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Sonntag, 21.04.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 21. März 2019

Werberat beanstandet sexistische Anzeigen

Geschlechterdiskriminierung und Sexismus stehen weiter an erster Stelle bei der Kritik an Werbung. Beim Deutschen Werberat sind dazu im vergangenen Jahr 445 Beschwerden eingegangen, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Betroffen waren dabei aber deutlich weniger als zuvor, wie der Werberat mitteilte. Die Selbstkontrolle der Branche beanstandete daraufhin ein Drittel der Motive, weil sie sich etwa frauenfeindlicher Darstellungen bedienten. An zweiter und dritter Stelle der Beschwerdegründe standen Verstöße gegen ethische und moralische Mindestanforderungen und den Kinder-und Jugendschutz. Insgesamt erreichten das Gremium 1235 Beschwerden zu 702 Anzeigen und anderen Werbemaßnahmen. Der Werberat wird vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW getragen.

Londoner Galerie lehnt Sackler-Förderung ab

Die Londoner National Portrait Gallery verzichtet auf eine Millionenförderung der Mäzenaten-Familie Sackler. Man werde eine Zuwendung in Höhe von einer Million Pfund nicht annehmen, ließ das Museum mitteilen. Die Familie Sackler gehört zu den reichsten Familien der USA – mit einem Vermögen von 13 Milliarden Dollar. Sie ist auch Eigentümer eines Pharmakonzerns, den Kritiker wie Nan Goldin für die amerikanische Opioid-Krise verantwortlich machen. Sie selbst war nach einer Operation lange abhängig. Mitte Februar drohte die Fotografin mit einem Boykott gegen die National Portrait Gallery, sollte das Museum die Zuwendung annehmen. "Ich wurde eingeladen, eine Retrospektive zu zeigen", sagte sie der britischen Zeitung "The Guardian", "aber ich habe sofort gesagt, dass ich das nicht mache, wenn das Museum das Sackler-Geld annimmt."

Beginn der 30. Türkischen Filmtage in München

Am Donnerstag haben in München die 30. Türkischen Filmtage begonnen, in deren Rahmen Ramin Matins gesellschaftskritische Komödie "Son Cikis" ihre Deutschlandpremiere feierte. Darin wird die Bau- und Modernisierungswut der AKP-Regierung kritisiert. Insgesamt mehr als 400 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme wurden in drei Jahrzehnten gezeigt. 1997 präsentierte beispielsweise auch Fatih Akin in München seinen Film "Getürkt" . Veranstaltet wird das Filmfestival seit 1989 vom Verein "SinemaTürk Filmzentrum". Die Filmtage enden am 31. März.

Preis der Leipziger Buchmesse für Anke Stelling

Der Preis der Leipziger Buchmesse 2019 geht an die Berliner Autorin Anke Stelling. Sie erhielt ihn für ihren Roman "Schäfchen im Trockenen", der eine schonungslose Analyse des Selbstverwirklichungsmilieus in Berlin ist. "Im Rückblick auf verlorene Illusionen entsteht eine verstörend uneindeutige, scharf belichtete Momentaufnahme der Gegenwart", urteilte die Jury. In der Kategorie "Sachbuch/Essayistik" gewann der Journalist Harald Jähner mit seinem Buch "Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955". Im Fokus des mentalitätsgeschichtlichen Werks steht die sich wandelnde Alltagswelt der Deutschen in der Nachkriegszeit. Eva Ruth-Wemme wurde für ihre Übersetzung des rumänischen Romans "Verlorener Morgen" von Gabriela Adamesteanu ausgezeichnet. Das Werk zeichnet ein Panorama der Geschichte des osteuropäischen Landes im 20. Jahrhundert, vom Ersten Weltkrieg über den Terror der 1950er Jahre bis zum Ende der Ceausescu-Diktatur 1989. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird seit 2005 vergeben und ehrt mit insgesamt 60.000 Euro herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Von den in diesem Jahr insgesamt 359 eingereichten Titeln hatte die Jury 15 nominiert.

Vermarktungsrechte an "Unendliche Geschichte" geklärt

Die Vermarktungsrechte an Michael Endes Roman „Die Unendliche Geschichte" bleiben beim Testamentsvollstrecker des Nachlasses. Das Oberlandesgericht München hat entschieden, dass dem Kläger, einem Münchner Rechtsanwalt, keine Rechte an dem Werk zustehen. Es geht dabei um die Einnahmen aus dem Merchandiseverkäufen, die auch 40 Jahre nach dem Erscheinen des Buches sprudeln. Der Rechtsanwalt hatte sich vor Jahren die Filmrechte gesichert und wird im Abspann des 1984 erschienenen Film von Regisseur Wolfgang Petersen und Produzent Bernd Eichinger mit dem Titel „Associate Producer" genannt. Filmrechte fallen in der Regel aber nach einer bestimmten Zeit an den Autor oder seinen Verlag zurück – im Falle des 1995 verstorbenen Endes an dessen Nachlass. Eine Revision werde nicht zugelassen, teilte eine Sprecherin des OLG auf Nachfrage des Handelsblatts mit.

