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Kulturnachrichten

Freitag, 11. Dezember 2015

Wichtigster russischer Buchpreis geht an Gusel Jachina

Jury würdigt ihr Romandebüt "Suleika öffnet die Augen"

Die tatarische Schriftstellerin Gusel Jachina ist für ihr Romandebüt "Suleika öffnet die Augen" mit dem wichtigsten russischen Buchpreis ausgezeichnet worden. Sie erhielt in Moskau den mit drei Millionen Rubel (42.800 Euro) dotierten Hauptpreis des Wettbewerbs "Bolschaja Kniga" (Großes Buch). Jachinas Roman erzählt vom Schicksal einer tatarischen Bäuerin in der sibirischen Verbannung. Die Autorin aus Kasan hatte ihr Werk im Herbst bereits auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Der zweite Preis (1,5 Millionen Rubel) ging an Waleri Solotuchi für den Roman "Swetschka" (Die Kerze). Den dritten Preis (eine Million Rubel) erhielt Roman Sentschin für "Sona Satoplenija" (Die Überflutungszone). Die Publikumspreise des Wettbewerbs gingen ebenfalls an Jachina und Solotuchi. 2014 hatte die jetzige Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch aus Weißrussland für "Secondhand-Zeit" einen Publikumspreis erhalten.

Unbekannter bringt Kunst aus Lübecker Museum an Häuserwände

Bisher tauchten sechs Figuren aus Gemälden des Lübecker Behnhauses auf

Seit rund zwei Wochen tauchen an Hauswänden in der Lübecker Altstadt Kopien von Figuren aus Gemälden verschiedener Epochen auf. Der oder die Urheber der sogenannten "Outings" sind unbekannt. Die Originale, aus denen die Motive entlehnt sind, hängen alle im Lübecker Museum Behnhaus. Dieses hat daher heute eine Führung zu den Originalen und dazugehörigen Orten in der Stadt angeboten. Hinter dem anonymen Projekt stecke vermutlich die Idee, Kunstwerke aus dem Museum in die Stadt zu holen, sagte der Leiter des Museums, Alexander Bastek. Die Idee gehe wohl auf den französischen Künstler Julien de Casabianca zurück, der vor rund einem Jahr Gemäldekopien an Hauswände klebte und die Menschen zur Nachahmung aufforderte.

Bund und Länder fördern neue Kultur-Initiative

2016 startet jährliche Aktionswoche "Kultur öffnet Welten"

Bund, Länder und Kommunen fördern künftig gemeinsam eine bundesweite Initiative "Kultur öffnet Welten". "Ein offener Zugang zur Kultur ist sowohl für die persönliche Entwicklung jedes einzelnen als auch für unser Gemeinwesen insgesamt von grundlegender Bedeutung", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute bei der Bekanntgabe der Förderung. Geplant ist eine bundesweite jährliche Aktionswoche von Künstlern und Kultureinrichtungen. Ziel sei es, ein kulturelles Angebot in der Region zu schaffen, dass alle Altersgruppen, alle sozialen Umfelder und Menschen mit und ohne Migrationshintergrund anspreche. Die erste Aktionswoche läuft vom 21. bis 29. Mai 2016. Auftakt ist der Welttag der kulturellen Vielfalt. Die zentrale Eröffnungsveranstaltung findet am 21. Mai im Deutschen Historischen Museum in Berlin statt. Beteiligen können sich Kultureinrichtungen sowie Künstler, die sich durch ihr Programm zu den Zielen der Unesco-Konvention für kulturelle Vielfalt bekennen und deren Vorhaben einen Bezug zur kulturellen Vielfalt aufweist.

