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Sonntag, 18.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 31. Mai 2018

Wertvolle Bücher im niederländischen Parlament entdeckt

Darunter die Erstausgabe von Adam Smith "Der Wohlstand der Nationen"

Bei einer Inventur sind in Lagerräumen des niederländischen Parlamentsarchivs in Den Haag wertvolle Bücher entdeckt worden. Dazu gehört eine Erstausgabe des 1776 erschienenen Buches "Der Wohlstand der Nationen" des schottischen Nationalökonomen Adam Smith. Der Sammlerwert liegt vermutlich bei etwa einer Viertelmillion Euro. Insgesamt geht es um rund 800 Regalmeter alte Bücher. 200 der wieder entdeckten Bücher seien in keiner anderen Bibliothek zu finden.

Seeed-Frontmann Demba Nabé gestorben

Vor einem Monat hatte Seeed eine Tour für den Herbst 2019 angekündigt

Der Berliner Musiker Demba Nabé, Frontmann der Gruppe Seeed, ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 46 Jahren, wie sein Anwalt Christian Schertz auf Anfrage bestätigte. Der "Tagesspiegel" hatte darüber zuerst berichtet. "Wir trauern um unseren Freund und Sänger Demba Nabé", hieß es auf der Seeed-Facebook-Seite. "Da die Nachricht von Dembas Tod die Band tief getroffen hat und sie Zeit und Ruhe für ihre Trauer benötigt, bitten wir aktuell von weiteren Anfragen Abstand zu nehmen", sagte Schertz. Demba Nabé alias Boundzound gehörte neben Peter Fox und Dellé zu den Frontmännern der elfköpfigen Berliner Band Seeed. Vor einem Monat hatte Seeed eine Tour für den Herbst 2019 angekündigt. Laut "Tagesspiegel" waren innerhalb von 30 Minuten etliche Konzerte ausverkauft, die Server der Ticket-Plattform seien wegen des Ansturms zeitweise zusammengebrochen.

Interimsdirektor will Cottbuser Theaterkrise beenden

René Serge Mund: "Wir sind ab sofort zukunftsorientiert."

Am krisengeschüttelten Staatstheater Cottbus will der neue Interims-Direktor René Serge Mund nun für ruhigere Zeiten sorgen. "Wir sind ab sofort zukunftsorientiert", sagte Mund am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms der neuen Spielzeit. Er habe "absolutes Vertrauen" in die künstlerischen Fähigkeiten der Sänger, Tänzer, Schauspieler und Musiker an Brandenburgs einzigem Staatstheater. "Die Strukturen sind intakt", betonte Mund. Zwischen Ensemble und Leitungspersonal hatten sich in den vergangenen Monaten tiefe Gräben aufgetan. Das Theater will sich von Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ trennen, nachdem es Vorwürfe aus dem Ensemble an seinem Führungsstil gegeben hatte. Er ist derzeit beurlaubt. Die Krise zog auch nach sich, dass Intendant Martin Schüler nach Ablauf der aktuellen Spielzeit gehen wird. Der Vorstandsvorsitzende der für den Theaterbetrieb zuständigen Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), Martin Roeder, erhielt eine fristlose Kündigung. Der Stiftungsrat mit der brandenburgischen Kulturministerin Martina Münch an der Spitze hatte sich um Mund als Zwischenlösung bemüht. Er war in Cottbus bereits zweimal als Geschäftsführender Direktor tätig und kennt das Theater gut.

John Malkovich spielt Harvey Weinstein auf der Bühne

"Bitter Wheat" feiert 2019 in London Premiere

Der Hollywoodstar John Malkovich wird in einem Theaterstück den einstigen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein spielen. Das sagte der US-Schauspieler in einem Interview des WDR-Kulturmagazins Westart. Malkovich wird die Rolle demnach im Theaterstück "Bitter Wheat" von David Mamet verkörpern, das im kommenden Jahr in London aufgeführt werden soll. "Das Theaterstück ist sehr lustig und sehr fies zugleich. Ich bin mir sicher, dass wir damit polarisieren werden", sagte Malkovich nach WDR-Angaben. Malkovich gilt als Spezialist für abgründige Charaktere. Weinstein (66) ist am Mittwoch von einer Grand Jury in New York angeklagt worden. Das Gremium wirft dem Filmproduzenten Vergewaltigung und erzwungenen Oralsex vor. Weinsteins Anwalt hat betont, sein Mandant sei unschuldig, er werde die Vorwürfe zurückweisen. Zahlreiche Frauen hatten Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Daraus entstand die Bewegung #MeToo.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität ist Geschichte

