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Fazit / Archiv | Beitrag vom 03.10.2017

Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper Misslungener Auftakt mit Goethe und Schumann

Jürgen Liebing im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Mann Joachim Sauer werden am 03.10.2017 bei festlichen Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper Unter den Linden in Berlin von den Intendanten Matthias Schulz (l) und Jürgen Flimm (2.vl) begrüßt. Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa | Verwendung weltweit (dpa)
Die Wiedereröffnung der Staatsoper fiel zwar staatstragend aus, aber für den Opernkritiker Jürgen Liebing musikalisch enttäuschend. (dpa)

Nach der feierlichen Eröffnung der Berliner Staatsoper zeigt sich unser Opernkritiker Jürgen Liebing mit dem Auftakt wenig zufrieden. Er erlebte eine zähe Festaufführung, bei der bereits nach der Pause viele Stuhlreihen leer blieben.

Nach sieben Jahren wurde am Dienstagabend die Berliner Staatsoper Unter den Linden wiedereröffnet. Zahlreiche Prominente kamen in das komplett sanierte Opernhaus, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel. Sie erlebten die Premiere von Robert Schumanns "Szenen aus Goethes Faust" in einer Inszenierung von Intendant Jürgen Flimm und unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim.

Eher ein Oratorium

"Goethe macht sich immer gut für staatstragende Ereignisse", sagte Opernkritiker Jürgen Liebing im Deutschlandfunk Kultur live aus der Staatsoper. Die Inszenierung habe mal wieder gezeigt, dass Schumann nun mal kein Opernkomponist gewesen sei. Die Szenen aus Goethes Faust seien eher ein Oratorium. Der Regisseur Jürgen Flimm habe versucht, dazwischen Goethe im Original sprechen zu lassen. "Das klingt oft irgendwie betulich, das klingt altbacken und ist nicht wirklich überzeugend, sondern streckt diesen Abend und man weiß nicht recht, was das eigentlich soll", urteilte Liebing. Auch Markus Lüpertz sei ein Maler und eben kein Bühnenbildner, zeigte sich der Kritiker auch von der Gestaltung der Bühne wenig beeindruckt.

Blick in die Staatsoper Unter den Linden in Berlin (imago / Future Image)Blick in den Zuschauerraum der Staatsoper Unter den Linden in Berlin (imago / Future Image)

Eng und heiß im Zuschauerraum

"Manches ist wie früher", sagte Liebing über den Zuschauerraum nach der Sanierung des Hauses für mehr als 400 Millionen Euro. So sei es weiter heiß und eng in der Staatsoper, auch wenn die Zuschauerreihen jetzt zwei Zentimeter breiter seien. "Aber der Raum hat schon eine neue Atmosphäre und man kann wirklich sagen, dass die Akustik besser ist."  

Insgesamt sei es kein gelungener Auftakt für die Staatsoper gewesen, die ihre Türen nun wieder zwei Monate schließt, um einige technische Arbeiten noch zu beenden. "Und dann hoffen wir, dass im Dezember, wenn der Geburtstag, der 245. gefeiert wird, dass es dann besser wird", sagte Liebing.       

"Wie klingt die Staatsoper?" ein Bericht von Uwe Friedrich
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