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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 06.08.2015

"Wanke nicht, mein Vaterland!"Schleswig-Holstein-Lied wird zum nationalen Schlachtgesang

Von Claus-Stephan Rehfeld

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Die Landesfahne von Schleswig-Holstein (dpa / picture alliance / Markus Scholz)
Die Landesfahne von Schleswig-Holstein (dpa / picture alliance / Markus Scholz)

Auf den Tag genau vor 170 Jahren, am 6. August 1845, mutiert das regionale Heimatlied "Wanke nicht, mein Vaterland!" zu einer nationalen Kampfeshymne. Hier die ganze Geschichte des Schleswig-Holstein-Liedes und des bedeutungsvollen Bindestrichs.

VORSPIEL. Komma oder Strich

Schleswig, Holstein oder Schleswig-Holstein.

Komma oder Bindestrich – eine Gratwanderung hierorts, an der Schlei, wo vor 1000 Jahren die Wikinger lebten und ihre Grenze befestigten, und wo es im deutschen Liedtext heißt, der Landstrich sei meerumschlungen. Ja, er war lange Zeit sturmumtost … von den Gemütern.

Im Juli 1844 sind die Gemüter der Schleswiger und der Holsteiner erhitzt.

Kong Christian VIII. ist König von Dänemark und als Herzog von Schleswig sowie Graf von Holstein auch Landesherr der beiden Elbherzogtümer. In Schleswig ist die Bevölkerung im nördlichen Teil dänischsprachig und im südlichen Teil deutschsprachig. Holstein ist seit 1815 Mitglied im Deutschen Bund.

Und südlich der beiden Herzogtümer rollt eine national gesinnte Welle durch die deutschen Landstriche.

Halt, das wäre etwas verkürzt. Der Sommer 1844 hat auch noch andere Gesichter. Heine zieht mit ätzender Kritik über die Deutschtümelei her und wittert schon den "deutschen Zukunftsduft". "DEUTSCHLAND. EIN WINTERMÄHRCHEN".

Der Aufstand der Schlesischen Weber.

Der dänische Dichter Hans Christian Andersen weilt am 24. Juli 1844 in Leipzig. "Es wurde auf mein Wohl mit Champagner getrunken."

Und Theodor Storm macht von seiner Eintrittskarte zum Schleswiger Sängerfest keinen Gebrauch, sitzt am 24. Juli an einem langen Liebesbrief für seine Constanze. Er mag es nicht, "mit der Musick einen solchen Tumult einzunehmen …"

KAPITEL 1. "Jubel ohnegleichen". Die Erstaufführung

Das Schleswiger Sängerfest 1844. Die alten Berichte verzeichnen einen ritualisierten Ablauf und eine erregte Stimmung an jenem Morgen des 24. Juli. Musik zieht durch die geschmückte Stadt. Die schwarz-rot-goldgelbe Fahne dominiert, "also Schleswigholstein und Deutschland ist die Loosung!" jubelt das "Rendsburger Wochenblatt". In der Domkirche findet ein "geistliches Konzert" statt.

Mit 27 Kanonenschüssen beginnt um zwei Uhr der Festzug der etwa 30 Gesangvereine, mit Bannern und Fahnen. Wieder 27 Kanonenschüsse – der Festzug ist auf der Schützenkoppel angelangt. Dort wird, wieder unter Kanonendonner eine Flagge aufgezogen, der erste Teil des "weltlichen Konzerts" beginnt. Als letztes Lied wird Arndt’s "Was ist des Deutschen Vaterland?" angestimmt. Laute Da-capo-Rufe, kräftige Hurra-Bekundungen, Wiederholung der letzten Strophe : "Das ganze Deutschland soll es sein". In seiner Erregung zerbricht der Dirigent den Taktstock – am Notenpult.

"… drei Kanonenschüsse verkünden den Anfang der 2ten Abtheilung" des Sängerfestes. 10 bis 12.000 Zuhörer zählt das "Rendsburger Wochenblatt". Während des Festmahls werden Toaste ausgebracht – auf den dänischen Landesherren, auf Deutschland, auf das "ewig ungetheilte Schleswig=Holstein."

