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Kulturnachrichten

Donnerstag, 22. Juli 2021

Weitere Festnahmen in Hongkong wegen Aufrührertum

In Hongkong weitet die Polizei ihr hartes Vorgehen gegen kritische Stimmen aus. Wie Lokalmedien berichten, wurden fünf Mitglieder der Gewerkschaft der Logopäden festgenommen. Die Vereinigung hatte drei Kinderbücher veröffentlicht, deren Inhalte die Behörden offenbar als Metapher der politischen Krise auffassten. Die Polizei bestätigte die Festnahme dreier Personen ohne Nennung der Organisation. Sie stünden unter Verdacht, aufrührerische Publikationen zu verbreiten und Hass und Gewalt zu schüren. Den gestern festgenommenen Journalisten der inzwischen eingestellten prodemokratischen Zeitung "Apple Daily" wurde die Freilassung gegen Kaution verweigert.

Kommission gegen Rückgabe von Corinth-Gemälde

Die mit der Rückgabe von NS-Raubkunst befasste Kommission hat sich gegen die Rückgabe eines Gemäldes von Lovis Corinth aus dem Berliner Stadtmuseum an die Erben der ehemaligen Eigentümer ausgesprochen. Es stehe nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit fest, dass das strittige Gemälde, ein Porträt des berühmten Theaterkritikers Alfred Kerr, verfolgungsbedingt entzogen wurde, teilte die "Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts" mit. Sie wird vom ehemaligen Bundesverfassungsgerichtspräsidenten Hans-Jürgen Papier geleitet. Die Kommission empfiehlt aber, dass die Stiftung Stadtmuseum Berlin die Provenienz des Gemäldes künftig auf angemessene Art würdigt.

Budapest und Venedig nicht auf Roter Liste

Venedig und Budapest sind knapp einer Einstufung als bedrohtes Welterbe entgangen. Trotz Sorgen über die beiden Kultur- und Naturstätten sah das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation auf seiner 44. Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzhou davon ab, die beiden führenden europäischen Touristenattraktionen auf die Rote Liste gefährdeter Stätten zu setzen. Venedig konnte die Einstufung durch das erst vor gut einer Woche verkündete Durchfahrtsverbot für große Kreuzfahrtschiffe durch Teile der Lagune vermeiden. Über die Einstufung von Ungarns Hauptstadt Budapest will das Welterbekomitee in einem Jahr wieder beraten.

Verlag stellt LGBTIQ-Buch auf Ungarisch online

Der Hamburger Verlag migo hat mehrere Kapitel des Buches "Was ist eigentlich dieses LGBTIQ*? Dein Begleiter in die Welt von Gender und Diversität" in ungarischer Übersetzung online gestellt. Der Text sei kostenlos im Internet verfügbar, teilte die Oetinger-Verlagsgruppe mit. In den übersetzten Kapiteln des vor wenigen Tagen erschienenen Buches wird LGBTIQ erklärt, was für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Intersexuelle und Queere steht. Außerdem wird über die Rechte eines jeden Kindes aufgeklärt, wie es hieß. Der Verlag reagiere damit auf das vor kurzem in Ungarn verabschiedete Gesetz, das unter anderem Bücher und Filme für Kinder und Jugendliche verbietet, in denen Sexualität dargestellt wird, die von der heterosexuellen abweicht.

Angela Merkel kommt zu den Bayreuther Festspielen

Auch im letzten Jahr ihrer Amtszeit kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Bayreuth zu den Festspielen. Sie gehöre zu den Premierengästen an diesem Sonntag, teilte die Stadt Bayreuth mit. Das Opern-Festival beginnt nach der Absage im Vorjahr nun mit einer Neu-Inszenierung des Werkes "Der fliegende Holländer". Lange war unklar, ob Merkel in diesem Jahr zu den Festspielen reist. Wegen der Abstandsregelung dürfen deutlich weniger Zuschauerinnen und Zuschauer als sonst ins Haus. Es werden am Sonntag auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und zahlreiche Minister seines Kabinetts erwartet. Der rote Teppich allerdings bleibt im Depot und der Platz direkt vor dem Festspielhaus wird für Schaulustige gesperrt.

