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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. November 2020

Whisky in Öl: Churchill-Gemälde wird versteigert

Schottischer Whisky mit Sodawasser gab es bei Winston Churchill zum Frühstück, seinem Lieblingsgetränk widmete er sich auch künstlerisch: Ein Whiskey-Gemälde des ehemaligen britischen Premierministers wird in einer Online-Auktion versteigert. Das Stillleben könnte nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's bis zu 280.000 Euro erzielen. "Jug with Bottles" aus den 1930er-Jahren zeigt eine Flasche des "Johnnie Walker Black Label"-Whiskys neben einer Flasche Brandy mit einem Henkelkrug und Gläsern. Churchill regierte Großbritannien während des zweiten Weltkriegs und war ein ambitionierter Amateurmaler. Die künstlerische Güte von Churchills Amateurmalereien ist umstritten, hohe Preise erzielen die Bilder dennoch.

Dalis "Klagemauer" wird versteigert

Ein Gemälde der Klagemauer des spanischen Malers Salvador Dali soll am 19. November versteigert werden. Das Werk könnte nach Angaben des US-Auktionshauses Heritage Auctions bis zu umgerechnet 675.000 Euro erzielen, berichtet die Zeitung "Jerusalem Post". Ein Teil des Verkaufserlöses soll der "Football World Heritage of Unesco" zugutekommen, die sich für die Aufnahme der Fußballkultur als Welterbe der Menschheit für Frieden einsetzt. Das Gemälde von 1975 zeigt eine Ansicht von fünf betenden Menschen an der Klagemauer. Ins Mauerwerk hat der Künstler die hebräischen Worte "Baruch HaSchem" (gepriesen sei Gott) eingearbeitet.

Schwedischer Schauspieler Sven Wollter gestorben

Der schwedische Schauspieler Sven Wollter ist tot. Er starb am Dienstag, umgeben von seinen engsten Angehörigen, im Alter von 86 Jahren, wie seine Tochter Stina Wollter am Abend auf Instagram mitteilte. Der in Göteborg geborene Darsteller, den deutsche Krimi-Freunde vor allem als Kommissar Van Veeteren aus mehreren Verfilmungen der Romane des Schriftstellers Håkan Nesser kannten, war zuletzt nach einer Stockholm-Reise an Covid-19 erkrankt.

Ungarn: Theater-Studenten beenden Besetzung

Die Studenten und Lehrer der Budapester Universität für Theater- und Filmkunst (SZFE) beenden wegen eines bevorstehenden Corona-Lockdowns ihre Besetzung der Hochschulgebäude. Die Einhaltung der staatlichen Pandemie-Maßnahmen sei staatsbürgerliche Pflicht, sagte eine Studentenvertreterin vor der Presse. Mit der Besetzung ihrer Universität protestieren Studenten und Lehrkräfte seit Anfang September gegen den Entzug der Autonomie durch die Regierung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Ein mit regierungsloyalen Vertretern beschicktes, neues Kuratorium hatte die Leitungsbefugnisse des gewählten Senats übernommen. Studenten und Lehrkräfte nahmen dies nicht hin, besetzten die Gebäude der Universität und richteten einen alternativen Lehrbetrieb.

Festnahme türkischer Journalisten unrechtmäßig

Mehrere Journalisten und Mitarbeiter der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" sind nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte lediglich auf Grundlage von Spekulationen festgenommen worden. Die vorliegenden Fakten gegen die acht hätten keinen begründeten Verdacht zugelassen, hieß es in dem veröffentlichten Urteil. Die Festnahme und fortlaufende Inhaftierung vor dem Prozess hätten demnach das Recht auf Freiheit und auf freie Meinungsäußerung verletzt. Die Türkei soll den acht Klagenden in dem Fall je 16 000 Euro zahlen. In einem international aufmerksam verfolgten Prozess waren im April 2018 in der Türkei insgesamt 13 Ex-Mitarbeiter der "Cumhuriyet" zu Strafen zwischen zweieinhalb und zehn Jahren Haft wegen Terrorvorwürfen verurteilt worden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat.