"Hierauf betraten 56 Sänger des Schleswiger Gesangvereins das Podium … und brausend steigt es mit Hingebung und tiefinnerster Begeisterung aus den Kehlen der Sechsundfünfzig : <Schleswig-Holstein, meerumschlungen>. (…) Es gab ein Händedrücken und einen Jubel ohnegleichen!"

Auf kurz zuvor verteilten Flugblättern mit dem Liedtext waren die 500 Sänger aus den beiden Herzogtümern aufgefordert worden, die beiden letzten Zeilen jeder Strophe mitzusingen.

KAPITEL 2. "Mit Kraft und Feuer". Das Lied

Hier, auf der Schützenkoppel, wurde das Lied erstmals gesungen. Das Denkmal hinter uns erinnert daran. Und an den Text.

Musik: "Wanke nicht, mein Vaterland!"

Die älteste Lied-Aufnahme, die wir gefunden haben, stammt aus dem Jahr 1909.

Die Vortragsweise mag stimmen, "mit Kraft und Feuer" zu singen, der Text ist unverständlich. Also:

"Wanke nicht mein Vaterland! An Schleswig-Holstein.
Schleswig=Holstein, meerumschlungen,
Deutscher Sitte hohe Wacht !
Wahre treu, was schwer errungen, -
Bis ein schön’rer Morgen tagt !
Schleswig=Holstein, stammverwandt,
Wanke nicht, mein Vaterland !

Ob auch wild die Brandung tose,
Fluth auf Fluth, von Bai zu Bai :
O, laß blüh‘n in Deinem Schooße
Deutsche Tugend, Deutsche Treu‘!
Schleswig=Holstein, stammverwandt,
Bleibe treu, mein Vaterland !

Doch, wenn inn’re Stürme wüthen,
Drohend sich der Nord erhebt? -
Schütze Gott die holden Blüthen,
Die ein mild’rer Süd belebt !
Schleswig=Holstein, stammverwandt,
Stehe fest, mein Vaterland !

Die nächsten drei Strophen sparen wir aus, wichtig sind die jeweils letzten beiden Durchhaltezeilen. 

"Schleswig=Holstein, stammverwandt,
Harre aus, mein Vaterland !"

"Schleswig=Holstein, stammverwandt,
Stehe fest, mein Vaterland !"

"Schleswig=Holstein, stammverwandt,
Bleibe treu, mein Vaterland !"

Dann die siebte Strophe.

Theures Land, Du Doppel=Eiche
Unter Einer Krone Dach,
stehe fest und nimmer weiche,
Wie der Feind auch dräuen mag !
Schleswig=Holstein, stammverwandt,
Wanke nicht, mein Vaterland!"

Das Lied, so berichtete das "Itzehoer Wochenblatt" einige Tage darauf, …

… "das Lied <Wanke nicht, mein Vaterland!> … erregte ein so freudiges Bravo- und Da-capo-Rufen, daß es unter einer steigenden Teilnahme wiederholt vorgetragen werden mußte … Sollte das Schleswiger Sängerfest der Geburtstag eines Deutschen Schleswig-Holsteinischen Nationalliedes sein, würde es schon deshalb unvergeßlich bleiben."

KAPITEL 3. "ein kräftiger Protest". Die Entstehung des Liedes

"Wanke nicht, mein Vaterland !" – es war ein regionales Kampflied. Es wurde ein deutsches Kampflied.

Der Reihe nach. Die Liedgeschichte begann einen Monat vor dem Sängerfest. Der Organist am adeligen St. Johanniskloster zu Schleswig, Bellmann, hält ein Gedicht in der Hand: "Schleswig, Holstein, schöne Lande". Der preußische Kreis-Justizrath Dr. Karl Friedrich Straß hat es ihm am 22. Juni aus Berlin geschickt – ein Heimatgedicht. Vier Strophen beschreiben die Schönheit der beiden Herzogtümer.

Carl Gottlieb Bellmann, ein gebürtiger Schlesier, komponiert umgehend eine hymnische Musik dazu. "Mein Streben war, so leicht wie möglich und im Volkston zu schreiben … "Eine kleine Anleihe bei der "Marseillaise" hilft ihm dabei.

