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Freitag, 04.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 30. November 2019

Vorhalle des Doms in Speyer in neuem Glanz

Nach mehrmonatiger Sanierung leuchtet der historische Eingangsbereich des Doms in Speyer in neuem Glanz. "Bis auf das Fresko und kleinere Reste sind die Arbeiten in der Vorhalle abgeschlossen", sagte Domdekan Christoph Kohl am Freitag. Mit 890 000 Euro seien die Kosten im vorgesehenen Rahmen geblieben. Der Raum im Westen des UNESCO-geschützten Sakralbaus gilt als zeitgenössisches Gesamtkunstwerk mit einem detailreichen Gewölbe sowie Reliefs und Skulpturen. Die Sanierung ist den Organisatoren zufolge die erste Instandsetzung in größerem Maßstab seit der Fertigstellung 1858.

Vargas Llosa fürchtet Rückkehr zur "perfekten Diktatur"

Ein Jahr nach dem Amtsantritt des linkspopulistischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador fürchtet Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, dass Mexiko erneut zu einer "perfekten Diktatur" wird. "Ich fürchte sehr, dass der Populismus, der die Ideologie des aktuellen Präsidenten zu sein scheint, uns wieder in eine perfekte oder nicht ganz so perfekte Diktatur führt, aber letztendlich in eine Diktatur", sagte der peruanische Schriftsteller in Mexiko-Stadt. Vargas Llosa hatte einst die Regierungszeit der Staatspartei PRI als "perfekte Diktatur" bezeichnet, die in Mexiko von 1929 bis 2000 ohne Unterbrechung herrschte. López Obrador hatte bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr angekündigt, mit dem Klüngel der PRI aufzuräumen. Kritiker werfen ihm allerdings vor, das Land weiter zu militarisieren und immer mehr Kompetenzen in seiner Hand zu bündeln.

Rostocker Kunstpreis geht an Fotograf Stromberg

Der Fotograf Gerhard Stromberg hat den mit 10.000 Euro dotierten Rostocker Kunstpreis 2019 gewonnen. Der Preis war in diesem Jahr für künstlerische Fotografie ausgeschrieben worden. Gegenstand von Strombergs Fotografien seien oft Landschaften, die für ihn Sinnbilder für das Wirken des Menschen auf seine Umwelt sind, hieß es zur Begründung. Zum Fotografieren ziehe es ihn in die Ferne nach Indien, Italien, Frankreich und Ungarn. Der 1952 in Ludwigshafen/Rhein geborene Stromberg wirkte als Fotograf und Hochschullehrer in Trondheim, Helsinki, Belgrad und verschiedenen britischen Städten. In Goldberg in Mecklenburg-Vorpommern hat er 2011 den Verein Goldbergkunst und eine Galerie gegründet.

Fake-News-Gesetz in Singapur

Facebook hat einen Nutzerbeitrag mit einem Berichtigungshinweis versehen, nachdem er von der Regierung in Singapur beanstandet wurde. Seit Samstag steht unter dem betroffenen Eintrag der "States Times Review": "Facebook ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen mitzuteilen, dass die Regierung von Singapur sagt, dass dieser Beitrag falsche Informationen enthalte." Im Mai hatte das Parlament des südostasiatischen Stadtstaats das "Gesetz zum Schutz von Online-Fälschungen und -Manipulationen" verabschiedet. Dieses trat im Oktober in Kraft. Es sieht unter anderem vor, dass klassische Medien ebenso wie Internet-Konzerne nach staatlicher Aufforderung Artikel entfernen müssen.

Internationaler Beethoven-Preis an Pianist Igor Levit

Der russisch-deutsche Pianist Igor Levit bekommt den mit 10 000 Euro dotierten Internationalen Beethoven-Preis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion. Die Jury hob das politische und gesellschaftliche Engagement Levits hervor: Er äußere sich regelmäßig im Geiste des Humanismus, gegen die Ausgrenzung von Minderheiten und gegen den Klimawandel. Die Preisverleihung findet am kommenden Freitag in Bonn im Rahmen eines Festkonzertes statt, teilte die Beethoven Academy mit.

Zukunft des Frankfurter Bibelhaus-Museums offen

Die Zukunft des Bibelhaus-Erlebnis-Museums in Frankfurt am Main bleibt offen. Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau verwarf den Vorschlag eines Neubaus in der Frankfurter Innenstadt als nicht finanzierbar. Neu geprüft werden soll, ob das Museum in ein vorrangig pädagogisches Haus umgewandelt werden kann. Zudem soll untersucht werden, ob eine Verlegung des Bibelhauses nach Mainz realisierbar ist. Im Herbst 2018 hatte die Synode ein umfassendes Konzept mit Szenarien für die Zukunft des Hauses gefordert. Experten hatten sich schließlich für einen kompletten Neubau in der Innenstadt ausgesprochen. Das Bibelhaus wurde 2003 in einer ehemaligen Kirche am Frankfurter Museumsufer eröffnet. Heute besuchen jährlich mehr als 25.000 Menschen jedes Jahr das 500 Quadratmeter große Erlebnismuseum. Es gilt damit in Deutschland als das am besten besuchte Haus dieser Art.