Universität Greifswald trennt sich von ihrem Nazi-Namen

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität heißt ab morgen nur noch Universität Greifswald, also so wie sie auch von 1456 bis 1933 hieß. Erst die Nazis haben ihr den völkischen Ideologen Ernst Moritz Arndt als Namenspatron verordnet. Der von Rügen stammende Dichter und Geschichtsprofessor hat sich vor allem einen Namen als Antisemit und nationalistischer Hassprediger gemacht. Auch in der Nachkriegsgeschichte der DDR saßen ehemalige NSDAP-Mitglieder weiter in den Institutionen bzw. sind dort einfach sitzen geblieben. So ist es kein Wunder, dass die Namensstreichung so lange gedauert hat. Alle Rektoren der Uni Greifwald von 1950 bis 1978 waren einst Mitglied der NSDAP. Erst kurz nach der Wende nahm der Kampf um die Namensstreichung durch Studierendeninitiativen Fahrt auf, unzählige Podiumsdiskussionen wurden organisiert und doch blieb alles beim Alten. Die Greifswalder Streichung bedeutet aber nicht, dass der Name nun allmählich ausstirbt. Etliche Schulen tragen den Namen Ernst Moritz Arndt weiter, selbst eine evangelische Kirche in Berlin-Zehlendorf heißt so. Warum dann nicht auch die geplante Parteistiftung der AfD, auf die sie wie jede im Bundestag vertretene Partei ein Anrecht hat, auf den Namen Ernst Moritz Arndt taufen?, fragt Benedikt Erenz in der ZEIT.

Neue Anti-Hate-Policy: Spotify rudert zurück

Ziel sei nie gewesen, einzelne Künstler zu bestrafen

Vor einigen Wochen kündigte der Online-Streaming-Dienst Spotify an, den Sänger R. Kelly sowie den Rapper XXXtentacion von seinen Playlisten zu entfernen. Dafür erntete das Unternehmen nicht nur Lob. So wurde verlangt, die neuen Regeln auf weitere Künstler, die des sexuellen Fehlverhaltens oder sexueller Gewalt beschuldigt werden, anzuwenden. Doch nun rudert das Unternehmen zurück. „Wir haben die Anti-Hate-Policy falsch umgesetzt und hätten einen viel besseren Job machen können", sagte Spotify-CEO Daniel Ed im Rahmen der Code-Conference in Kalifornien. Ziel sei eigentlich gewesen, sicherzustellen, dass Spotify keine Hate-Speech online zugänglich mache. „Es war nie das Ziel, einen einzelnen Künstler zu bestrafen oder auch nur zu benennen", so Ed weiter.

Disney Channel streicht "Roseanne" in Deutschland

Das gilt auch für die alten Folgen

Die Comedy-Serie "Roseanne" wird auch in Deutschland erst einmal nicht mehr im Fernsehen zu sehen sein. Nach den rassistischen Äußerungen von Protagonistin Roseanne Barr (65) über die frühere Beraterin von Ex-US-Präsident Barack Obama, Valerie Jarrett, hatte bereits der US-Sender ABC diese Woche entschieden, das Programm nicht weiter zu produzieren. "Analog zu dieser Entscheidung werden wir die neuen ,Roseanne'-Folgen auch nicht in Deutschland im Disney Channel ausstrahlen!", sagte eine Sender-Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage. Dies gelte auch für die alten Folgen, die ab sofort nicht mehr ausgestrahlt würden. Barr hatte per Twitter die Afro-Amerikanerin Jarrett als "Baby der Muslimbruderschaft und des Planeten der Affen" beleidigt. Danach löschte sie den Tweet und entschuldigte sich bei Jarrett und "allen Amerikanern".

