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Ortszeit / Archiv | Beitrag vom 13.06.2014

Vormarsch der IslamistenKujat fordert "schnelles Handeln" der USA im Irak

Ehemaliger Generalinspekteur rechnet nicht mit Bodentruppen

US-Präsident Barack Obama hält eine Rede im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington. (dpa picture alliance / Olivier Douliery)
US-Präsident Barack Obama will keine US-Soldaten in den Irak schicken. (dpa picture alliance / Olivier Douliery)

Die Amerikaner müssten im Irak aufräumen, was sie dort hinterlassen hätten, sagt Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr. Um das Risiko zu verkleinern, würden sie aber "allenfalls mit Luftstreitkräften" eingreifen.

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und langjährige Vorsitzende des Militärausschusses der NATO, Harald Kujat, sieht angesichts der Lage im Irak einen schnellen Handlungsbedarf seitens der US-Regierung.

"Schnelles Handeln ist jetzt sicheres Handeln", sagte Kujat im Deutschlandradio Kultur. Es wäre allerdings besser für die Region, wenn das Problem von den Anrainerstaaten mitgelöst werden könnte und auch von der irakischen Regierung selbst. Daran habe er aber großen Zweifel, so Kujat. Es werde den Amerikanern also "gar nichts anderes übrig bleiben, als das, was sie dort hinterlassen haben, nun aufzuräumen".

Er rechne aber nicht mit dem Einsatz von amerikanischen Bodentruppen im Irak, betonte Kujat: "Also dieses Risiko gehen sie nicht mehr ein. Wenn sie überhaupt eingreifen, dann werden sie das allenfalls mit Luftstreitkräften tun."

"Waffen der Isis stammen nicht aus Deutschland"

Die Frage, ob Deutschland seine Waffenlieferungen nach Katar und Saudi-Arabien – mutmaßliche Unterstützer der Isis – überdenken müsse, verneinte Kujat. Die in diesem Konflikt eingesetzten Waffen stammten nicht aus Deutschland oder anderen westeuropäischen Ländern, sondern sie stammten in der Regel aus Russland und der Ukraine.

Man sollte nicht grundsätzlich gegen Waffenexporte sein, sagte Kujat: "Denn Waffenexport ist ein integrales Element unserer Sicherheitspolitik. Sie dient auch dazu, Regionen mit zu stabilisieren und zu verhindern, dass es dort zu Konflikten kommt, in die wir möglicherweise hineingezogen werden könnten."

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