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Freitag, 26.04.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 17. April 2019

Notre Dame: Glocken läuten in ganz Frankreich

Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame haben am Mittwochabend die Kirchenglocken in ganz Frankreich geläutet. Die französische Bischofskonferenz hatte die Kathedralen im Land dazu aufgerufen. Die Glocken der Gotteshäuser läuteten um Punkt 18.50 Uhr - zu diesem Zeitpunkt wurde der Brand in dem weltberühmten Wahrzeichen am Montagabend entdeckt. Die Diözesen wollten so ihre Solidarität mit der Pariser Diözese zum Ausdruck bringen. Zahlreiche Menschen versammelten sich etwa vor der Pariser Kirche Sacré-Cœur im Touristenviertel Montmartre, der Kathedrale St. André in Bordeaux oder vor dem Straßburger Münster und hielten dort inne.

Beyoncé: Coachella-Konzert 2018 veröffentlicht

Sängerin Beyoncé veröffentlichte unerwartet ihren Headliner-Auftritt beim letztjährigen Coachella-Festival in Kalifornien. "Homecoming - The Live Album" begleitet als Audiomitschnitt von rund 40 Songs die gleichnamige Netflix-Dokumentation, die ab sofort zu sehen ist. Die Live-Stücke sollen über alle größeren Streaming-Plattformen erhältlich sein. Schon früher hatte die R&B-Sängerin ihre Musik unangekündigt herausgebracht - teilweise zunächst nur über Tidal, den Streamingdienst ihres Ehemannes, des Rappers Jay-Z.

"Time": Liste der 100 einflussreichsten Personen

Donald Trump, Michelle Obama, Taylor Swift, Tiger Woods und Greta Thunberg: Das Magazin "Time" hat die seiner Ansicht nach weltweit 100 einflussreichsten Prominenten und Würdenträger dieses Jahres benannt. Die Ehrung wurde in die Kategorien "Pioniere", "Künstler", "Anführer", "Ikonen" und "Titanen" unterteilt. Zu jedem der 100 einflussreichsten Personen veröffentlichte das "Time"-Magazine Gastbeiträge von Weggefährten oder Gleichgesinnten: Über Dwayne Johnson schrieb etwa Schauspielkollegin Gal Gadot, über Pelosi die frühere demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Popstar Beyoncé verfasste einige Zeilen über Ex-First-Lady Michelle Obama. Über den rechtspopulistischen Innenminister Italiens, Matteo Salvini, schrieb dagegen US-Präsident Donald Trumps Ex-Berater Steve Bannon.

Wettbewerb für Wiederaufbau von Notre Dame

Nach dem verhehrenden Brand des französischen Wahrzeichens, wird die französische Regierung einen internationalen Architektenwettbewerb für Notre Dame ausschreiben. Das kündigte Premierminister Edouard Philippe in Paris an. Der eingestürzte Vierungsturm solle den "Techniken und Herausforderungen unserer Zeit" gewachsen sein, sagte er nach einer Sitzung des Kabinetts. Koordinieren soll den Wiederaufbau der ehemalige Generalstabschef der französischen Streitkräfte, General Jean-Louis Georgelin. Präsident Emmanuel Macron hatte den Wiederaufbau als "große Herausforderung und historische Verantwortung" bezeichnet. Zu den Gesamtkosten gebe es noch keine Schätzungen. Bischof Patrick Chauvet erklärte unterdessen, die Kathedrale müsse sogar bis zu sechs Jahre lang geschlossen bleiben. Unterdessen wurde bekannt, dass die berühmte Hauptorgel der Kathedrale den Brand offenbar weitgehend unbeschadet überstanden hat.

