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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 15.06.2019

Was kommt nach dem Führungstrio der SPD?"Ich bin kein großer Freund von Doppelspitzen"

Christoph Schwennicke im Gespräch mit Axel Flemming

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Manuela Schwesig (M), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, und Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Vorsitzender in Hessen, gehen nach einer Pressekonferenz in Berlin vom Podium. (dpa/Michael Kappeler)
Derzeitiges Führungstrio der SPD: Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel. Nur eine Übergangserscheinung, meint Christoph Schwennicke vom Cicero (dpa/Michael Kappeler)

Derzeit wird die SPD von einem Führungstrio geleitet. Christoph Schwennicke, Chefredakteur von "Cicero", sieht eine Urwahl kommen. Er meint: Es wird wohl in eine Doppelspitze münden - ein Konstrukt, von dem er nicht viel hält.

Der Rücktritt von Andrea Nahles führte zu einer Übergangslösung in der SPD-Parteiführung, derzeit leitet ein Trio aus Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel die Sozialdemokraten. Könnte dieses Trio eine Dauerlösung für die Partei werden? Schäfer-Gümbel plane über diese Schiene sicher nicht sein Comeback, meint Christoph Schwennicke, der Chefredakteur des "Cicero", dazu. Und auch Malu Dreyer habe immer betont, dass ihr Platz in Rheinland-Pfalz sei. Sie habe keine bundespolitischen Ambitionen, sagt er. Einzig bei Schwesig könne er sich Ambitionen vorstellen, doch bei ihr könne es eventuell am Rückhalt mangeln. "Er zeichnet sich deutlich ab, dass es auf eine Urwahl hinausläuft", bei der die neue Vorsitzende dann gewählt würde, so Schwennicke. "Mutmaßlich wird das in eine Doppelspitze münden." 

"Ich selbst bin kein großer Freund von Doppelspitzen, aber es ist eine Art Modeerscheinung, die sich bei anderen Parteien ja durchaus erfolgreich zeigt." Während er sich vorstellen kann, dass Schwesig für die eine Hälfte dieser Doppelspitze ihren Hut in den Ring wirft, sieht er Kevin Kühnert aber nicht auf dieser Position. "Das war eine Chimäre einer deutschen Wochenzeitung", sagt er und bezieht sich damit auf den Spiegel-Titel aus der vergangenen Woche. Auf dem Magazin-Titel hatte die Frage geprangt: "Kommt jetzt Kevin?" 

Schäfer-Gümbel-Interview war "erfrischend" 

Gleichzeitig bedauert er, dass es "nicht mehr opportun" sei, die Grünen auch mal härter anzupacken. Er fand deshalb das Interview, das Thorsten Schäfer-Gümbel gegeben hatte, in dem er die Grünen in die Nähe der AfD rückte, eher "erfrischend". Schäfer-Gümbel war am nächsten Tag in einem Twitter-Thread von seinen Äußerungen aber wieder abgerückt:

Und Schwennicke konstatiert im Bezug auf die FDP: Der Partei fehle ein originäres Thema. Die Grünen hätten das Klima-Thema, die AfD das Thema der Migration, doch der FDP fehle eines. "Der Tisch wäre reich gedeckt für eine FDP, deren Ur-Thema die Wirtschaft ist, doch sie hat da kein versiertes Personal im Angebot, das diese Leerstelle besetzen könnte."

(inh)

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