Er hofft, dass der "schöne" Text "bei der Tafel noch, wenn Zeit und Augenblick es gestatten, gesungen werde."

Die Zeit zum Gesang, sie wird sich finden, aber mit einem anderen Text. Der Schleswiger Advokat Matthäus Friedrich Chemnitz, ein gebürtiger Holsteiner, hat auf Bellmanns Komposition einen "kräftigen Protest" in sieben Strophen gesetzt.

Schrieb der Preuße Straß politisch korrekt Schleswig Komma Holstein, so schnürte Chemnitz die beiden Herzogtümer mit einem Bindestrich zusammen.

Die Stoßrichtung ward eine andere. Der Heimatliedtitel "Schleswig, Holstein, schöne Lande" wich dem Fanfarenstoß : "Wanke nicht, mein Vaterland !" Ist das Gedicht von Straß nach innen gerichtet und mahnt "Haltet fest der Eintracht Band!", beschwört Chemnitz eine dänische Gefahr ("Drohend sich der Nord erhebt") und das "Vaterland". Straß lieferte ein Wunsch- und Segenslied für die beiden Herzogtümer mit ihren schönen Landschaften ab, Chemnitz reihte einen Aufforderungssatz an den anderen: "Deutscher Sitte hohe Wacht !"

Die vielen Ausrufezeichen sind AufrufeZeichen. "Stehe fest und nimmer weiche, / Wie der Feind auch dräuen mag !"

Hatte er sich von Hoffmann von Fallersleben anregen lassen? Der hatte drei Jahre zuvor sein "Lied der Deutschen" verfasst. Auch dort Schlüsselvokabeln wie "Deutsche Treue" … "Vaterland". Und zwar "bis an den Belt".

Chemnitz traf die Gemütslage der deutschgesinnten Bewohner in beiden Herzogtümern, heizte sie an. In einem Brief kann der Tenor vom Schleswiger Gesangverein berichten, dass "Tausende von Theilnehmern in großartiger Begeisterung gegen die Zumuthungen der Widersacher des Landes protestierten und die ganze weite Festhalle am Ende von einem stürmischen endlosen Hurrah! für das geliebte, so bewegte und angegriffene Vaterland wiederhallte."

KAPITEL 4. "als solches zu erhalten". Die Historie

In den Ständesaal im Schleswiger Rathaus ist wieder Ruhe eingekehrt.

Tumultartige Szenen im Spätherbst 1842 in der Ständeversammlung, dem Parlament im Herzogtum Schleswig. Der Liberale Abgeordnete Peter Hjort Lorenzen hält eine Rede – in seiner Muttersprache Dänisch. Was bisher möglich war, führt diesmal zu Tumulten, zum Bruch. Ihm wird das Wort entzogen.

Trotz der Bekundung des dänischen Landesherrn, "das Herzogthum Schleswig weder Deutsch noch Dänisch zu machen, sondern es als solches zu erhalten."

Der Sprachenstreit im Herzogtum befördert die Konfrontation – zwischen den Lagern, in den Lagern. Liberales Verlangen weicht konservativen Forderungen, regionale Identität weicht nationalem Bekenntnis. Es ist die Zeit, da deutsche Kulturnation mit deutscher Staatsnation gleichgesetzt wird.

Und alte Verträge instrumentalisiert werden wie beim Schlagwort "op (up) ewig ungedeelt". Das Ripener Privileg von 1460 trägt das Schlagwort nicht, dort steht geschrieben: "… dat se bliven ewich tosamende ungedelt", dass Schleswig und Holstein ewig zusammen (und) ungeteilt bleiben. Und meint: Unter dänischer Landesherrschaft soll es keine Fehde zwischen beiden geben. Deutschgesinnte Schleswiger und Holsteiner deuten es um in die Forderung nach Loslösung beider Herzogtümer von Dänemark.

Und just am 09. Juli 1844, wenige Tage vor dem Schleswiger Sängerfest, tritt in Schleswig die Ständeversammlung wieder zusammen. Der dänische Landesherr bekundet sein "allerhöchstes Mißfallen" über "den Geist" der 1842er Ständeversammlung.

KAPITEL 5. "donnerten die Kanonen". Die Verbreitung

Die Rheinlieder-Welle war gerade abgeebbt, der Rheinkult. "Der deutsche Rhein".

