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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 05.09.2014

Wilhelm BodeWarum sollen wir Wälder als Aktien kaufen?

Moderation: Matthias Hanselmann

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Mittagspause auf einem Baum im Wald. (Damien Meyer / AFP)
Mittagspause auf einem Baum. Wem sollte der Wald gehören? (Damien Meyer / AFP)

Naturschützer Wilhelm Bode verfolgt auch als Rentner sein großes Ziel: die Ausweitung des Dauerwaldes in Deutschland. Er erklärt, weshalb Bürger in Wälder investieren sollten.

Die Deutschen und ihr Wald – seit Jahrhunderten ein spezielles Verhältnis. In Deutschland sind über 30 Prozent der Staatsfläche mit Wald bedeckt. Nachdem in den 80er-Jahren viel über das Waldsterben in Deutschland berichtet wurde, gibt es einen jährlichen Bericht über den Zustand der deutschen Bäume.

Demnach waren im vergangenen Jahr fast 40 Prozent der Bäume schadenfrei. Politisch wird das als Erfolg gefeiert, aber für den Forstwissenschaftler Wilhelm Bode reicht das noch lange nicht aus. Der 67-Jährige setzt sich seit Jahrzehnten für die Verbesserung der Qualität deutscher Wälder ein – als Autor zahlreicher Bücher, als Leiter der saarländischen Landesforstverwaltung oder als forstpolitischer Sprecher des Naturschutzbundes Deutschland.

Wilhelm Bode (Wilhelm Bode/privat)Wilhelm Bode (Wilhelm Bode/privat)

Auch als Rentner verfolgt der passionierte Jäger und Naturschützer weiterhin sein großes Ziel: Die Ausweitung des sogenannten Dauerwaldes in Deutschland. Bode sieht einmal die Möglichkeit einen "Bürgerwald" zu organisieren. Bisher hätten die Bürger nur alle vier Jahre über den Wahlzettel Einfluss. "Wahlen werden ganz selten von der Forstpolitik bestimmt, sondern von anderen Fragestellungen", sagte der Forstwirt. Sein Ziel sei es gewesen, private Großinvestoren vom staatlichen Wald fernzuhalten. So sei er auf die Idee einer "Bürgerwald-AG" gekommen. Einige Kommunen beschäftigten sich mit diesem Gedanken, sagte Bode. Wenn sich die Haushaltslage der Bundesländer weiter verschlechtere, dann werde man sich andere Organisationsformen für die Forstverwaltungen überlegen müssen.

Bode hat inzwischen in Mecklenburg-Vorpommern eine "Dauerwald-Stiftung" gegründet. Dort besitze er mit einem Freund zusammen hundert Hektar Wald und wolle weitere Wälder einbringen. "Wir hoffen natürlich, dass wir ein so gutes öffentliches Standing bekommen, dass uns auch weitere Waldeigentümer ihren Wald anvertrauen", sagte er.         

Was ist ein Dauerwald? Was würde es bedeuten, wenn Bürger Waldaktien kaufen könnten? Welche Konflikte über diese Idee gibt es mit anderen Naturschützern?

Darüber spricht Matthias Hanselmann mit Wilhelm Bode am Freitag, 5.9. von 9:07 bis 10:00 Uhr in der Sendung Im Gespräch im Deutschlandradio Kultur.

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