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Kompressor | Beitrag vom 20.07.2021

WeltraumtourismusMajor Tom von nebenan

Henry Keazor im Gespräch mit Gesa Ufer

Eine Rakete startet senkrecht aus einer dafür vorgesehenen Vorrichtung. (picture alliance / dpa / AP / Tony Gutierrez)
Steil nach oben: Jeff Bezos ist am Dienstag in Texas von der Erde abgehoben - und wieder zurück gekommen. (picture alliance / dpa / AP / Tony Gutierrez)

Zwei US-Milliardäre sind ins All geflogen. Bald könnte eine Weltraumtourismus-Branche entstehen. Die Gefahr, dass dies nur etwas für die Kinder der Superreichen wird, hat sich bereits jetzt gezeigt. Doch es gibt auch alternative Konzepte.

Heute ist der zweite US-Milliardär mit einer Raumkapsel ins All geflogen: Nachdem Richard Branson den Wettlauf der Superreichen in den Weltraum vergangene Woche für sich entschieden hat, startete am Dienstag Jeff Bezos mit seiner "Blue Origin". Der Amazon-Chef will – so wie Branson – zukünftig auch Touristen ins All bringen.

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Bei der "Blue Origin" waren neben Bezos auch dessen Bruder Mark, die 80-jährige US-Amerikanerin Wally Funk und ein 18-jähriger Unternehmersohn aus den Niederlanden mit an Bord. Dieser nun beginnende Weltraumtourismus sei "besorgniserregend", konstatiert der Kunsthistoriker Henry Keazor. Er ist Autor des Buches "We are all Astronauts" über die Figur des Astronauten in Kunst und Medien.

Im Stuhl gelümmelt

"Ich hatte es schon prophezeit, das verkommt im schlimmsten Fall mal zu solchen Spritztouren für Millionärskinder", sagt Keazor in Hinblick auf den 18-jährigen Oliver Daemen. "Und siehe da, es passiert gleich beim ersten Mal." Auf Aufnahmen einer Besprechung vor dem Flug habe Daemen gelangweilt auf einem Stuhl gelümmelt, berichtet der Kunsthistoriker. Man habe das Gefühl gehabt, der junge Mann wisse gar nicht, was ihm geboten werde.

Andererseits gebe es auch alternative und ökologische Konzept für Reisen ins Weltall. So gebe es Lösungen, bei denen die Raumkapseln an einem durch Solarenergie mit heißer Luft befüllten Ballon hochgezogen werde, erst oberhalb der Atmosphäre würden die Düsentriebwerke gezündet und das Vehikel in das All katapultiert, beschreibt Keazor die Überlegungen. "Es wäre erfreulich, wenn sich die Weltraumtourismus-Branche in eine solche Richtung entwickeln würde."

Wie auf der Enterprise

Gleichzeitig würde sich bei einem Space-Tourismus, der nicht nur für Superreiche möglich ist, auch das Bild des Astronauten ein Stück weit normalisieren und dem aus dem Science-Fiction-Film anpassen, mutmaßt Keazor. "Dann würden wir uns ein bisschen wie auf der Enterprise fühlen, wo Sie zwischendurch auch mal vergessen, dass das ein Raumschiff ist, weil das so unglaublich wohnlich und sicher scheint."

(rzr)

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