Berliner Schaubühne spielt bald vor vollem Saal

Die Berliner Schaubühne will wieder vor einem vollen Saal spielen. Ab Dienstag sollen vorübergehend alle Plätze belegt werden können, wie eine Theatersprecherin sagte. Das soll vorerst bis 8. August gelten. Bisher hatte das Publikum im Schachbrettmuster gesessen, um mehr Abstand zueinander zu halten. Besucherinnen und Besucher müssen sich weiterhin vorab auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie nicht geimpft oder genesen sind. Sie benötigen außerdem eine Maske, wenn sie sich im Haus bewegen. Die Schaubühne hatte sich nach der Pandemiepause dazu entschlossen, auf Theaterferien zu verzichten und den Sommer durchzuspielen.

Neandertaler jagten Großwild auf der Schwäbischen Alp

Schon in der Mittleren Steinzeit vor mehr als 65.000 Jahren jagten die Neandertaler auf der Schwäbischen Alb Großwild wie Rentiere oder Wildpferde. Dazu benutzten sie komplex hergestellte Waffen, wie ein neuer Fund aus der Welterbe-Höhle "Hohle Fels" belegt. Das teilten die Universität Tübingen und das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren mit. Der Fund sei eine exzellent erhaltene, blattförmig bearbeitete Hornsteinspitze. Bisherige Funde dieser Art waren deutlich später datiert. Die Blattspitze wird nun bis Anfang Januar 2022 im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren ausgestellt - und zwar als Fund des Jahres.

Protest gegen Aufgabe des Berliner Ehrengrabes für Oskar Loerke

Das deutsche PEN-Zentrum protestiert gegen die Entscheidung des Berliner Senats, das Ehrengrab für den Lyriker und Lektor Oskar Loerke aufzugeben. Loerke habe mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten sein Amt in der Preußischen Akademie verloren, erkläre das PEN-Zentrum. In seiner Lyrik beschreibe er die Naziherrschaft "mit drastischen Worten, die an Klarheit nichts zu wünschen übriglassen", hieß es weiter. Was innere Emigration bedeute, könne an seinem Beispiel abgelesen werden.

Grenzmuseum Mödlareuth wird für 15 Mio Euro modernisiert

Das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Thüringen und Bayern soll für knapp 15 Millionen Euro modernisiert und erweitert werden. Dafür wollen der Bund und die beiden Länder zwölf Millionen Euro bereitstellen. Ziel sei ein zeitgemäßes Museumskonzept, um eine jüngere Zielgruppe zu erreichen, betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Das Museum solle künftig die Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung am Beispiel von "Little Berlin" Mödlareuth erzählen, hieß es. Mitten durch den Ort liefen bis zum Ende der deutschen Teilung die DDR-Grenzanlagen.

Kurt-Schwitters-Preis für Phyllida Barlow

Die britische Künstlerin Phyllida Barlow wird mit dem Kurt-Schwitters-Preis 2022 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und gestiftet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Überzeugt habe die in London lebende Bildhauerin durch ihre Art "sich nicht selten spielerisch und humorvoll mit materiellen Eigenschaften und Grenzbereichen der skulpturalen Form" auseinanderzusetzen. International bekannt wurde Phyllida Barlow mit raumgreifenden skulpturalen Werken, die sie unter anderem 2017 im Britischen Pavillon auf der Biennale von Venedig und 2021 im Haus der Kunst in München präsentierte. Der Preis werde voraussichtlich im Herbst verliehen und sei mit einer Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover verbunden.

