Wanderausstellung der Arolsen Archives aus Anlass des Antisemitismus-Eklats bei der documenta

    Ein Hinweisschild zur documenta fifteen vor dem Fridericianum.
    Ein Hinweisschild zur documenta fifteen vor dem Fridericianum. © picture alliance/dpa | Boris Roessler
    26.07.2022
    Anlässlich des Antisemitismus-Eklats bei der "documenta fifteen" setzen die Arolsen Archives in Kassel ein Zeichen gegen Judenfeindlichkeit. Die Arolsen Archives sind ein internationales Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Auf der Ladefläche eines historischen Lkw zeigt das Zentrum auf dem Kasseler Opernplatz die Wanderausstellung "#LastSeen", bei der es um die Suche nach bisher unbekannten Fotos von NS-Deportationen und ein neues Verständnis der Bilder geht. Die Direktorin der Arolsen Archives, Floriane Azoulay, sagte bei der Eröffnung am Montag, Antisemitismus finde sich bis heute in allen Teilen der Gesellschaft. Die antisemitische Bildsprache auf dem Banner "People's Justice", das kurz nach Beginn der documenta abgebaut worden war, habe nicht zentraler als in einer der renommiertesten Kunstausstellungen der Welt gezeigt werden können. Mit dem Abbau sei das Antisemitismus-Problem nicht gelöst. "Es befinden sich - trotz wochenlanger Debatten und Warnungen - weitere zweifelhafte Werke auf der documenta fifteen", erklärte Azoulay. Eigentlich hatte die Wanderausstellung vom 21. Juli bis zum 3. August in Saarbrücken Station machen sollen. Aufgrund der Ereignisse wird sie stattdessen nun bis zum 14. September in Kassel zu sehen sein.