Indexmodell für Rundfunkbeitrag wird geprüft

Die Ministerpräsidentenkonferenz lässt prüfen, ob der Rundfunkbeitrag ab dem 1. Januar 2023 mithilfe eines Indexmodells angepasst werden soll. Bislang wird die Höhe des Beitrags über ein mehrstufiges Verfahren festgelegt. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) prüft den Bedarf der öffentlich-rechtlichen Sender. Über die Höhe entscheiden dann letztlich die Ministerpräsidenten. Über ein Indexmodell würde der Beitrag künftig quasi automatisch angepasst. Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer betonte, auch ein neues Modell müsse verfassungs- und beitragsrechtlich in Ordnung sein. Gutachten legten bereits heute nahe, dass es auch künftig eine Rolle der KEF als übergeordnete Instanz geben müsse. Die Ministerpräsidentin drang zudem auf weitere Sparbemühungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis für Katrin Brack

Die Bühnen- und Kostümbildnerin Katrin Brack wird mit dem mit 10 000 Euro dotierten Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis ausgezeichnet. Er ist nach dem in Gießen geborenen Bühnenbildner und Oscar-Preisträger Hein Heckroth (1901-1970) benannt. Er wird alle zwei Jahre vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur vergeben. Bracks Arbeiten seien von größter Sinnlichkeit und voller Atmosphäre, begründete die hessische Kulturministerin Angela Dorn die Vergabe. Die 60-jährige Brack schuf bereits Bühnenbilder im Wiener Burgtheater, der Berliner Volksbühne und den Münchner Kammerspielen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Robert Wilson, Anna Viebrock, Bert Neumann und zuletzt Gero Troike. Die Preisverleihung findet am 7. April im Stadttheater Gießen statt.

Brücke-Museum erhält großzügige Schenkung

Das Berliner Brücke-Museum erhält eine Schenkung von 19 Gemälden des Malers Max Kaus (1891-1977). Außerdem überlässt die Witwe des Künstlers, Sigrid Kaus, dem Ausstellungshaus laut einer Mitteilung sieben Arbeiten auf Papier aus dem Nachlass. Darunter sind Werke von Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Museumsdirektorin Lisa Marei Schmidt bedankte sich für "diese großzügige Schenkung". Diese mache deutlich, "wie offen und zukunftsweisend das Brücke-Museum von Beginn an konzipiert wurde, als Ausstellunghaus nicht allein für die Künstler der Brücke, sondern auch für die nachfolgende Generation". Das Museum in Dahlem besitzt eine der größten Sammlungen zur expressionistischen Künstlergruppe Brücke weltweit; seit 2017 hat es mit Schmidt eine neue Leitung.

Pavel Kohout kritisiert Milos Zeman

Pavel Kohout hat den tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman kritisiert. Der vielfach geehrte Schriftsteller sagte im Deutschlandfunkkultur, er habe sich in einem offenen Brief an Zeman gewandt und ihn gebeten, entweder nicht mehr zu kandidieren oder auf den Posten zu verzichten: „Denn er ist kein guter Präsident." Den er allerdings gewählt habe, gab er zu. Dies sei zwar eine Wahl nicht des Herzens, sondern der Taktik gewesen, aber er habe an Zemans Kraft geglaubt. Pavel Kohout, einstiger Anhänger Stalins, war 1968 einer der Wortführer des Prager Frühlings und musste 1977 ins Exil nach Österreich gehen. Der 91 Jährige lebt inzwischen wieder in Prag. Er ist Gast der Leipziger Buchmesse.

Deutsche Wikipedia aus Protest abgeschaltet

Aus Protest gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform erscheint bei der deutschsprachigen Version der Online-Enzyklopädie Wikipedia am Donnerstag ein Appell statt des Lexikons. Die Nutzer werden aufgefordert die Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu kontaktieren. Obwohl die Wikipedia ausdrücklich vom Artikel 13 der neuen Urheberrechtsrichtlinie zu den Upload-Filtern ausgenommen sei, werde das freie Wissen selbst dann leiden, "wenn Wikipedia eine Oase in der gefilterten Wüste des Internets" bleibe. Das EU-Parlament stimmt kommende Woche über die Reform des Urheberrechts ab. Die Richtlinie muss dann noch in deutsches Recht umgesetzt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Donnerstag in ihrer Regierungserklärung dazu, bei der Reform solle versucht werden, ohne Uploadfilter auszukommen.

