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Tonart | Beitrag vom 08.12.2017

Wenn der Job krank machtTelefonseelsorge für Musiker

Richard Robinson im Gespräch mit Oliver Schwesig

Ein Mann sitzt traurig auf einem Sofa und hält die Hand vor sein Gesicht (Nik Shuliahin / Unsplash)
Musiker und Menschen aus der Musikbranche leiden überdurchschnittlich oft unter Depressionen (Symbolbild). (Nik Shuliahin / Unsplash)

Musiker – das klingt erst einmal nach einem Traumjob. Dabei leiden Menschen aus der Musikbranche dreimal häufiger unter Depressionen als andere Berufsgruppen. In England gibt es deshalb jetzt eine Telefonseelsorge für Musiker.

Obdachlosigkeit, Schulden, psychische Probleme – wer als Musiker in England in Not gerät, kann seit ein paar Tagen die 0808-802-8008 wählen, um mit einem Menschen zu sprechen, der seine Sorgen ernst nimmt. "Music Minds Matter" nennt sich die Telefonseelsorge, die in akuten Notfällen hilft und je nach Problem den passenden Ansprechpartner vermittelt. Drei Jahre Vorbereitungszeit waren nötig, erzählt Richard Robinson, der auch das Projekt  "Help Musicans" betreut, um die Telefonseelsorge ins Leben zu rufen.

"Unser Angebot ist sehr umfassend. Die Probleme können zum Beispiel Schulden und Obdachlosigkeit betreffen. Aber es kann auch um die psychische und körperliche Gesundheit gehen. Damit bieten wir einen Dienst an, den andere Beratungsstellen vielleicht nicht leisten können."

Ein Grund für das besondere Angebot ist, dass Musiker häufiger als andere Berufsgruppen unter ihren Arbeitsbedingungen leiden und manchmal sogar depressiv werden. Das ergab 2016 die Studie "Can Music Make You Sick?". Die prekären Arbeitsbedingungen seien für viele sehr belastend, erklärt Richard Robinson:

"Die meisten arbeiten ja als Freelancer und wissen nicht, woher ihr nächster Auftrag oder das nächste Honorar kommen wird. Daher lastet auf Menschen aus der sogenannten Kreativbranche ein besonderer Druck. Das nächste Produkt muss sicher ein Erfolg werden."

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