Britisches Wörterbuch: "Lockdown" ist Wort des Jahres

Das britische Collins-Wörterbuch hat den Begriff "Lockdown" zum Wort des Jahres 2020 erklärt. Es fasse die geteilte Erfahrung von Milliarden Menschen zusammen, die ihren Alltag einschränken müssten, um das Coronavirus einzudämmen, sagte die Sprachexpertin des Collins-Wörterbuchs, Helen Newstead, in Glasgow. Mit dem Wort würden umgangssprachlich die Beschränkungen von Reisen, sozialen Kontakten und öffentlichen Orten beschrieben, hieß es in der Erklärung des Verlags. In Deutschland kürt jedes Jahr gegen Ende des Jahres die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden ein "Wort des Jahres".

Katholische Universität für Rekrutierung ausgezeichnet

Hohe Auszeichnung für die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU): Die Hochschule bekommt den mit 125.000 Euro dotierten Henriette Herz-Preis der in Bonn ansässigen Alexander von Humboldt Stiftung. Gewürdigt wird damit ein innovatives Konzept zur Rekrutierung von internationalen Nachwuchswissenschaftlern, wie die KU mitteilte. Die KU habe sukzessive ihre Angebote zur Internationalisierung und Nachwuchsförderung ausgebaut, hieß es. So habe man ein "Welcome Center" eingerichtet, das individuell auf die Bedürfnisse von Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern eingehe. Neben der KU wurden den Angaben zufolge auch die Universitäten in Bochum, Bonn, Erlangen-Nürnberg, Konstanz, Potsdam und Stuttgart sowie die Technische Universität Dresden ausgezeichnet.

Singapur öffnet Clubs auf Probe - mit Test und Maske

In Singapur können die Menschen bald wieder in Clubs tanzen gehen: Im Dezember sollen in dem südostasiatischen Stadtstaat erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder 25 Clubs und Karaoke-Bars öffnen - allerdings zunächst nur probeweise. Zudem müssen Besucher einen negativen Corona-Test vorweisen und im Inneren eine Maske tragen. Das teilte die Singapore Nightlife Business Association (SNBA) mit. Auch darf nach 22.30 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Es werde noch eine Weile dauern, bis die Lokale wieder ohne Einschränkungen öffnen dürften, so die Regierung. Mittlerweile stecken sich in dem Stadtstaat täglich weniger als zehn Menschen an.

Europäischer Filmpreis: Zwei deutsche Nominierungen

Für den Europäischen Filmpreis sind zwei Filme aus Deutschland im Rennen. Das Liebesdrama "Undine" von Christian Petzold und die Literaturverfilmung "Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani wurden für die Katagorie "Bester Film" nominiert, wie die Europäische Filmakademie bekanntgab. Die Schauspielerinnen Paula Beer ("Undine") und Nina Hoss ("Schwesterlein") sind als beste Darstellerin vorgeschlagen. "Berlin Alexanderplatz" hat außerdem Chancen auf den Drehbuchpreis. Insgesamt sind sechs Produktionen für den "Besten Film" vorgeschlagen: Neben den beiden Filmen deutscher Regisseure sind es "Another Round" von Thomas Vinterberg, "Corpus Christi" von Jan Komasa, ´"Martin Eden" von Pietro Marcello und "The Painted Bird" von Václav Marhoul. Die Preisträger werden vom 8. bis 12. Dezember digital bekanntgegeben.

Kabul: Abriss von historischem Kino empört Filmwelt

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat der Abriss eines historischen Kinos scharfe Kritik ausgelöst. Filmschaffende waren empört über die Entscheidung der Stadtverwaltung. Die Filmemacherin Sahra Karimi hatte das Gelände zeitweise besetzt und mit einem Hungerstreik protestiert, wurde aber von Polizisten abgeführt. Afghanistans Vizepräsident Amrullah Saleh begründete den Abriss auf seiner Facebookseite damit, dass das "Cinema Park" baufällig gewesen sei. Die Stadtverwaltung erklärte, bereits Pläne für ein neues Kulturzentrum zu haben. Am Wochenende hatten die Abrissarbeiten an dem über 60 Jahre alten Kino begonnen. Nur wenige Lichtspielhäuser zeigen überhaupt noch Filme in der Metropole mit mehr als vier Millionen Einwohnern.