Neues Zuhause für Gomringers Gedicht: "Avenidas"

Gomringer wird zur Feierstunde erwartet

Am Samstag wird im oberfränkischen Rehau eine Fassade enthüllt, an der das Gedicht «avenidas» von Eugen Gomringer angebracht ist. Ursprünglich war das Gedicht großflächig an der Fassade einer Berliner Hochschule angebracht, doch weil es aus Sicht der Studierenden sexistisch ist, wurde es entfernt. Rehau, der Wohnort Gomringers, zeigt nun das Gedicht an einer Hauswand. Gomringer wird zur Feierstunde erwartet.

Günter Grass-Haus erhält frühe Grass-Bilder

Die Werke galten lange als verschollen

Das Lübecker Günter Grass-Haus hat 33 Bilder aus den frühen Schaffensjahren von Günter Grass (1927-2015) angekauft. Zu den Werken zählen Aktstudien, Porträts alter Männer aus dem Düsseldorfer Caritas-Heim, Aquarelle von einer Autostopp-Reise nach Frankreich, Tuschezeichnungen und eine Heidelandschaft in Pastelltechnik. Mit dabei ist auch ein Druck des vermutlich einzigen Holzschnitts von Grass, der eine Frau im Profil zeigt. Die Werke, die lange als verschollen galten, konnten dank einer Spende erworben werden.

Verdienstorden für Holocaust-Überlebende

Lasker-Wallfisch bekommt Landesverdienstorden Nordrhein-Westfalens

Die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch (92), eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters in Auschwitz, erhält den nordrhein-westfälischen Verdienstorden. Durch zahllose Vorträge in Schulen habe sie sich große Verdienste erworben, teilte die Staatskanzlei in Düsseldorf mit. Die Auszeichnung wird der in Breslau geborenen Lasker-Wallfisch auf den Tag 75 Jahre nach ihrer Verurteilung verliehen. Die damals 17-Jährige war am 5. Juni 1943 wegen Urkundenfälschung auch zugunsten französischer Kriegsgefangener zu einer Zuchthausstrafe verurteilt worden. Lasker-Wallfisch hatte versucht, mit gefälschten Pässen nach Frankreich zu entkommen. Ende 1943 wurde sie in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort wurde sie gezwungen, beim Ein- und Auszug der Arbeitstrupps mit anderen Häftlingen zu musizieren. Nach der Befreiung wanderte sie nach London aus, wo sie das London English Chamber Orchestra mitbegründete. Der Landesverdienstorden ist eine der höchsten Auszeichnungen Nordrhein-Westfalens und auf 2500 Ordensträger begrenzt.

"Kippa des Anstoßes" im Jüdischen Museum Berlin

Die Kopfbedeckung des im April angegriffenen Israeli wird ausgestellt

Die jüdische Kopfbedeckung, die ein junger arabischer Israeli trug, als er im April in Berlin von einem mutmaßlich arabischen Flüchtling attackiert wurde, wird als "Kippa des Anstoßes" in einer sogenannten Rapid Response Vitrine im Foyer des jüdischen Museums Berlin präsentiert. Bei der Rapid Response Methodik, dem schnellen Ein- und Zugreifen als Sammlungsstrategie, geht es darum, Objekte zu historischen Momenten zeitnah zu sammeln und auszustellen. Museen seien diskursive Räume, sagte Programmdirektorin Léontine Meijer-van Mensch. Mit der Methode des Rapid Response sollen Besucher einladen werden, in den Dialog zu treten. Als weitere Exponate sind Objekte und Fotos aus dem Umfeld der anschließenden Solidaritätskundgebung "Berlin trägt Kippa" vom 25. April zu sehen. Der auf einem Handyvideo dokumentierte antisemitische Vorfall hatte Mitte April bundesweit Entsetzen ausgelöst.