"Sie sollen ihn nicht haben,
Den freien deutschen Rhein,
Bis seine Flut begraben
Des letzten Manns Gebein!"

Der Nationalismus war in Franzosenhass umgeschlagen.

Auf dem deutschen Flickenteppich schießen bürgerliche Männergesangvereine hervor … und Vaterlandslyrik. Die Männergesangvereine werden Träger eines nationalen Geltungsdrangs. Die Sängerfeste geben dafür die Bühne.

Es ist die Zeit, da das Nationale noch "über alles" geht. Die Rheinkrise ward 1840 politisch gelöst, nun werden Schleswig und Holstein zur nationalen Sache. "Wanke nicht, mein Vaterland !"

Vom Schleswiger Sängerfest 1844 tragen die Gäste, Männergesangvereine aus den beiden Herzogtümern, das Lied regional weiter. Zeitungen wie das "Itzehoer Wochenblatt", das "Rendsburger Wochenblatt" und das "Husumer Wochenblatt"  verbreiten den Liedtext. Ebenso der Band von 1844 "Kriegslieder für den Bürger und Bauer in Schleswig-Holstein".

Ein deutsches Kampflied wird es ein Jahr später in Würzburg. Im August 1845. Auf dem Ersten deutschen Sängerfest. Die bayrischen Gastgeber empfangen die "Gäste aus dem fernen Norden (…) als Brüder, um "den Feinden" und "jeder fremden Einmischung" den Kampf anzusagen.

"Auf! – sey es zum Siege, zum Tode! Hurrah!
Germania allzeit, Germania!"

Nicht nur die Augsburger Sangesbrüder weisen nach Norden,

"Dort, wo mit drohender Geberde
Um unser Recht der Däne grollt …"

Nun, dem Auftritt der 30 Mitglieder des Sängerchores aus dem Norden am 06. August 1845 folgt ein Begeisterungssturm. Die "Neue Würzburger Zeitung" notiert auf ihrer Titelseite: "Als die Schleswiger ihr : <Wanke nicht, mein Vaterland!> … vollendet hatten, donnerten die Kanonen, erhob sich ein ungeheuerer Beifallssturm, die Hüte wurden geschwenkt, und man sah es deutlich, aus Aller Herzen sprach die Sympathie für die theuern Brüder im Norden." In der Ausgabe vom 09. August wird der Liedtext auf der Titelseite abgedruckt.

Auf den anwesenden Verfasser des Textes, Chormitglied Chemnitz, wird ein "feuriges Lebehoch ausgebracht".

Advokat Bremer aus Flensburg ruft den Festgästen zu, man werde für "Deutschlands Einheit (…) auch gerne in den Tod gehen! (Donnernder Applaus)" vermerkt die Mitschrift.

"Wanke nicht, mein Vaterland !" Die Liedertafel aus Bad Kissingen verteilt eigens hergestellte Drucke mit dem "Lied der deutschen Brüder aus Schleswig=Holstein" an alle Männergesangvereine.

Die Sänger aus dem Norden stehen im Mittelpunkt des Ersten Deutschen Sängerfestes. Der Bindestrich ist zur nationalen Kampfsache geworden.

Im "Gedenkblatt" zum 40. Jahrestag des Schleswiger Gesangvereins 1879, verfasst "von mehreren Mitgliedern", würdigen selbige das Lied "Wanke nicht, mein Vaterland!", "das unsere Brüder beim Freudenmahl erheitert und zur Schlacht geleitet hat, wie in späteren Jahren die <Wacht am Rhein.>"

Ach so, das zweite Lied, welches die "Gäste aus dem fernen Norden" anstimmten, hieß "Nord und Süden Hand in Hand !" und hat einen in dieser Zeit merkwürdig doppeldeutigen Untertitel: "Schleswig-Holstein an Deutschland."

KAPITEL 6. "deutsche Zungen … deutscher Strand". Die Deutungen

"Schleswig-Holstein, meerumschlungen" – gespielt auf der Bellmann-Orgel im St. Johannis-Kloster in Schleswig. Vermutlich hat Bellmann auf dieser Orgel die Melodie komponiert. Herr Pohl trägt sie uns vor.

