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Interview / Archiv | Beitrag vom 09.07.2014

Wahlen in IndonesienDemokratie gegen Autorität

Daniel Reichart, Direktor der Friedrich-Ebert-Stiftung in Jakarta, über die Kandidaten

Moderation: Nicole Dittmer und Julius Stucke

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Die demokratische Hoffnung in der Mitte am Mikrofon: Joko Widodo. (picture alliance / dpa / Bagus Indahono)
Die demokratische Hoffnung in der Mitte am Mikrofon: Joko Widodo. (picture alliance / dpa / Bagus Indahono)

Der Direktor der Friedrich-Ebert-Stiftung in Jakarta, Daniel Reichart, sieht die heutige Abstimmung in Indonesien als "Richtungswahl". Der eine Kandidat stehe für eine "Wiederbelebung des Demokratieprozesses", der andere für autoritäre Strukturen.

Indonesien habe eine sehr beeindruckende demokratische Transformation vollzogen, sagte Reichart in der Sendung "Studio 9 – Kultur und Politik am Abend". In den letzten Jahren sei es allerdings verstärkt zu einer Stagnation dieses Prozesses gekommen - und zu Versuchen, bestimmte Errungenschaften wieder zurück zu drehen: "In dieser Gesamtsituation ist es nun zu einem Duell zwischen Joko Widodo, dem Gouverneur von Jakarta, und dem ehemaligen General Prabowo Subianto gekommen."

Joko Widodo stehe für einen Generationen- und Elitenwechsel, meinte Reichart . "Mit ihm verbindet man die Hoffnung, dass es zu einer Konsolidierung der Demokratie, vielleicht auch zu einer Wiederbelebung des Demokratieprozesses kommt." Bei Prabowo Subianto müsse man dagegen befürchten, "dass es zu einer Rückkehr von etwas autoritäreren Strukturen kommen könnte".

Die Religion spiele in Indonesien eine sehr große Rolle. 90 Prozent der Bevölkerung seien muslimisch. Es habe einen "schmutzigen Wahlkampf" gegen Joko Widodo gegeben, indem behauptet wurde, dass er nicht muslimischen Glaubens sei, und Übergriffe auf religiöse Minderheiten gegeben: "Das zeigt, dass dieses Bild von Indonesien als das Land, wo ein relativ toleranter Islam gepflegt wird, gewisse Risse bekommen hat", äußerte Reichart.

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