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Musik / Archiv | Beitrag vom 12.12.2013

WeltmusikAltmeister des Afrofunk

Manu Dibango wird 80

Von Tarik Ahmia

Der Saxophonist Manu Dibango mit seinem Instrument (Schwarz-Weiß-Aufnahme) (Lamine Diakite)
Von vielen Musikern verehrt: Manu Dibango aus Kamerun. (Lamine Diakite)

Manu Dibango gelang 1972 als erstem afrikanischen Musiker überhaupt ein Nummer-1-Hit in den amerikanischen Charts: "Soul Makossa" machte ihn weltberühmt. Auch heute ist der Mann aus Kamerun ein Vorbild für viele Musiker.

"Soul Makossa" steht auf Manu Dibangos Eintrittskarte ins internationale Musikgeschäft. Wir schreiben das Jahr 1972. Dibango komponiert die Hymne für den Afrikacup. Auf der B-Seite der Single erscheint "Soul Makossa". Mit einem simplen Beat und einer kreisenden Saxofon Melodie bringt der Song die Tanzflächen der Welt zum Beben.

Manu Dibango erreicht mit dem Lied als erster afrikanischer Musiker überhaupt Platz1 der US-Billboardcharts und "Soul Makossa" wird zum ersten Hit der beginnenden Disco-Ära.

"Makossa", so nennt sich die Tanzmusik in Dibangos Heimat Kamerun, mit prägnantem, funkigen Bass und dominanten Blechbläsern. Seit den 50er-Jahren ist Makossa dort populär.

Geboren wird Emmanuel N'Djoké Dibango am 12. Dezember 1933 an Kameruns Küste. Seine frommen Eltern versuchen, ihm Kirchenmusik nahzubringen, aber Emmanuel beeindruckt das wenig. Mit 15 Jahren schicken ihn seine Eltern auf die Schule nach Frankreich. Dort entdeckt er seine Liebe zum Saxofon. Nach der Schule spielt Dibango in Clubs. Während des Unterrichts schläft der übermüdete Musiker oft ein.

Er schafft die Schule und schlägt sich als Kneipenmusiker durch. In Brüssel knüpft er erste Kontakte in die Musikszene. Auch in Paris findet Dibango schnell Anschluss und nimmt dort im Lauf der 60er-Jahre viele Alben auf, die vor allem in Afrika erfolgreich sind. Die französische Hauptstadt ist bis heute seine zweite Heimat geblieben.

Genregrenzen interessieren ihn nicht

"Soul Makossa" beschert ihm 1972 schließlich den internationalen Durchbruch. Dibango wird zum Weltstar aus Afrika, noch bevor es den Marketingbegriff "Weltmusik" überhaupt gibt. Furiose Livekonzerte und die Zusammenarbeit mit namhaften Musikern folgen, darunter etwa Fela Kuti, Herbie Hancock und Youssou N'Dour.

Auch später finden sich immer wieder Referenzen an Manu Dibangos Musik. Allen voran Zitate aus seinem größten Hit "Soul Makossa". Michael Jackson hat sich bei "Wanna be Starting Something" nicht nur von Dibangos Beat inspirieren lassen. Auch Will Smith und Kanye West zitieren Dibango, genau wie die Sängerin Rihanna in ihrem Nummer-1-Hit "Please dont stop the music". Der endet auf Dibangos Worten.

Ob harter Elektrofunk oder afrikanische Koraharfe: Manu Dibango pfeift auf ethnische Reinheit und mischt in seiner Musik alles zusammen, was die Menschen zum Tanzen bringt. Damit wurde er zum Weltmusikpionier und zum Vorbild für viele junge Musiker.

Auch mit 80 Jahren legt Manu Dibango das Saxofon nicht aus der Hand. Der Mann, der die Grenzen zwischen Disco, Funk und Afrobeat neu definiert hat, tourt weiter mit seiner sechsköpfigen Band durch die Welt.

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