Belarus will Journalistenverband schließen

Die belarussischen Behörden wollen den größten Journalistenverband des Landes schließen. Das Justizministerium beantragte am Mittwoch beim höchsten Gericht von Belarus, dass der Belarussische Verband der Journalisten, BAJ, wegen angeblicher Fehler in Dokumenten für die Pachtung von Büroräumlichkeiten schließen muss. Der Verband argumentierte, er habe die nötigen Unterlagen nicht liefern können, weil seine Zentrale seit einer Polizeirazzia in der vergangenen Woche abgeriegelt sei. "Das Justizministerium versucht nicht einmal, den Anstand zu achten", sagte der Chef des Verbands, Andrej Bastunets. "Obwohl die Situation verzweifelt wirkt, werden wir BAJ mit allen rechtlichen Mitteln verteidigen." Der Verband wurde 1995 gegründet. Ihm gehören 1204 Journalisten an. Der Journalistenverband ist der am meisten respektierte Medienverband in Belarus.

Rückgabe der "Füchse" wird weitergeführt

Die Stadt Düsseldorf will das Gemälde "Die Füchse" des Malers Franz Marc zurückgeben. Vorher hatte die Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige gegen die Restitution des wertvollen Gemäldes zu den Akten gelegt. Die Rückgabe beendet einen jahrelangen Raubkunst-Streit. Der Düsseldorfer Stadtrat hatte schon Ende April beschlossen, das auf einen Wert von mindestens 14 Millionen Euro geschätzte Gemälde an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten Kurt Grawi zurückzugeben. Gegen diesen Beschluss war aber Anzeige wegen Untreue gestellt worden. Da die Staatsanwaltschaft nun erklärte, kein Ermittlungsverfahren einzuleiten, kann der Restitutionsbeschluss umgesetzt werden.

Liverpool empört über Verlust von Weltkulturerbe-Status

Liverpools Bürgermeisterin Joanne Anderson bezeichnete den Beschluss des Welterbekomitees, Liverpool den Kulturerbetitel zu entziehen, als "unbegreiflich". Sie sei zutiefst enttäuscht über diese Entscheidung. Liverpool werde Einspruch einlegen. Das zuständige Komitee der Unesco hatte mehrheitlich in geheimer Abstimmung befunden, dass Neubauten - darunter ein geplantes Stadion für den Fußballverein Everton - der "Authentizität und Integrität" des Viertels abträglich seien und zu "unumkehrbaren Verlust von Eigenschaften" führten. Der Bürgermeister der Liverpool City Region, Steve Rotheram, sagte, die Aberkennung des Status sei ein Rückschritt, der die Wirklichkeit vor Ort nicht berücksichtige.

Oscargewinnerin Zhao in Jury vom Filmfest Venedig

Die Regisseurin und diesjährige Oscarpreisträgerin Chloé Zhao wird Mitglied der internationalen Jury der 78. Filmfestspiele in Venedig. Das gaben die Organisatoren bekannt. Die gebürtige Chinesin war im vergangenen Jahr mit ihrem Road-Movie "Nomadland" auch in Venedig ausgezeichnet worden. Das Filmfest soll vom 1. bis zum 11. September laufen. Es ist neben Cannes und Berlin eines der wichtigsten der Welt. Geleitet wird die diesjährige Jury von dem südkoreanischen Regisseur Bong Joon-ho ("Parasite").

Zwei Millionen für Wiederaufbau historischer Gebäude

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Hermann Reemtsma Stiftung haben ein Nothilfeprogramm für den Wiederaufbau von historischen Gebäuden eingerichtet, die bei den Unwettern beschädigt wurden. Beide Stiftungen stellen dafür jeweils eine Million Euro bereit. Zur Begründung hieß es, die Flutkatastrophe habe auch Orte mit teils historischen Stadtkernen und malerischen Lagen an Bach- und Flussläufen getroffen. Denkmaleigentümer, die mit großem Engagement ihre Gebäude erhielten, seien nun ganz besonders auf Solidarität und schnelle Hilfe angewiesen.

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Fazit

50. Art BaselEin nachgeholtes Jubiläum und mehr Ruhe
Auf zwei Holzbooten sind übergroße schwarz-weiß Porträts angebracht. (Art Basel)

Die 50. Art Basel hätte eigentlich letztes Jahr stattfinden sollen. Nun läuft sie, und immer noch ist Corona ein Thema: Nur wenige Sammler aus Amerika und Asien sind zugegen. Die Messe fühle sich an wie vor 15 Jahren, so die Kritikerin Elke Buhr.Mehr

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