Das Feature, vom 24.03.2020, 19:15 Uhr

Wie die Lynchjustiz an Afroamerikanern bis heute nachwirktTerror in den Südstaaten

Von Thomas Reintjes

Thomas Miles wurde 1912 in Louisiana brutal gelyncht, weil er mit einer weißen Frau geflirtet haben soll. Er ist einer von mehr als 4000 Afroamerikanern, die zwischen 1877 und 1950 vor allem in den Südstaaten der USA ein Opfer der Lynchjustiz wurden.

Zwei Menschen wurden gehängt, umringt von vielen Menschen. (imago)
Zwei Afroamerikaner werden um 1930 von einer Menge in Indiana gelyncht. (imago)

Teilweise wurden Lynchings in der Zeitung angekündigt, und Sonderzüge eingesetzt, damit möglichst viele das Spektakel verfolgen konnten. Opfer wurden aus Arrestzellen geholt, während Polizei und Justiz zusahen. Die Täter gingen straffrei aus.

Die Familie von Thomas Miles floh wie viele Hunderttausende vor dem Terror aus den Südstaaten. Sie wurde damit Teil der Great Migration, der größten Völkerwanderung innerhalb eines Staates.

Die Opfer der Lynchjustiz haben bisher wenig Anerkennung oder Wiedergutmachung erfahren. In Alabama eröffnete die Equal Justice Initiative 2018 eine Gedenkstätte, in der auch Thomas Miles gedacht wird.

Terror in den Südstaaten
Wie die Lynchjustiz an Afroamerikanern bis heute nachwirkt
Von Thomas Reintjes

Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Dlf 2018

Thomas Reintjes ist freier Journalist, Radio- und Podcast-Produzent. Seine Sendungen über Themen aus Gesellschaft und Wissenschaft wurden vielfach ausgezeichnet. Thomas Reintjes lebt seit 2013 in den USA.

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