Freistil, vom 23.09.2012

Von Ines Molfenter

Oft wartet man auf die Liebe, darauf, sie zu gestehen, dem Freund die Meinung zu sagen, den Eltern etwas zu beichten oder einander zu verzeihen, auf einen Kuss, auf den richtigen Moment für ein Kind, das richtige Jobangebot, den Umstieg, Einstieg, Ausstieg – man wartet auf den richtigen Augenblick und hofft zu wissen, wenn er da ist.

Zur rechten Zeit am rechten Ort - auf der Suche nach dem "richtigen Augenblick".  (Stock.XCHNG / Andre Veron)
Zur rechten Zeit am rechten Ort - auf der Suche nach dem "richtigen Augenblick". (Stock.XCHNG / Andre Veron)

Arthur Schnitzler sagte: "Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst den rechten Augenblick nützen, ist alles." Die Griechen der Antike hatten neben Chronos, dem Gott der Zeit, auch den Gott für den richtigen Augenblick: Kairos.

In der griechischen Mythologie wurde er mit einer Locke auf der Stirn dargestellt, sein Hinterkopf dagegen ist kahl, denn ist er vorbeigegangen, erwischt ihn keiner mehr. Die Redensart ‘Die Gelegenheit beim Schopfe packen’ wird auf diese alte Darstellung zurückgeführt.

Aber gibt es ihn tatsächlich, diesen richtigen Augenblick? Und kann man ihn verpassen?

Regie: Uta Reitz
DLF 2012