WDR-Intendant Buhrow räumt Fehler ein

Mit Vorwürfen wegen sexueller Belästigung hätte WDR anders umgehen sollen

Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), hat im Umgang mit Vorwürfen von sexueller Belästigung gegen Mitarbeiter des Senders drei Fehler eingestanden. Dazu zähle die Ermahnung eines Fernseh-Korrespondenten, der 2010 Hinweise auf sexuelle Belästigung an Verantwortliche im Sender weitergegeben hatte und deshalb arbeitsrechtliche Konsequenzen befürchten musste. Die Ermahnung sei "rückblickend ein Fehler, weil sie einen völlig falschen Eindruck erweckt hat", sagte Buhrow in einem Interview mit dem Magazin "journalist". Der Fall lag noch vor Buhrows Amtszeit. Außerdem räumte Buhrow Versäumnisse im Umgang mit dem Personalrat ein. Dessen Mitglieder hatten kritisiert, dass Hinweise und Einschätzungen des Gremiums übergangen worden seien. Als weiteren Fehler führte er auf, dass der WDR als Anlaufstelle für Betroffene anfangs ausgerechnet eine Kanzlei ausgewählt habe, die den Sender schon in Prozessen gegen Mitarbeiter vertreten habe. Buhrow widersprach Berichten, wonach im WDR ein "Klima der Angst" herrscht. Er bezeichnete den WDR als "kritikfreudigen Laden".

Größte Süßwasserperle der Welt wird versteigert

Sie gehörte der russischen Zarin Katharina der Großen

Die größte Süßwasserperle der Welt wird in Den Haag versteigert. Die Perle, die einst der russischen Zarin Katharina der Großen gehörte und wegen ihrer eigentümlichen Form als "Schlafender Löwe" bekannt ist, war vermutlich im 18. Jahrhundert in chinesischen Gewässern herangewachsen. Das Auktionshaus Venduehuis schätzt den Wert der rund 120 Gramm schweren und knapp sieben Zentimeter langen Perle auf bis zu 540.000 Euro. Katharina die Große hatte sie 1778 bei einer Versteigerung in Amsterdam erworben. In den turbulenten Jahren nach ihrem Tod verschwand die Perle und tauchte schließlich in Polen wieder auf. 1865 wurde sie von einem niederländischen Goldschmied erworben und blieb für Generationen in seiner Familie, bevor die Amsterdamer Perlengesellschaft sie erwarb.

Beckmann-Gemälde "Die Ägypterin" wird versteigert

Wert wird auf bis zu 2 Millionen Euro geschätzt

Max Beckmanns Gemälde "Die Ägypterin" wird in Berlin versteigert. Im Auktionshaus Villa Grisebach kommt das 1942 in Holland entstandene Bild an diesem Donnerstagabend unter den Hammer. Sein Wert wird auf 1,5 bis 2 Millionen Euro geschätzt. Das Werk stammt aus dem Nachlass von Barbara Göpel, einer engen Freundin des Malers. Der "weibliche Kopf in Blau und Grau", wie Beckmann das Gemälde nannte, wurde bereits in großen Ausstellungen weltweit gezeigt. Das Bild hatte Beckmanns Förderer Eberhard Göpel in Amsterdam erworben, dessen Frau Barbara das Werkverzeichnis des Künstlers zusammenstellte. Göpel selber war für die Nationalsozialisten am Kunstraub in ganz Europa für ein geplantes "Führermuseum" beteiligt. Beckmanns "Ägypterin" gehörte aber nicht dazu.

Anklage gegen Harvey Weinstein erhoben

Ehemaliger Filmproduzent muss sich vor Gericht verantworten

Der ehemalige Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist wegen Vergewaltigung und sexuellen Fehlverhaltens angeklagt worden. Die Entscheidung einer Grand Jury in Manhattan bedeutet, dass sich Weinstein erstmals wegen entsprechender, seit Monaten bestehender Anschuldigungen vor Gericht verantworten muss. Neben Vergewaltigung wird Weinstein erzwungener Oralsex vorgeworfen, Klägerinnen sind zwei Frauen. Dutzende weitere werfen ihm sexuelle Übergriffe vor. Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman kündigte an, gegen die Anklage vorzugehen - er strebe an, dass das Gericht sie fallen lasse. Die Anschuldigungen seien unbegründet und er bekräftigte, Weinstein streite sie weiterhin ab.

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