Götz Aly kritisiert Berichterstattung über Mark Zuckerberg

Kritik an Facebook-Chef sei antisemitisch

Der Historiker Götz Aly hat in seiner Kolumne für die Berliner Zeitung am Dienstag den Vorwurf erhoben, diverse Artikel über die Millionen-Spende Mark Zuckerbergs seien antisemitisch. Die Häme und Kritik an dem Facebook-Chef in der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen und auf Spiegel Online gründeten allein darin, dass Zuckerberg Jude sei. Weil der Antisemitismus-Vorwurf seinen Medien-Redakteur betrifft, reagierte Feuilletonchef Jürgen Kaube mit einem offenen Brief in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: er weist die Vorwürfe als haltlos zurück und schreibt, Aly selbst sei derjenige, der Zuckerberg erst zum Juden mache.

Twitter erstmals zu Geldstrafe in der Türkei verurteilt

Der Vorwurf lautet auf "Verherrlichung des Terrorismus"

Der Kurzbotschaftendienst Twitter ist in der Türkei erstmals zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die türkische Aufsichtsbehörde für das Internet (BTK) verhängte heute eine Strafe von umgerechnet rund 47.000 Euro, weil der Dienst der Aufforderung nicht nachgekommen sei, Inhalte zur "Verherrlichung des Terrorismus" zu löschen. In ihnen sei es darum gegangen, die türkischen "Sicherheitskräfte" anzugreifen, erklärte die BTK nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Nähere Einzelheiten zu den Inhalten wurden nicht genannt. Die islamisch-konservative Regierung in der Türkei sieht vor allem die Rebellen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) als "Terroristen" an, aber auch Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Nach Angaben von Twitter war die Türkei in der ersten Jahreshälfte 2015 mit Abstand das Land, das am häufigsten die Löschung von Inhalten forderte: Von weltweit 442 derartigen Gerichtsanordnungen kamen demnach 408 aus der Türkei. Schon mehrfach wurde der Zugang zu Twitter in der Türkei sogar ganz gesperrt.

Erste Wettbewerbsfilme zur Berlinale 2016 stehen fest

Deutsche Produktion "Jeder stirbt für sich allein" im Rennen um Goldenen Bären

Die ersten Filme für den Wettbewerb der 66. Internationalen Filmfestspiele in Berlin stehen fest. Wie die Festspielleitung heute bekanntgab, gehören dazu bislang fünf Produktionen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und den USA. In den Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären geht unter anderem die deutsche Produktion "Jeder stirbt für sich allein" von Vincent Perez. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada über den Widerstand eines Paares gegen das NS-Regime. Hinzu kommen "Genius", eine Geschichte aus dem Verlegermilieu mit Colin Firth, Jude Law und Nicole Kidman sowie das Science-Fiction-Drama "Midnight Special" von Jeff Nichols mit Michael Shannon und Kirsten Dunst. Die Berlinale findet vom 11. bis 21. Februar 2016 statt und wird mit dem Beitrag "Hail, Caesar!" von Joel und Ethan Coen eröffnet.

Salman Rushdie erhält diesjährigen Mailer Prize

Amerikanischer Literaturpreis würdigt sein literarisches Lebenswerk

Der Autor Salman Rushdie ist mit dem diesjährigen Mailer Prize ausgezeichnet worden. Der Literaturpreis, der das Lebenswerk von Schriftstellern würdigt, wurde dem 68-Jährigen gestern Abend bei einer Zeremonie im New Yorker Stadtteil Brooklyn verliehen. Bekannt wurde Rushdie vor allem durch seine Romane "Mitternachtskinder" und "Die Satanischen Verse". Für letzteren Roman, der vom Leben des Propheten Mohammed inspiriert war, forderte der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini den Tod Rushdies. Rushdie und der Namensgeber des Preises, der Schriftsteller Norman Mailer, waren beide Präsidenten des US-Ablegers der Literatur- und Menschenrechtsorganisation PEN. In seiner Dankesrede würdigte Rushdie den 2007 verstorbenen Mailer: Es sei großartig, hier in Norman Mailers Schatten zu stehen, sagte er.

