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Konzert / Archiv | Beitrag vom 11.06.2013

Wiederentdeckter Braunfels

Große Messe mit Berliner Chören

Walter Braunfels (DSO Berlin)
Walter Braunfels (DSO Berlin)

Braunfels' Werke, in den zwanziger Jahren noch hoch gefeiert, wurden in den Nazijahren wegen ihrer jüdischen Herkunft mit Aufführungsverbot belegt. Auch nach Kriegsende blieben sie vergessen und bis vor wenigen Jahren aus den Konzertsälen verbannt.

Der Philharmonische Chor Berlin will diese faszinierende Tonkunst wieder einem größeren Publikum nahebringen und zeigen, mit welch beeindruckender Professionalität der junge Braunfels die von ihm entwickelten mächtigen Klangmassen in eine transparente, geradezu umwerfende Dynamik zu versetzen versteht.

Gemeinsam mit der Berliner Singakademie, den Knaben des Staats- und Domchors Berlin, dem Konzerthausorchester Berlin und einem hochkarätigen Solistenquartett unter der Leitung von Jörg-Peter Weigle brachte der Philharmonische Chor Berlin die Große Messe g-Moll op. 37 von Walter Braunfels am 1. Mai 2013 im Großen Saal der Philharmonie zur zweiten (nach 1927) Berliner Aufführung.

Das 1927 in Köln uraufgeführte Werk war bislang nie in Berlin erklungen. Begeistert von der Musik, schnürte der Philharmonische Chor Berlin rund um das Konzert zwei weitere Walter Braunfels gewidmete Veranstaltungen: Zum einen veranlasste er die von Prof. D. Schmidt konzipierte Vorlesungsreihe "Deutsch-jüdische Kultur und die Musik" im Sommersemester an der Universität der Künste Berlin, die wichtige jüdische Impulsgeber in der Musik thematisiert. Ebenfalls von Mitte April an bis Ende Oktober wird die Ausstellung "Walter Braunfels Wiederentdeckt" in der Universitätsbibliothek der UdK über Leben und Werk von Walter Braunfels informieren.

Der Komponist Walter Braunfels, an dessen Wiederentdeckung sich u. a. die Deutsche Oper sowie Deutschlandradio Kultur beteiligen, steht in der Tradition der deutsch-jüdischen Musiksymbiose, zu der auch der von Siegfried Ochs gegründete Philharmonische Chor Berlin gehört. Deutschlandradio Kultur hat das Konzert am 1. Mai aufgezeichnet und strahlt es am 11. Juni aus und verleiht ihm damit die Bedeutung, von der wir mehr als überzeugt sind.

Das Braunfels-Paket (Ausstellung – Vorlesungsreihe – Konzert) entspricht nicht nur dem Selbstverständnis des Philharmonischen Chores Berlin, sondern dürfte vor allem weit hinaus in die Stadt abstrahlen und ist ein bedeutendes Element des Berliner Themenjahres "Zerstörte Vielfalt. 1933-1938-1945".

Programmheft zum Konzert 01.05.2013


Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 01.05.2013

Walter Braunfels
Große Messe g-Moll op. 37

Simone Schneider, Sopran
Gerhild Romberger, Alt
Christian Elsner,Tenor
Robert Holl, Bass
Philharmonischer Chor Berlin
Berliner Singakademie
Knaben des Staats- und Domchors Berlin
Konzerthausorchester Berlin
Leitung: Jörg-Peter Weigle

Moderation: Haino Rindler und Jörg-Peter Weigle

nach Konzertende ca. 21:50 Uhr Nachrichten

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Programmheft Konzert 01.05.2013

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