Cannes: Goldene Ehrenpalme für Alain Delon

Der französische Schauspieler Alain Delon erhält beim diesjährigen Filmfestival von Cannes die goldene Ehrenpalme. Damit werde sein Platz in der Geschichte des Kinos gewürdigt, teilte die Festivalleitung am Mittwoch in Paris mit. In seiner Karriere drehte der 83-Jährige mehr als 80 Filme. In den 1960er- und 1970er-Jahren war Delon, der mit "Der eiskalte Engel" und "Der Leopard" weltberühmt wurde, ein großer Filmstar. Er galt als einer der schönsten Männer des französischen Kinos. Zu seinen bedeutendsten Erfolgen gehört auch "Der Swimmingpool" mit Romy Schneider, mit der er eine turbulente Beziehung hatte.Das Festival beginnt am 14. Mai an der Côte d'Azur.

Barenboims Zukunft entscheidet sich bis zum Sommer

Berlins Kultursenator Klaus Lederer denkt über den Posten des Generalmusikdirektors der Staatsoper Unter den Linden nach. "Ich führe derzeit viele Gespräche mit allen Beteiligten", sagte der Politiker der Linkspartei über die Daniel Barenboim. Unter Berücksichtigung der Vorwürfe gegen seinen Führungsstil, will Lederer bis zum Sommer über Amt und Person entscheiden. Die Ergebnisse der internen Untersuchung durch Staatsopernintendant Matthias Schulz lägen ihm noch nicht vor, so Lederer. Schulz und das Orchester stehen hinter dem 76-Jährigen, der im Jahr 2000 zum Chefdirigenten auf Lebenszeit ernannt worden war und dessen Vertrag als Generalmusikdirektor einen Laufzeit bis Ende 2022 hat. Barenboim hat die Vorwürfe von ehemaligen Orchestermitgliedern zurückgewiesen.

Serebrennikow in Moskau ausgezeichnet

Die Goldene Maske als bester Regisseur und einen weiteren Theaterpreis für sein Ballett über den Tänzer Rudolf Nurejew: Damit ist Kirill Serebrennikow in der russischen Hauptstadt ausgezeichnet worden. Vor einer guten Woche war der im August 2017 verhängte Hausarrest gegen den Regisseur abgemildert worden. Moskau verlassen darf er aber nicht. Der 49-Jährige bedankte sich für die Auszeichnungen mit dem Satz: "Ich hoffe, dass Sie mir diesen Preis verliehen haben, weil Ihnen das Stück wirklich gefallen hat".

Bauhaus-Meisterhaus in Dessau wiedereröffnet

Nach dreijährigen Bauarbeiten ist die Wohnstätte von Wassily Kandinsky und Paul Klee in Dessau wiedereröffnet worden. Das weiße Doppelhaus ist Teil des Meisterhaus-Ensembles von Walter Gropius, das seit 1996 zu den Unesco-Welterbestätten gehört. Die Kosten für die Erneuerung belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro, teilte die verantwortliche Medienagentur in Berlin mit. Dazu hieß es beim Festakt, dass mehr als 100 Farben und Oberflächen mit modernsten Methoden rekonstruiert worden. Ziel der Restauratoren und Wissenschaftler sei es gewesen, das Haus als Denkmal zu erhalten. Deshalb seien Teile der Originalausstattung nicht durch neue Möbelstücke ersetzt worden. Besucher könnten sich mit Hilfe von Filmen und Apps über die Geschichte des Hauses informieren.

Stephan Märki neuer Intendant in Cottbus

Einstimmig fiel die Wahl des Rats der Brandenburgischen Kulturstiftung aus: Stephan Märki wird neuer Chef des Cottbuser Staatstheaters. Ein Rückkehr in das Bundesland, dessen Hauptstadt Potsdam der heute 64-Jährige im Streit über das Hans-Otto-Theater 1997 verlassen hatte. Nach seiner Zeit als Generalintendant am Deutschen Nationaltheater und an der Staatskapelle in Weimar, würdigte die Vorsitzende Wahlgremiums, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD), Märki als "ausgewiesenen Fachmann mit langjähriger Erfahrung". Der Oberbürgermeister der Universitätsstadt Cottbus zeigte sich überzeugt, dass "ein wichtiges Stück Zukunft unseres kulturellen Leuchtturms" mit der Handschrift von Märki neu geregelt werde. Der Neubesetzung waren personelle Differenzen mit dem entlassenen Generalmusikdirektor Evan Christ vorausgegangen, auf die die Kündigung von Intendant Martin Schüler folgte. Märki ist seit 2014 Präsident des Schweizerischen Bühnenverbands.

