Seit 05:05 Uhr Studio 9

Montag, 16.12.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Fazit / Archiv | Beitrag vom 21.12.2011

"Wegwerfmentalität gekoppelt mit Wunsch nach Individualität"

Dramatiker Oliver Kluck über die Kunst, effizient Stücke zu schreiben

Podcast abonnieren
Oliver Kluck ist eine "Ein-Mann-Fabrik" fürs Theater (Ali Ghandtschi)
Oliver Kluck ist eine "Ein-Mann-Fabrik" fürs Theater (Ali Ghandtschi)

Seit Oliver Kluck im Frühjahr 2009 beim Theatertreffen den Förderpreis für neue Dramatik für sein Stück "Prinzip Meese" bekommen hat, bitten ihn ständig Theater um neue Stücke. Er hat sich für seine Arbeit Methoden des Volkswagenkonzerns abgeschaut.

Ständig fragen Theater nach Texten vom ihm - und er liefert prompt. Für Chemnitz entstand "Zum Parteitag Bananen" - in Hamburg kam "Warteraum Zukunft" auf die Bühne, in Weimar entwickelte er ein Theaterlabor und zuletzt wurde in Rostock sein Stück "Über die Möglichkeiten der Punkbewegung" uraufgeführt.

Den vielen Wünschen nach Einzelanfertigungen könne er gerecht werden, weil er sich Methoden des Volkswagenkonzerns abgeschaut habe, sagt Kluck. Der müsse auch ständig Kundenwünsche nach individuellen Autos zu gemäßigten Preisen bedienen. Ihm gehe es mit Theatern genauso. "Diese Wegwerfmentalität, gekoppelt auch mit dem Wunsch nach Individualität, die schwebt natürlich auch in diesem Bereich zurück."

Er arbeite sich daher an Themen ab und versuche, sie mehrfach zu verwerten. Wenn ein Theater anfrage, "kann ich, also die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, dann vorschlagen, dass die und die Stoffe auch bestehen und dass es da Arbeiten dran gibt". Dieses Konzept habe immer funktioniert.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsBeethoven war auch nur ein Mensch
Der Sänger Henning Jäger stellt Beethoven 2020 in einer Kölner Musiktheaterproduktion dar. (imago images / Horst Galuschka)

2020 wäre Ludwig van Beethoven 250 Jahre alt geworden. Die "Welt" zeigt uns seine allzu menschliche Seite, wenn sie über seine Verdauungsbeschwerden schreibt: "Ludwig, der Verstopfte. Unten wie oben, wo bald schon kaum mehr Töne hineindrangen."Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur