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Samstag, 15.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. Juli 2018

Weltkriegspilotin Mary Ellis mit 101 gestorben

Sie war die letzte noch lebende britische Weltkriegs-Pilotin

Die britische Weltkriegspilotin Mary Ellis ist tot. Wie heute bekannt wurde, starb sie am Dienstag im Alter von 101 Jahren in Sandown auf der südenglischen Insel Isle of Wight. Demnach hatte sich Ellis 1941 der Zivilorganisation ATA angeschlossen, die im Zweiten Weltkrieg die Royal Air Force (RAF) unterstützte. Für die ATA flog sie unter anderem Spitfire-Jagdflugzeuge und Wellington-Bomber an die Front. Den Berichten zufolge waren insgesamt 166 Pilotinnen für die ATA tätig.Ellis war demnach die letzte noch überlebende britische Pilotin, die im Zweiten Weltkrieg im Einsatz war.

Paul McCartney verzückt seine Fans in Liverpool

Im Cavern Club hat er mit den Beatles fast 300 Auftritte absolviert

Mit einem Konzert im berühmten Cavern Club in Liverpool kehrte Ex-Beatle Paul McCartney zu seinen musikalischen Wurzeln zurück. Der 76-Jährige ist für ein exklusives Konzert zur Mittagszeit an die alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. "Das ist schon erstaunlich für mich", sagt McCartney fast ungläubig. Im alten Cavern Club hat er mit den Beatles fast 300 Auftritte absolviert.

Haus von Rosa Parks findet bei Auktion keinen Käufer

Niemand bot das Mindestgebot von einer Million Dollar

Das Haus der US-Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks, das ein Künstler mehrere Monate lang in seinem Garten in Berlin ausgestellt hatte, hat bei einer Auktion in den USA keinen Käufer gefunden. Das Holzhaus mit Spitzdach und zwei Stockwerken war zuvor vom New Yorker Auktionshaus Guernsey's auf bis zu 3 Millionen Dollar geschätzt worden. Bei der Auktion am Donnerstag in New York bot aber niemand das Mindestgebot von einer Million Dollar. Parks gilt als Ikone der schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung, seit sie sich 1955 weigerte, ihren Platz im Bus für einen Weißen zu räumen.

Salzburger Festspiele: Eröffnungsrede von Philipp Blom

Über die Rolle der Aufklärung und die Bedeutung der Zuversicht

Am Freitag werden die Salzburger Festspiele offiziell eröffnet. Die Festrede wird der Schriftsteller und Historiker Philipp Blom halten. In seinen Ausführungen will der 48-Jährige angesichts der politischen Umwälzungen auf die Rolle der Aufklärung und die Bedeutung der Zuversicht eingehen. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen nimmt in der Felsenreitschule die eigentliche Eröffnung vor. Am Abend steht mit Mozarts "Zauberflöte" in der Neuinszenierung der jungen US-Regisseurin Lydia Steier die erste Oper auf dem Programm der Festspiele. Die Oper wollen auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und die britische Premierministerin Theresa May besuchen. Die Festspiele dauern bis 30. August.

Cher und Philip Glass von Kennedy Center geehrt

Zudem wird erstmals ein Ensemble geehrt - für das Musical "Hamilton"

Die Sängerinnen Cher und Reba McEntire, der Komponist Philip Glass und der Jazz-Musiker Wayne Shorter erhalten in diesem Jahr Auszeichnungen vom renommierten Kennedy Center. Zudem geht mit einer Auszeichnung für die Besetzung des Musicals "Hamilton" erstmals ein Preis an ein Ensemble, wie das Kulturzentrum in Washington in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. "Ich glaube, dass das ein Werk ist, was die Art und Weise, wie wir Kunst benutzen, um über uns und unsere Gesellschaft nachzudenken, verändert hat", sagte die Präsidentin des Kulturzentrums, Deborah Rutter, der "New York Times". Die 41. Auszeichnungen des Kennedy Center werden Anfang Dezember verliehen.

