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Konzert / Archiv | Beitrag vom 08.06.2019

Wagners "Walküre" in LudwigsburgWenn Liebe göttliche Pläne stört

Moderation: Stefan Lang

Klaus Florian Voigt steht vor einem roten Hintergrund und lächelt in die Kamera. (Imago / Futre Image / C. Niehaus)
Der Tenor Klaus Florian Vogt (Imago / Futre Image / C. Niehaus)

Siegmund ist die zentrale Figur in Wagners Oper "Die Walküre" aus seiner Ring-Trilogie. Der Tenor Klaus Florian Vogt glänzt in der Rolle des jungen Heldens, der sich Hals über Kopf in seine Schwester verliebt und damit dramatische Verstrickungen auslöst.

Das Forum am Schlosspark in Ludwigsburg hat eine Reihe mit hochkarätig besetzten Opern etabliert, die konzertant geboten werden. In diesem Jahr ist Wagners "Die Walküre" mit Sängerstars und der Chemnitzer Robert-Schumann-Philharmonie zu hören.

Walküren in Zank und Streit

Der junge Held Siegmund ist auf der Flucht und sucht Schutz in einem kleinen Haus, in dem Sieglinde und Hunding leben. Sieglinde erkennt in Siegmund ihren Bruder. Die Geschwister entbrennen in Liebe zueinander. Ihr Mann Hunding fordert Siegmund zum Kampf heraus.

Um Siegmund zu unterstützen, stellt der Göttervater Wotan ihm für den Kampf seine Tochter und Walküre Brünnhilde zur Seite. Fricka, ebenso Walküre, prangert dagegen die inzestuöse Verbindung der Geschwister an. Brünnhilde gelingt es allerdings nicht, Siegmund zu retten. Er stirbt. Brünnhilde flieht mit der schwangeren Sieglinde vor dem Zorn Wotans in eine ungewisse Zukunft. 

Das Werk mit vielen Deutungen

Thomas Mann hat in der großen Wagner-Rede darauf hingewiesen, dass der Ring gegen die ganze bürgerliche Kultur und Bildung gerichtet und gedichtet ist, vom Rheingold bis zur Götterdämmerung blicken wir aus den niederen Menschen-Befindlichkeiten in das Hochgebirge der analytischen Deutung – es gibt nicht die eine oder eine allgemeine Werksicht.

Der Dirigent bei seiner Arbeit in einem Konzert vor dem Orchester (Robert Schumann Philharmonie / Dieter Wuschanski)Guillermo García Calvo ist seit Herbst 2017 Generalmusikdirektor in Chemnitz. (Robert Schumann Philharmonie / Dieter Wuschanski)

Es gibt im Grunde viele verschiedene Betrachtungen und Deutungen, aus verschiedenen Zeitachsen und Empfindungen heraus - das macht den Ring zum großen abendländischen Kulturgut. Man kann ihn immer neu entdecken.

Stefan Lang wird zwischen den Aufzügen mit vielen Beteiligten sprechen. Er kündigt an: "Warum die Chemnitzer nach Ludwigsburg gefahren sind, das klären wir in der zweiten unserer Pausen, in der ersten werden Siegmund – Klaus Florian Vogt und die Brünnhilde Catherine Foster zu Wort kommen, auch Schwertleite Sophia Maeno." 

(cdr/sla)

Aufzeichnung der konzertanten Aufführung vom 1. März 2019 im Theater am Forum in Ludwigsburg

Richard Wagner
Die Walküre – erster Tag des Bühnenfestspiels in drei Aufzügen

Klaus Florian Vogt - Siegmund
Astrid Kessler - Sieglinde
Catherine Foster - Brünnhilde
Aris Argiris - Wotan
Monika Bohinec - Fricka
Magnus Piontek - Hunding

Walküren:
Daniela Köhler – Helmwige
Carolind Wenborne – Gerhilde
Magdalena Hinterdobler – Ortlinde
Sylvia Rena Ziegler – Waltraute
Franziska Krötenheerdt – Siegrune
Diana Selma Krauss – Rossweiße
Nathalie Senf – Grimgerde
Sophia Maeno – Schwertleite

Robert-Schumann-Philharmonie
Leitung: Guillermo García Calvo

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