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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 01.08.2014

Was kann man von Ihren 100 Jahren lernen?

Moderation: Matthias Hanselmann

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Wilhelm Stintzing bei Deutschlandradio Kultur  (Bettina Straub / Deutschlandradio )
Wilhelm Stintzing bei Deutschlandradio Kultur (Bettina Straub / Deutschlandradio )

Vor 100 Jahren wurde er geboren, an dem Tag, als das österreichische Thronfolgerpaar in Sarajevo ermordet wurde. Wilhelm Stintzing hat das "Jahrhundert der Extreme" am eigenen Leib erlebt. Die Überwindung zerstörerischen Hasses ist sein Lebensthema.

Während des Ersten Weltkrieges wuchs er in Deutsch-Südwestafrika auf, dem heutigen Namibia. Nach dem Krieg zogen seine Eltern nach Potsdam. Stintzing war auf der Straße dabei, als 1933 Hitler und Hindenburg beim "Tag von Potsdam" bejubelt wurden. Sechs Jahre lang war er Soldat im Zweiten Weltkrieg - und erkannte erst danach, dass nicht verbrecherische SS-Banden für Mord und Verfolgung verantwortlich waren, sondern dass das ganze System, mit Hitler an der Spitze, verbrecherisch war.

1947 wurde Stintzing evangelischer Pfarrer in Groß Glienicke, einem brandenburgischen Dorf an der Grenze zu West-Berlin. Weil er die Abriegelung der Grenze vorhersah, ließ er aus der DDR heraus für seine Gläubigen auf der anderen Seite der Grenze eine Kirche bauen - ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Kalten Krieges.

Die Überwindung zerstörerischen Hasses ist sein Lebensthema - bis heute, da er sich für den Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche einsetzt, in der ein Friedenszentrum eingerichtet werden müsse. Was kann man von seinen hundert Lebensjahren lernen?

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