Tebartz-van-Elsts Luxuswohnung jetzt Museum

Eine Ausstellung des Diözesanmuseums zur fast 200-jährigen Bistumsgeschichte: Sie füllt jetzt die Wohnung, die der ehemalige Bischof von Limburg Franz-Peter Tebartz-van Elst sich bauen ließ. Fünf Jahre nachdem er wegen der Baukosten seines Bischofssitzes in Höhe von 31 Millionen Euro zurücktrat, hatte das Bistum wieder mehr Geld in die Hand genommen als ursprünglich veranschlagt: Immerhin wurden 225.000 Euro ausgegeben, um die Räumlichkeiten - die Nachfolger Bischof Georg Bätzing nicht nutzen will - für Ausstellungen umzubauen. Neben dem Erdgeschoß soll das ehemalige Wohnzimmer vor allem für Sonderausstellungen genutzt werden. Auch die Privatkapelle Tebartz' ist nun über das Museum zugänglich. Das Untergeschoss mit dem kostspieligen Bad, das 2014 für große Aufregung sorgte, werde von dem Museum als nichtöffentlicher Lagerraum genutzt, teilte das Bistum Limburg mit.

Science-Fiction-Autor Gene Wolfe gestorben

Für seine schreibenden Kolleginnen und Kollegen ist er ein Vorbild: Gene Wolfe, 1931 in New York geboren und nun im Alter von 87 Jahren gestorben. Harlan Ellison bezeichnete ihn als "einen der Besten". Für Ursula K. Le Guin war er „unser Melville“. Dietmar Dath befindet in der FAZ, dass Wolfe im semantischen Zwielicht seine Rätsel fand, und so einer "der sehr wenigen Science-Fiction-Autoren" sei, auf deren Werk man zeigen kann. Auch wenn der US-Amerikaner mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde, war Gene Wolfe alles andere als berühmt. Zeit seines Lebens blieb seine Arbeit als Schrifsteller ein Hobby. In den Jahrzehnten verfasste Wolfe viele Kurzgeschichten und mehr als 30 Romane. Opus Magnum ist das vierbändige „Book of the New Sun“, das in den 1980er Jahren erschien. Wolfe starb bereits am vergangenen Sonntag.

Netflix bereitet sich auf Kundenrückgang vor

Der US-Streamingdienst Netflix hat seine Quartalszahlen vorgelegt. In den ersten drei Monaten vergrößerte sich die Kundschaft des US-Streamingdienstes weltweit um um knapp 10 Millionen. Netflix-Chef Reed Hastings prognostizierte bei der Präsentation aber für das laufende Quartal weniger neue Kunden. Das an der Konkurrenz liegen: Im November kommt Disney mit seinem eigenen Streamingangebot Disney+ auf den Markt, das mit einem Monatspreis von 6,99 Dollar zudem etwas günstiger ist als Netflix. Auch der US-Technologieriese Apple stellte kürzlich Pläne für seinen Streamingdienst Apple TV+ vor, der noch in diesem Jahr starten soll. Netflix als derzeitiger Marktführer verdiente in den ersten drei Monaten 2019 344 Millionen Dollar, ein Plus von fast 19 Prozent. Der Umsatz lag bei 4,52 Milliarden Dollar.

Joko Winterscheidt neuer Traumschiff-Passagier

Bevor am Sonntag Florian Silbereisen zum neuen Sascha Hehn wird, hat das ZDF den nächsten Prominenten auf das "Traumschiff" geholt: Entertainer Joko Winterscheidt wird eine Gastrolle übernehmen. Der 40-Jährige ex-Hipster ist aus Fernsehsendungen wie „Circus HalliGalli“ oder „Das Ding des Jahres“ bekannt.