Mondfinsternis als kosmischer Sommernachtstraum

Berliner Archenhold-Sternwarte lädt zur Langen Nacht der Astronomie

Dem Himmel so nah: Aus Anlass der totalen Mondfinsternis lädt die Berliner Archenhold-Sternwarte an diesem Freitag zur Langen Nacht der Astronomie (17.00 bis 24.00 Uhr). Bei freiem Eintritt können Besucher das kosmische Schauspiel mit modernen Teleskopen und historischen Instrumenten verfolgen. Erwartet werden rund 2000 Gäste. Der Vollmond geht in Berlin kurz vor 21.00 Uhr bereits verfinstert auf. Zwischen 21.29 und 23.13 Uhr liegt er dann völlig im Schatten der Erde. Es ist die längste totale Mondfinsternis in diesem Jahrhundert. Ein Extra ist die Planetenbeobachtung. Sie ist sonst bei Vollmond nicht möglich, da dann zu hell ist am Firmament. Am Freitagabend, wenn der Vollmond verschwunden ist, sind bei einem wolkenlosen Himmel vor allem Abendstern Venus, Jupiter, Saturn und Mars gut zu sehen, dazu die Internationale Raumstation ISS - 104 Minuten lang.

Teile der Großen Synagoge von Vilnius gefunden

Sie war das größte und wichtigste Bauwerk des litauischen Judentums

Archäologen haben in Litauen einen der wichtigsten Teile der einstigen Großen Synagoge von Vilnius gefunden. Bei Ausgrabungen sei die Bima des jüdischen Gotteshauses aus dem 17. Jahrhundert entdeckt worden, teilte die jüdische Gemeinde in Litauen am Donnerstag mit. Die Bima ist die erhöhte Plattform in der Synagoge, von der aus aus der göttlichen Offenbarung Thora vorgelesen wird. Die Große Synagoge von Vilnius galt vor dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzung als größtes und wichtigstes Bauwerk des litauischen Judentums. Im Krieg zerstört, musste ihre Ruine in der Sowjetzeit dem Bau einer Grundschule weichen. Darunter wurde nun die Bima entdeckt. "Dies ist nicht nur ein archäologischer Fund. Er wird dazu beitragen, sowohl die Geschichte der litauischen Juden als auch die Ideologie des nationalsozialistischen und sowjetischen Regime zu verstehen, und wie schnell alles zerstört werden kann", sagte Faina Kukliansky, die Vorsitzende der litauischen jüdischen Gemeinschaft.

Mitarbeiter von Mauer-Museum verurteilt

Er hatte hatte jahrelang Geld veruntreut

Wegen der Veruntreuung von rund 207.000 Euro ist ein ehemaliger Mitarbeiter des Berliner Mauermuseums zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss der 39-Jährige das von ihm entwendete Geld zurückzahlen. Weil der geständige Angeklagte zur Tatzeit spielsüchtig war, ging das Gericht von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Als Abteilungsleiter für Finanzen und Controlling des privaten Museums am Checkpoint Charlie hatte der Mann laut Anklage zwischen Anfang 2013 und 2016 in 162 Fällen Überweisungen gefälscht und so Geld auf sein Konto abgezweigt. Er profitierte dabei aber auch von niedrigen Sicherheitsstandards. Das Mauermuseum wurde 1962 gegründet und dokumentiert die Geschichte der Berliner Mauer und die Geschichte von Fluchtversuchen aus der DDR. Es gehört mit 850.000 Besuchern zu den meistbesuchten Museen in Berlin.

Europäische Filmakademie zeichnet Carmen Maura aus

Sie wird für ihr Lebenswerk geehrt

Die spanische Schauspielerin Carmen Maura (72) wird von der Europäischen Filmakademie (EFA) für ihr Lebenswerk geehrt. Der Ehrenpreis werde Maura ("Nur für Personal!", "Das Gesetz der Begierde") am 15. Dezember bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises in Sevilla für ihre herausragende Karriere überreicht, teilte die EFA in Berlin mit. Bereits bei der ersten EFA-Verleihung 1988 sei Maura als beste Darstellerin in Pedro Almodóvars "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" ausgezeichnet worden. Mit Almodóvar drehte Maura zahlreiche Filme, darunter auch "Volver - Zurückkehren". Der Europäische Filmpreis wird jährlich wechselnd in Berlin und einer anderen europäischen Stadt vergeben.

