpreis bezeichnete Right Livelihood Award wird seit 1980 und damit in diesem Jahr zum 40. Mal verliehen. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von jeweils einer Million schwedischen Kronen (93 500 Euro) ist für die Arbeit der Geehrten bestimmt.

Song-Writer von US-Rockband Grateful Dead gestorben

Der amerikanische Song-Writer der US-Rockband Grateful Dead, Robert Hunter, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Er sei am Montag in seinem Haus in Nordkalifornien verschieden, teilte ein früherer Sprecher der Gruppe mit. Obwohl Hunter eine Reihe von Instrumenten beherrschte, war er nie gemeinsam mit Grateful Dead aufgetreten. Er komponierte aber viele mystisch anmutende, sprachgewaltige Songs für die Band. Wenn der Texter doch einmal auf einem Konzert der Gruppe auftauchte, begnügte er sich mit einem Stehplatz an der Bühnenseite oder verschmolz am liebsten mit der Anonymität des Publikums.

In Hamburg wird der Deutsche Radiopreis verliehen

In der Hamburger Elbphilharmonie wird am Abend zum 10. Mal der Deutsche Radiopreis verliehen. Zu der Gala werden neben Bundespräsident Steinmeier auch Gäste wie Herbert Grönemeyer, Simply Red und Udo Lindenberg erwartet.
Den Radiopreis gibt es in zwölf Kategorien, ausgewählt von einer Jury des Grimme-Instituts. Gekürt werden unter anderen die besten Moderatoren, die beste Sendung sowie das beste Nachrichten- und Informationsformat.

Greta Thunberg inspiriert Pariser Modewelt

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg bestimmt derzeit nicht nur die politische Debatte, sondern ist nun offenbar auch für die Modewelt eine Inspiration. Das französische Modehaus Dior schickte bei der Pariser Modewoche Models mit geflochtenen Zöpfen auf den Laufsteg, wie sie Thunberg gerne trägt. Sie präsentierten Entwürfe mit Anleihen aus der Natur wie Wildblumen und Hanfstoffen. Für die Modenschau wurde ein Wald aus 160 echten Bäumen rund um den Laufsteg aufgebaut. Sie sollen später alle in Grünanlagen in Paris wieder eingepflanzt werden.

Festival des historischen Films "moving history" beginnt

In Potsdam beginnt heute das Festival des historischen Films "moving history". Präsentiert werden rund 30 dokumentarische und fiktionale Filme mit historischen Themen, die seit 1989 entstanden sind. Schwerpunkte sind die friedliche Revolution, der Mauerfall und die Nachwendezeit. Festivalleiterin Ilka Brombach verwies im Deutschlandfunk Kultur auf eine Vielzahl interessanter Streifen - unter anderem auf Sybille Schönemanns Film "Verriegelte Zeit".

Hessische Filmförderung trennt sich von ihrem Leiter

Die hessische Filmförderung zieht Konsequenzen daraus, dass sich ihr Leiter Mendig im Juli mit AfD-Chef Meuthen getroffen hatte. Der Aufsichtsrat beschloss in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden. Details wurden nicht genannt. Viele Filmschaffende hatten zuvor gedroht, nicht mehr mit der HessenFilm zusammenzuarbeiten.

Jeder Dritte in Deutschland hört Podcasts

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland hört Podcasts. Das ergab eine Umfrage des Instituts YouGov. Demnach gibt es große Unterschiede in der Nutzungshäufigkeit: 13 Prozent der teilnehmenden Nutzer gaben an, täglich Podcasts zu hören. Ein Viertel nutzt sie wöchentlich, jeder Fünfte monatlich. Mehr als die Hälfte hört Podcasts mit dem Smartphone, mit deutlichem Abstand folgen das Laptop, der Desktop-Computer und das Tablet. Und: Wer Podcasts hört, macht das am liebsten zu Hause. Das gaben fast drei Viertel der Befragten an.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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