Klangkunst, vom 17.07.2009

Essay von Marcus Gammel

Jahrzehntelang musste es hinter den Kulissen bleiben und geduldig die große Kunst ins kleine Wohnzimmer übertragen. Im Mai 1951 betrat es endlich selbst die Bühne: John Cage erhob mit seiner "Imaginary Landscape No. 4" das Radio zum Musikinstrument.

Radio (Stock.XCHNG / mikael cronhamn)
Radio (Stock.XCHNG / mikael cronhamn)

Seither haben Komponisten von Karlheinz Stockhausen bis Robin Rimbaud (alias Scanner) das Radio als musikalischen Klangerzeuger eingesetzt. Als Macht- und Propaganda-Instrument jedoch wurde der Rundfunk bereits in seinen Anfängen begriffen. So nimmt es nicht Wunder, wenn die künstlerischen Einsätze des Radios auch immer wieder dessen Kontrollfunktionen widerspiegeln.

Anlässlich der Ursendungen von Alessandro Bosetti (3.6.), Michael Snow (10.6.) und Brandon LaBelle/Benny Nilsen (7.8.) durchstreift Marcus Gammel verschiedene Stationen der Radio- und Musikgeschichte.

Produktion: Deutschlandradio Kultur 2009
Länge: 54'30

Marcus Gammel, geboren 1975, lebt als freier Radiomacher und Dramaturg in Berlin. Seit Januar 2009 betreut er den Sendeplatz "Klangkunst" von Deutschlandradio Kultur.