Das Feature, vom 05.06.2012

Von Eckhard Roelcke

Walter Frevert war der bekannteste Jäger Deutschlands. Seine Bücher sind bis heute Klassiker der Jagdliteratur. Nach dem Krieg und einer fast lupenreinen Entnazifizierung leitete Frevert das Staatsforstamt Kaltenbronn/Baden-Baden im Schwarzwald.

Ein Jäger mit einem geschossenen Hasen. (picture alliance / dpa)
Ein Jäger mit einem geschossenen Hasen. (picture alliance / dpa)

Er arbeitete als Jagdexperte für den SWF und begrüßte bei seinen Jagden Größen aus Politik, Wirtschaft und Militär.

Im Juli 1962 ist er unter ungeklärten Umständen im Schwarzwald ums Leben gekommen. Erschossen im Unterholz. Ein tragischer Jagdunfall durch einen versehentlich ausgelösten Schuss aus dem eigenen Gewehr?

1938 hatte Hermann Göring Frevert im Jagdrevier Rominten in Ostpreußen zum Oberforstmeister befördert. Der ehrgeizige Jäger war dort nicht nur ein umsichtiger Forstmann, sondern auch ein rücksichtsloser Kriegsverbrecher. Das legen Recherchen des Schweizer Forstwissenschaftlers Andreas Gautschi nahe. Juristisch aufgearbeitet wurde der Fall nie.


Regie: Wolfgang Rindfleisch
DLF 2012