"Flüchtlinge" ist das Wort des Jahres

Jury wählte aus 2500 Vorschlägen

"Flüchtlinge" ist das Wort des Jahres 2015. Dies gab die Gesellschaft für deutsche Sprache heute in Wiesbaden bekannt. Sie kürt seit 1977 regelmäßig Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. 2014 hatte die Jury "Lichtgrenze" in Anspielung auf die Lichtinstallation bei den Berliner Feiern zu 25 Jahren Mauerfall zum Wort des Jahres gewählt.

Pierre Bergé versteigert seine Bibliothek

Sammlung enthält rund 1.600 Werke

Der Kunstmäzen und Lebensgefährte des verstorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent trennt sich von seiner persönlichen Bibliothek. Die Sammlung enthält rund 1.600 Bücher, Manuskripte und Partituren aus den letzten sechs Jahrhunderten. Sie soll bis 2017 in sechs thematisch geordneten Auktionen vom eigenen Auktionshaus Pierre Bergé & Associés und in Zusammenarbeit mit Sotheby's aufgelöst werden. Heute wird im Pariser Drouot der erste Teil der Bibliothek versteigert, der eine große Auswahl literarischer Werke beinhaltet: von der Erstausgabe der "Bekenntnisse des heiligen Augustinus" aus dem 15. Jahrhundet bis hin zu William Burroughs’"Scrap Book 3" aus dem Jahr 1979. Nach dem Tod Yves Saint Laurents versteigerte Bergé 2009 bereits seine und Saint Laurents gemeinsame Kunstsammlung für 373,9 Millionen Euro.

Länder wollen Grütters' Kulturschutzgesetz verschärfen

Bundesrat veröffentlicht Empfehlungen zur Gesetzesänderung

Die Länder wollen das umstrittene Gesetz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum Schutz von Kulturgütern verschärfen. In einer Empfehlung zur Bundesratssitzung am 18. Dezember schlagen der Kultur- und der Rechtsausschuss gemeinsam vor, eine ganze Reihe zentraler Vorschriften anders zu fassen. Für Aufsehen dürfte vor allem der Vorschlag sorgen, nach dem deutlich mehr Kunstwerke als bisher geplant als national wertvolles Kulturgut eingestuft und mit einem Ausfuhrverbot belegt werden könnten. Schon die bisherige Regelung hatte bei Sammlern und Kunsthändlern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Empfehlungen, auf der Internetseite des Bundesrat veröffentlicht, werden am 18. Dezember in der Länderkammer beraten. Im kommenden Jahr wird sich dann der Bundestag in zwei Lesungen und einer Anhörung abschließend mit dem Gesetzesvorhaben befassen.

Inhaftierter Blogger Badawi in den Hungerstreik getreten

Sarachow-Preis soll Druck auf Regierung erhöhen

Wenige Tage vor seiner Auszeichnung mit dem Sacharow-Preis ist der saudi-arabische Blogger Raif Badawi in den Hungerstreik getreten. Das teilte seine Ehefrau Ensaf Haidar mit. Badawi sei in ein anderes Gefängnis verlegt worden und befinde sich bereits seit Dienstag im Hungerstreik, schreibt sie auf Twitter. Im Mai 2014 hatte ein Strafgericht den Blogger zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe, einer Geldstrafe sowie 1.000 Peitschenhieben verurteilt. Laut Anklage soll Badawi auf seiner Website "Saudi-Arabische Liberale" Beiträge veröffentlicht haben, die "den Islam beleidigten". Aufgrund von Verletzungen nach den ersten Hieben im Januar wurde die Strafe bislang ausgesetzt, aber nicht aufgehoben. Am kommenden Mittwoch erhält Badawi den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit, der jährlich vom Parlament der Europäischen Union vergeben wird. Bei der Bekanntgabe im Oktober hatte das Parlament die Freilassung des Bloggers gefordert. Der Preis solle den Druck auf die saudi-arabische Regierung erhöhen, hieß es.

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