Facebook will Werbe-Regeln überprüfen

Museen hoffen auf lockerere Werberichtlinien

Nach Beschwerden mehrerer Museen will Facebook seine Werbe-Regeln im Blick auf Nackte in Gemälden überdenken. Das Unternehmen wolle sicherstellen, dass Museen und andere Institutionen ihre Gemälde-Ikonen teilen können, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Ansatz zu Nacktheit in Gemälden bei Werbung auf Facebook werde überprüft. Erst vor wenigen Tagen hatte sich die belgische Fremdenverkehrszentrale Visit Flanders, die häufiger mit Rubens-Bildern wirbt, bei dem Unternehmen über "kulturelle Zensur" beschwert. Auch das Frankfurter Städelmuseum ist schon bei der Bewerbung von Ausstellungen auf Grenzen bei Facebook gestoßen. Vor allem wenn es um Aktmalerei ging, sei dies der Fall gewesen. Die Werberichtlinien von Facebook verbieten die Darstellung von Nackten, auch wenn es um Kunstwerke geht. Nur bei Skulpturen sind Ausnahmen erlaubt.

Bibliothek von Ernst Jünger erschlossen

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach macht seine Bibliothek sichtbar

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) hat die Privatbibliothek des wegen seiner Haltung zu Demokratie und Nationalsozialismus umstrittenen Schriftstellers Ernst Jünger (1895-1998) vollständig katalogisiert. Außerdem wurden Informationen dazu online zugänglich gemacht. Nach Jüngers Tod hatte das DLA mit dem Nachlass auch dessen rund 15.000 Bücher übernommen. Mehr als 10.000 davon sind heute im Jünger-Haus in Wilflingen und knapp 5.000 in Marbach. Das DLA nannte Jüngers Nachlass am Donnerstag "ein einzigartiges Archiv zur Geschichte des 20. Jahrhunderts". Online recherchierbar sind neben dem Buchbesitz Jüngers handschriftliche Anmerkungen sowie Widmungen an den Autor. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg hatten das Projekt gefördert.

Regisseur Jakob Lass erhält Stipendium für Villa Aurora

Frühere Stipendiaten waren Ute Wieland und Jan-Ole Gerster

Der Berliner Filmregisseur Jakob Lass ("Love Steaks", "Tiger Girl") erhält im nächsten Jahr das Medienboard-Stipendium für die Villa Aurora in Los Angeles. "Die Villa Aurora ist ein wunderbarer Ort, um fernab der Metropolen Ideen entstehen zu lassen, aber nah genug dran, um die Vorzüge dieser außergewöhnlichen Stadt zu genießen", erklärte Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus. Der neueste Film von Lass heißt "So was von da". Er startet am 16. August in den Kinos. Bereits zum achten Mal vergebe das Medienboard das Stipendium an Filmemacher aus der Hauptstadtregion. Frühere Stipendiaten waren unter anderem Ute Wieland ("Tigermilch") und Jan-Ole Gerster ("Oh Boy").

Stern von Präsident Trump auf Walk of Fame zerstört

Trumps Stern wurde bereits zum zweiten Mal beschädigt

Der Stern von US-Präsident Donald Trump auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood ist mit einer Spitzhacke bis zur Unleserlichkeit zerstört worden. Ein 24-jähriger Verdächtiger wurde wegen Vandalismus festgenommen.
Es war bereits das zweite Mal, dass der Stern des US-Präsidenten beschädigt wurde. Im Oktober 2016 hatte sich ein Mann als Bauarbeiter verkleidet und mit einem Vorschlaghammer auf den Stern eingeschlagen - Berichten zufolge aus Protest gegen Trumps Behandlung von Frauen. Als langjähriger Fernsehpromi etwa durch seine eigene Show "The Apprentice" ist Trump neben mehr als 2500 Schauspielern und anderen Filmschaffenden mit einem eigenen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood vertreten.

