Weniger Smartphone, Facebook und Co.

Gute Vorsätze: Digital abspecken

Eine Frau berührt mit dem Zeigefinger den Touchscreen ihres Smartphones.
Jörg Schieb hat sich entschlossen, alle Apps, die er nicht braucht, von seinem Smartphone zu löschen. © imago / Westend61
Von Jörg Schieb · 05.01.2017
So mancher hat sich vorgenommen, im neuen Jahr digital abzurüsten - darunter unser Autor: Das Smartphone seltener in die Hand nehmen, weniger Zeit bei Facebook verbringen, die automatische Speicherung von Daten in Onlinekonten stoppen. Einfach ist das nicht. Doch es gibt Hilfe - natürlich digital.
Einfach wird das nicht. Wer digital abspecken will, muss aktiv werden. Ich muss mich wohl von lieb gewonnenen Gewohnheiten verabschieden – und die Technik muss ich davon überzeugen, mitzumachen.
Da wäre zum Beispiel meine top-moderne Körperwaage im Badezimmer. Wenn ich mich drauf stelle, zeigt sie nicht nur Gewicht und Körperfettanteil an, sondern schickt die Daten auch per WLAN an ein Onlinekonto, in dem meine Fitnessdaten gespeichert werden. Super praktisch, wenn ich den Trend im Blick behalten möchte. Das Handbuch zur Waage habe ich allerdings schon lange verlegt. Wie lässt sich das wieder abschalten, dass die Waage per WLAN die Daten verrät? Ich weiß es nicht – und muss es erst mal rausfinden.
Oder mein Smartphone. Es überträgt ganz selbstverständlich neu gemachte Fotos in die Cloud. Einmal zur iCloud von Apple, das ist schon von Haus aus so eingestellt – und auch praktisch, damit ich auch auf anderen Geräten auf die Fotos zugreifen kann. Aber die Fotos werden auch zu Google Fotos, flickr und Dropbox geschickt. So können keine Fotos verloren gehen – aber ist auch ein Cloud-Overkill. Muss ja wirklich nicht sein – Schluss damit.

Erst mal FDH - Facebooke die Hälfte

Auch Facebook will ich untreu werden. Facebook macht doch sowieso nur Ärger: Mark Zuckerberg spioniert uns aus, traktiert uns mit Werbung und will uns vom Rest der Welt fernhalten. Facebook verrät allen, wenn ich Geburtstag habe. Hier werden Fakenews verteilt, dass es nur so kracht – und Hasskommentare kriegt Mark Zuckerbergs Team auch nicht in den Griff. Nein, das macht einfach keinen Spaß, da bei Facebook.
Doch ganz raus? Allen adieu sagen, mit denen man über die letzten Jahre mühsam eine Verbindung aufgebaut hat? Irgendwie auch nicht leicht. Das überlege ich mir wohl noch... Für den Anfang versuche ich erst mal FDH – Facebooke die Hälfte.
Worauf ich allerdings ganz bestimmt nicht verzichten möchte, ist meine Dropbox – meine Online-Festplatte in der Cloud. Hier sind alle wichtigen Dokumente gespeichert. Egal, an welchem Rechner ich sitze, welches Mobilgerät ich verwende: Ich kann auf meine Daten zugreifen. Das ist cool und ein echter Pluspunkt. Dabei bleibe ich.

App kappt nach fünf Minuten die Netzverbindung

Entschlossen bin ich, mein Smartphone seltener in die Hand zu nehmen. Deshalb lösche ich alle Apps, die ich nicht wirklich brauche. Und die ich nicht vermissen werde. Games, Spielereien, fragwürdige Empfehlungen von Freunden – alles runter vom Gerät. Weg damit. Eine Entschlackungskur, die jeder machen kann und machen sollte.
Und weil ich mich so gerne ablenken lasse von Videos, Social Networks und anderen Sachen im Netz, habe ich mir eine kostenlose App auf meinem Rechner installiert: Take a five. Die schmeißt mich nach fünf Minuten wieder aus dem Netz. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Vielleicht hilft mir das beim digitalen Abspecken. Ein Versuch ist es wert. Oder probiere ich es erst mal mit 15 Minuten?
Mehr zum Thema