"Rolling Stone" gibt koreanische Version heraus

Den "Rolling Stone" wird es demnächst auch auf koreanisch geben. Das war auf der Webseite der US-Musikzeitschrift zu lesen. Alle zwei Monate soll demnach eine gedruckte koreanische Ausgabe des Musikmagazins sowie Inhalte im digitalen Format und Videos erscheinen. Grund sei die internationale Popularität und der Erfolg des südkoreanischen Pop, kurz K-Pop. Bekanntester Vertreter ist die Boygroup BTS, die am Sonntag die meisten Preise bei den MTV Europe Music Awards abräumte. "Rolling Stone Korea" ist dann die zwölfte internationale Ausgabe des Magazins. Auch in Deutsch gibt es eine Version.

Epidemie-Schutzgesetz: Kulturrat will Nachbesserung

Eine Woche vor den endgültigen Beratungen des Deutschen Bundestags zur Novelle des Epidemie-Schutzgesetzes fordert der Deutsche Kulturrat eine Nachbesserung. Es geht um das geplante Gesetz, das "Freizeit-, Kultur- und ähnliche Veranstaltungen" vor nicht dringend nötigen Schließungen bewahren soll. In dem Begründungstext sei dann aber nur noch von Freizeiteinrichtungen die Rede. Damit werde der Text laut Kulturrat den Theatern, Museen, Bibliotheken und Konzerthäuser nicht gerecht. Sie seien mehr als reine Vergnügungsorte, die Kunst sei von der Verfassung geschützt.

Österreichischer Buchpreis geht an Xaver Bayer

Der österreichische Buchpreis geht in diesem Jahr an Xaver Bayer. Das teilte der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) mit. Der Autor wurde für „Geschichten mit Marianne“ ausgezeichnet. In der Begründung lobte die Jury, Bayer schaffe es, mit seinen harmlos beginnenden Geschichten die Angsträume unserer Zeit auszuloten. Dabei setze er souverän unterschiedliche Genres wie Horror und Fantasy ein. Neben Bayer wurde auch Leander Fischer für seinen Debütroman "Die Forelle" ausgezeichnet. Der Österreichische Buchpreis ist mit 20.000 Euro dotiert, die vier weiteren Titel der Shortlist mit jeweils 2.500 Euro.

Erneut Journalist in Mexiko ermordet

In Mexiko ist erneut ein Journalist ermordet worden. Bei dem Opfer handelt es sich um den Reporter Israel Vazquez Rangel, der für das Portal El Salmantino arbeitete. Laut örtlichen Medienberichten wurde der Journalist von Nachbarn zu einem Tatort in Salamanca, Guanajuato gerufen, wo sich Leichenteile in einer Tüte befunden haben sollen. Als Vazquez Rangel vom Tatort mit seinem Handy berichten wollte, wurde er von zwei Unbekannten angegriffen und viermal in den Rücken geschossen. Das Portal El Salmantino verurteilte in einer ersten Reaktion die Tat als feigen Mordanschlag und forderte die Aufklärung der Tat. Mit zehn toten Reportern allein in diesem Jahr gilt Mexiko gilt als eines der gefährlichsten Länder weltweit für Journalisten.

Verlegerin Anneliese Friedmann ist gestorben

Die Fernsehserie "Kir Royal" setzte ihr ein satirisches Denkmal: Mit Friederike von Unruh als Grand Dame der Münchner Zeitungslandschaft. Nun ist Anneliese Friedmann, ehemalige Gesellschafterin des "Süddeutschen Verlags" und Herausgeberin der "Abendzeitung" im Alter von 93 Jahren gestorben. Sie war nicht nur journalistisch, sondern auch sozial und kulturell engagiert und hatte nach dem Tod ihres Mannes Werner Friedmann eine Stiftung für notleidende Kulturschaffende gegründet. Gegen Ruth-Maria Kubitscheks Figur an der Seite von Baby Schimmerlos hatte Anneliese Friedmann nie etwas einzuwenden.

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