CNN kritisiert Ausschluss von Pressekonferenz

Auch Fox News zeigt sich solidarisch

Das Weiße Haus hat eine CNN-Reporterin von einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausgeschlossen und damit für Proteste in der Medienwelt gesorgt. Kaitlan Collins hatte Trump zuvor bei einem Fototermin mit den beiden Spitzenpolitikern im Oval Office mehrere unangenehme Fragen gestellt und war im Anschluss ihren eigenen Angaben zufolge von einer späteren Pressekonferenz ausgeladen worden. Eine derartige Maßnahme spreche nicht für eine "offene und freie Presse", sagte der Sender CNN. Die Korrespondentenvereinigung WHCA verurteilte den Vorfall als Verstoß gegen die Pressefreiheit. Auch der sonst eher regierungsfreundliche Fernsehsender Fox News brachte seine "starke Solidarität" zum Ausdruck.

Produzent Artur Brauner warnt vor Rechtspopulismus

Der Holocaust-Überlebende feiert nächste Woche seinen 100. Geburtstag

Der Filmproduzent und Holocaust-Überlebende Artur Brauner warnt Jugendliche davor, sich von Rechtspopulisten verführen zu lassen. Mit Besorgnis blickt Brauner auf die derzeitigen rechtspopulistischen Strömungen. "Ich kann der Jugend nur nahelegen, dass sie den Populisten weltweit nicht ins Netz geht und sich mit aller Kraft Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenstellt", sagte Brauner. "Und zwar jetzt und nicht erst, wenn es schon zu spät ist." Brauner, Produzent von Filmen wie "Dr. Mabuse" und "Hitlerjunge Salomon", feiert nächste Woche seinen 100. Geburtstag.

München: Erinnerungszeichen statt Stolpersteine

Zum Gedenken an NS-Opfer wurden die ersten drei Erinnerungszeichen enthüllt

Anstelle von Stolpersteinen erinnern in der Stadt München jetzt Tafeln und Stelen an Opfer des Terrorregimes der Nationalsozialisten. Die ersten drei Erinnerungszeichen wurden vor den ehemaligen Wohnhäusern der Ermordeten enthüllt. Es handelt sich um den Philologen Friedrich Crusius, die Kunstgaleristen Paula und Siegfried Jordan sowie das Ehepaar Tilly und Franz Landauer. Um die Form des Gedenkens war jahrelang gerungen worden. Der Münchner Stadtrat hatte das Verlegen von Stolpersteinen im Juli 2015 abgelehnt. Gegner sehen das Andenken der Opfer durch das Verlegen der Stolpersteine auf der Straße in den Schmutz gezogen. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, lobte das Konzept der Erinnerungszeichen. Die Gratwanderung zwischen der alltäglichen Umgebung und der Würde des Gedenkens gelinge sehr gut.

Stalin-Verehrerin steht Kulturausschuss vor

"Einiges Russland"-Kandidatin äußerte sich homophob

Die homophobe Journalistin und Abgeordnete Jelena Jampolskaja, eine bekennende Stalinistin, ist neue Vorsitzende des Kulturausschusses im Unterhaus des russischen Parlaments. Die bekennende Stalinistin trat am Mittwoch die Nachfolge des verstorbenen Filmemachers Stanislaw Goworuchin an. Jampolskaja ist Kandidatin der regierenden Partei Einiges Russland von Präsident Wladimir Putin. 2011 hatte Jampolskaja geschrieben: "Der Nationalismus ist die Antwort von Geist und Körper auf die erzwungene Ausradierung der Grenzen, auf die Globalisierung unserer privaten und sogar genetischen Sphäre." Jampolskaja machte sich für ein Gesetz stark, das positive Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder im Internet unter Strafe stellt. Der russische Theaterregisseur Josif Reichelgaus hatte Jampolskajas Nominierung als "grässlich" bezeichnet.

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Fazit

"Staatssicherheitstheater"Ein Ventil für Gegenwartsekel
Drei Männer lesen einen Stadtplan Berlin, den sie auf den Rücken eines vierten Mannes gelegt haben, der vor ihnen sitzt. (Harald Hauswald/Volksbühne Berlin)

In Leander Haußmanns "Staatssicherheitstheater" sieht unser Kritiker viele Männer mit Handtäschchen in krustigen Klamotten. Deren Stasi-Tätigkeit taugt Haußmann, um Abscheu über die Gegenwart auszudrücken. Doch mit dem Jahr 2018 hat das wenig zu tun.Mehr

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