Bundeskunsthalle verteidigt Jackson-Ausstellung

Der Intendant der Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, hat die umstrittene Ausstellung über Michael Jackson verteidigt. "Gerade jetzt nach dem Bekanntwerden neuer Missbrauchsvorwürfe ist es wichtig, sich mit dem "King of Pop" auseinanderzusetzen", sagte Wolfs der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausstellung sei keine Hommage, sondern beleuchte den Megastar aus unterschiedlichen, auch kritischen Perspektiven. Zusätzlich werde sie von Diskussionen begleitet werden und Kunstvermittler sollen mit den Besuchern über die Vorwürfe sprechen, erklärte der 59jährige. In einem Statement zu Beginn der Ausstellung wird zu den neuen Vorwürfen in der Fernsehdokumentation "Leaving Neverland" Stellung genommen. Die Bundeskunsthalle erklärt dort unter anderem: "Die Vorwürfe, die von den mutmaßlichen Opfern erhoben werden, sind schockierend. Wir sehen es als unsere Verantwortung an, diese Thematik nicht auszuklammern." Die Ausstellung ist vom 22. März bis 14. Juli 2019 in Bonn zu sehen.

Leipziger Buchmesse eröffnet mit Solidaritäts-Appell

Mit einem leidenschaftlichen Appell für ein europäisches Miteinander ist die Leipziger Buchmesse eröffnet worden. "Wir alle sind aufgefordert, für ein solidarisches Europa und die Werte, die es verkörpert, einzutreten", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, bei Festakt im Gewandhaus. "Lassen Sie uns das Feld nicht denen überlassen, die Freiheiten einschränken oder abschaffen wollen, die sich abschotten und Grenzen oder Zäune aufziehen möchten." Europa befindet sich Riethmüller zufolge an einem "Scheideweg". Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) betonte, Demokratie brauche "Sprachkünstler, Querdenker und Freigeister" sowie Verleger, die sich als deren Wegbegleiter verstünden. Höhepunkt des Festaktes war die Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2019 an die russisch-amerikanische Journalistin Masha Gessen. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Bis zum Sonntag präsentieren sich gut 2.500 Aussteller aus 46 Ländern.

Erstmals führt eine Frau den Deutschen Kulturrat

Die Sprecher des Deutschen Kulturrats haben die Musikwissenschaftlerin Susanne Keuchel an ihre Spitze gewählt. Die 52-jährige ist Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen und hat zahlreiche Publikationen zur Kulturforschung und Kulturellen Bildung herausgegeben. Keuchel löst als Präsidentin des Deutschen Kulturrats den Cellisten und Dirigenten Christian Höppner ab. Der Deutsche Kulturrat mit seinen acht Sektionen aus fast 250 Bundesverbänden versteht sich seit fast 40 Jahren als Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

Nominierungen für Lola 2019 stehen fest

"Styx", "Gundermann" und "Der Junge muss an die frische Luft": Diese drei Spielfilme haben die meisten Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2019 erhalten. Insgesamt benannte die Filmakademie wieder sechs Produktionen in der Kategorie "bester Spielfilm": Dazu gehören neben dem Geflüchteten-Drama "Styx", der Lebensgeschichte des Liedermachers "Gundermann" und "Der Junge muss an die frische Luft", den Kindheitserinnerung von Hape Kerkeling, die Verfilmung der Anna-Seghers-Novelle "Transit", die Jugend-Komödie "Das schönste Mädchen der Welt" und das Roadmovie "25km/h". "Der Goldene Handschuh" über den Frauenmörder Fritz Honka ging bei der Berlinale leer aus, ist aber nun sowohl für den "besten Darsteller", das "beste Kostümbild" und die "beste weibliche Nebenrolle" im Rennen. Die drei nominierten Dokumentarfilme sind: "Of Fathers and Sons", "Elternschule" und "Hi, AI". Die Preisträger werden bei der Gala am 3. Mai bekanntgegeben. Den Ehrenpreis erhält dann die Regisseurin Margarete von Trotta.

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Fazit

Kultursponsoring in ItalienVerdacht auf Geldwäsche
Die Außenfassade des Opernhauses "Teatro alla Scala in Mailand" (picture alliance/dpa/imageBROKER - Wilfried Wirth)

Als der Intendant der Mailänder „Scala“ im großen Stil Gelder aus Saudi-Arabien annehmen wollte, provozierte er einen Skandal. Nun ist die Debatte um ethisch einwandfreie Kulturförderung voll entbrannt - und findet nicht nur Freunde im Kulturbereich.Mehr

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