Als der "Schleswiger Gesangverein von 1839 e.v." seinen 150. Geburtstag feierte, hob die dänisch-deutschsprachige Zeitung "Flensborg Avis" im ersten Satz ihres Berichtes hervor, dies Jubiläum sei "ohne falsches Pathos und den sonst bei Jubiläen dieser Art leider zur Sitte gewordenen Griff in die historische Mottenkiste" begangen worden. 145 Jahre nach der Erstaufführung des Liedes habe es im Vortrag des Chor-Vorsitzenden "weder Spitzen gegen die damalige dänische Regentschaft noch pathetische Geschichtsverklärung" gegeben.

Das war 1989! Und hat eine lange Vorgeschichte. Die Geschichte des Liedes ist auch eine Vorgeschichte von Kriegen. Dem dreijährigen Bürgerkrieg von 1848 bis 1851 folgt 1864 der Deutsch-Dänische Krieg um Schleswig, in den europäische Großmächte hineingezogen werden. Er gilt als der erste der 3 deutschen Einigungskriege. Es ist eine Geschichte über Selbstbehauptung und Geltungsdrang, Nationalismus und Instrumentalisierung.

"Das völkische Nationalbewußtsein wurde gestärkt (…), welches die Volksgenossen einer Rasse, eines Landes und einer Sprache untereinander verband." Zitat 1936.

Die Berichte zu den Liedjubiläen 1894 und 1944 lesen sich nicht viel anders.

Die Diktion parodierte Friedrich Engels in einem Brief an Karl Marx schon 1846:

"Schleswig-Holstein, meerumschlungen, Schleswig-Holstein, stammverwandt.
Schleswig-Holstein, deutscher Zungen, - Schleswig-Holstein, deutscher Strand!
Schleswig-Holstein, brunstdurchdrungen, Schleswig-Holstein, glutentbrannt,
Schleswig-Holstein, ernst gerungen, Schleswig-Holstein, halte Stand!
Schleswig-Holstein, frisch gesungen : "Schleswig-Holstein! Dän’scher Tand!"
Schleswig-Holstein, bis erklungen: "Schleswig-Holstein", all durchs Land!
Schleswig-Holstein, starke Lungen, - Schleswig-Holstein, schwache Hand,
Schleswig-Holstein, dumme Jungen, - Schleswig-Holstein, Affenschand.

Schleswig-Holstein, stammverwandt, bleibe treu mein Vaterland …"

Hübsch, nicht wahr?!

(zum Organisten gewandt) Vielen Dank, Herr Pohl.

NACHSPIEL. Heimatlied aus Reststrophen

Bei der Volkabstimmung in Schleswig stimmte 1920 die Mehrheit in Nordschleswig für eine staatliche Zugehörigkeit zu Dänemark. 1955 wurde die Grenze in der Bonn-Kopenhagener Erklärung bestätigt.

In der Landesverfassung des Bundeslands ist die Frage der Landeshymne nicht geregelt. Rechtlich wurde das Schleswig-Holstein-Lied nicht zur offiziellen Landeshymne erklärt.

Auf der Internetseite der Landesregierung wird das Lied als "inoffizielle Landeshymne" bezeichnet.

Von den sieben Strophen des "Wanke nicht, mein Vaterland!" werden heute meist nur drei Strophen gesungen – die erste und die zweite sowie die siebente.

Als der "Schleswiger Gesangverein von 1839" anlässlich seiner 150-Jahrfeier das Lied anstimmte, trug er die ersten drei Strophen vor.

Ja, über die Jahre hat sich mit den politischen Verhältnissen auch die Vortragsweise verändert. 1844 auf dem Schleswiger Sängerfest als Kampflied vorgetragen gemäß der Anweisung "Mit Kraft und Feuer". ist es 1902 ein "schönes Nationallied", das "unsere Krieger angefeuert in der Schlacht", und wird im 3. Reich zum "Treuelied gegen den gemeinsamen Feind".

Dieser Tage hat es die Stimmung eines "etwas bewegt" vorgetragenen Heimatliedes. (kurze Pause) Obwohl der Text … aber die Geschichte kennen Sie ja nun.

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