Feature, vom 27.09.2014, 18:05 Uhr

What makes them kill?

Von der Sozialisation des Tötens
Von Nora Bauer

Es ist ein gängiges Klischee, dass bewaffnete Gruppen willige Vollstrecker ihres Kampfauftrags sind: Analysen zeigen, dass viele kampfunerprobte Rekruten im Angesicht des Gefechts den Gehorsam verweigern.

US-Soldaten untersuchen das Autowrack eines Selbstmordattentäters in der afghanischen Hauptstadt Kabul. (AFP / Shah Marai)
US-Soldaten in Kabul (AFP / Shah Marai)

Sie schießen nicht auf den Gegner, sondern in die Luft. Es gibt offenbar eine normale Hemmung, einen Mitmenschen zu töten. Das Pentagon setzt deshalb eine Waffe gegen die eigenen Soldaten ein: die Psychologie. Sozialisationsprozesse, in denen die Gruppe und die Verantwortung für den Nebenmann, den Buddy, die wichtigste Rolle spielen, machen in wenigen Wochen aus normalen jungen Männern tötungswillige Soldaten.

Beim Besuch im US-Truppencamp Hohenfels versucht die Autorin diesen Prozess nachzuvollziehen.

Regie: die Autorin
Mit: Volker Risch, Claudia Mischke u.a.
Ton: Karl-Heinz Stevens
Produktion:   Deutschlandradio Kultur 2013

Länge: 52'41

Nora Bauer, geboren 1960, lebt in Köln. Radioautorin und Regisseurin für zeitgenössische Oper. Zuletzt: "Brave New World oder Der Sturm. Eine Lange Nacht über William Shakespeare" (DLF 2014).

 

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