Kooperationsprojekt will Palästinensererbe schützen

3.000 beschädigte Dokumente zur palästinensischen Geschichte und Kultur sollen konserviert und digitalisiert werden. Das Projekt "Konservierung für Digitalisierung" ist eine Zusammenarbeit des Palästinensischen Museums in Birzeit im Westjordanland mit der British Library in London sowie dem Wohlfahrtsverband England und Wales, wie das Museum mitteilte. Zwischen April und Dezember 2019 sollen demnach 3.000 Papierartefakte wie Briefe, Karten, Tagebücher und Fotografien aus privaten und öffentlichen Sammlungen durch Konservierungsmaßnahmen für die anschließende Digitalisierung vorbereitet werden. Als Teil des Projekts soll das erste auf die Konservierung von Papier spezialisierte Studio im Westjordanland eingerichtet werden.

Schweiz schenkt Liebermann-Villa Bild

Die Schweiz hat der Liebermann-Villa in Berlin das Gemälde "Große Seestraße am Wannsee" aus dem Jahr 1923 geschenkt. Das Bild des Impressionisten Max Liebermann sei "wirklich eine große Bereicherung", erklärte der Museumsdirektor Daniel Spanke. Es hängt nun in dem Haus am Wannsee an seinem Entstehungsort. Die Überprüfung der Herkunft habe keinen Hinweis auf einen Raubkunstverdacht gegeben. "Das war für uns natürlich ganz wichtig", so Spanke. Die Dauerleihgabe der Schweiz wurde in eine Schenkung umgewandelt. Das Land hatte das Bild 1948 erworben.

Tate Britain macht Platz für Frauenkünstler

Bei der angestrebten Gleichstellung von Männern und Frauen in der Kunst geht die Galerie Tate Britain in London neue Wege: Erstmals in ihrer Geschichte werden in der Ständigen Sammlung Bilder von männlichen Künstlern vorübergehend abgehängt. Stattdessen werden in der Sektion Zeitgenössische Kunst ausschließlich Werke von weiblichen Künstlern von 1960 bis heute gezeigt. Die Serie "Sixty Years" präsentiert Malerei, Skulptur, Video-und Installationskunst von Sarah Lucas bis Tomma Abts. Insgesamt werden in neun Räumen rund 60 Werke von 30 Künstlerinnen präsentiert. Die Laufzeit des Projekts ist für mindestens ein Jahr angesetzt. Der Eintritt zu der Ständigen Sammlung ist frei.

Frostenson schreibt Buch über Schwedische Akademie

Nach dem Skandal um die Vergabe-Institution des Literaturnobelpreises schreibt das ausgetretene Mitglied Katarina Frostenson ein Buch über die Schwedische Akademie. Das Werk mit dem Titel "K - Berättelsen" (deutsch: K - die Erzählung) wird am 23. Mai in den Handel kommen. Das teilt der schwedische Buchverlag Polaris mit. Frostenson will darin die Ereignisse bei der Akademie in der Zeit vom November 2017 bis zum Mai 2018 thematisieren. Das stellt in etwa den Zeitraum vom Beginn der internen Krise bei der Akademie bis zur Bekanntgabe der Absage des letztjährigen Literaturnobelpreises dar. Der Skandal bei der Akademie drehte sich um Frostenson und ihren Ehemann Jean-Claude Arnault. Dieser wurde Anfang Dezember von einem Berufungsgericht in Stockholm wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Wie bereits gegen das Urteil der Vorinstanz ging er dagegen in Berufung. Die Akademie wirft den beiden auch vor, die Literaturnobelpreisträger vorab ausgeplaudert und damit gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstoßen zu haben. Wegen des Streits gab es 2018 keinen Literaturnobelpreis.

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Fazit

Hamburger Kulturprojekt "African Terminal" am Ende
Menschen draußen im Park am Wasser, man man blickt auf die Landungsbrücken. (imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer)

Das Projekt „African Terminal“ bot Geflüchteten praktische Hilfe an und klärte über die koloniale Geschichte Hamburgs auf. Nun steht das Projekt vor dem Aus und die Enttäuschung der Macherinnen und Macher ist groß.Mehr

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