Feuer in Weltkulturerbe-Ort Hallstatt

Im österreichischen Hallstatt hat ein Feuer vier Gebäude beschädigt. Wie die Nachrichtenagentur APA berichtete, brach das Feuer in dem Weltkulturerbe-Ort in einer Holzhütte aus und griff auf drei weitere Gebäude über. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, ein Feuerwehrmann wurde bei dem Einsatz aber verletzt. Warum das Feuer ausbrach, war zunächst unklar. Hallstatt ist berühmt wegen des ältesten Salzbergwerks der Welt. In Ort leben rund 780 Menschen, und alljährlich kommen mehr als eine Million Tagesgäste zu Besuch.

ORF-Redaktion protestiert gegen Kürzungen

Redakteurinnen und Redakteure von ORF 1 haben gegen Kürzungen bei den Informationssendungen protestiert. Diese bedrohten die journalistische Freiheit, heißt es in einer Resolution, wie die Wiener Zeitung „Der Standard" berichtet Außerdem wurde die geplante Ausweitung des Unterhaltungsbereichs kritisiert. Geplant ist den Angaben zufolge, dass Anfang Dezember die Hauptinformationssendung von ORF 1 um zwei Drittel gekürzt und in ein Unterhaltungsformat umgewandelt werden soll. Zugleich prangerten die Journalisten den Umgang mit Beschäftigten an. Bei vielen sei der Eindruck entstanden, dass Kritik als Illoyalität ausgelegt werde. So würden kritische Redakteurinnen und Redakteure zu persönlichen Gesprächen eingeladen.

NDR erstattet Anzeige wegen Ausspähung

Der NDR hat Strafanzeige gegen ein spanisches Sicherheitsunternehmen gestellt. Die Firma soll im Auftrag der ecuadorianischen Regierung den Wikileaks-Gründer Julian Assange und seine Besucher während seines Aufenthaltes in der ecuadorianischen Botschaft in London ausgespäht haben. Von der Überwachung seien neben Ärzten und Anwälten Assanges auch deutsche Journalisten betroffen gewesen, darunter drei Mitarbeiter des NDR, erklärte der Sender. Es handele sich um den Zeitraum 2012 bis 2017. Dies gehe aus Dokumenten und Videoaufnahmen hervor, die NDR und WDR vorlägen. Das gesammelte Material soll laut Aussagen von früheren Mitarbeitern auch Auftraggebern in den USA bereitgestellt worden sein – mutmaßlich einem Nachrichtendienst, wie der NDR berichtete.

Stiftung: Kinderfilme bei Filmpreisen benachteiligt

Der Kinderfilm leidet nach Ansicht der Geschäftsführerin der Deutschen Kindermedienstiftung "Goldener Spatz", Nicola Jones, unter einem Prestigeproblem. Kinderfilme würden im Vergleich zu Filmen für das erwachsene Publikum nicht als vollwertig wahrgenommen. Das zeige sich beispielsweise auch bei der Vergabe von Filmpreisen. "Dabei sind Kinder ein begeisterungsfähiges und von Natur aus neugieriges, aber auch kritisches Publikum", sagte Jones. Laut einer Studie wurden in Deutschland von 2004 bis 2017 insgesamt 234 Kinderfilme produziert. Der Untersuchung zufolge waren sechs Prozent aller europäischen Filmproduktionen im Jahr 2017 Kinderfilme. "Da 15 Prozent der europäischen Bevölkerung Kinder sind, sollten aus unserer Sicht auch 15 Prozent der Filmproduktionen Kinderfilme sein", forderte Jones.

Böhmermann arbeitet an Film über Ibiza-Affäre

Der Satiriker Jan Böhmermann arbeitet an einer Verfilmung der Ibiza-Affäre, die in Österreich im Mai zum Ende der rechtskonservativen Regierung geführt hat. Die Produktion habe bereits im November begonnen, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Böhmermann werde das Projekt gemeinsam mit dem österreichischen Regisseur David Schalko umsetzen. Das Ibiza-Videos hatte im Mai ein politisches Erdbeben in Österreich ausgelöst. Die heimlich erstellten Aufnahmen aus dem Sommer 2017 zeigen den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte anfällig für Korruption wirkt. Strache musste nach der Veröffentlichung des Videos als Parteichef und Vizekanzler zurücktreten, die Regierungskoalition von konservativer ÖVP und rechter FPÖ zerbrach.

Fernsehfilmpreis in Baden-Baden an Tatort-Produktion

Der "Tatort: Für immer und Dich" ist in Baden-Baden mit dem Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgezeichnet worden. Die Jury lobte, Regisseurin Julia von Heinz und Autor Magnus Vattrodt erzählten psychologisch genau die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs und gegenseitiger Abhängigkeit. Der Sonderpreis für herausragende schauspielerische Leistungen ging an den Schauspieler Karl Markovics für seine Darstellung des Bürgermeisters Michael Unterguggenberger in "Das Wunder von Wörgl". Den Sonderpreis für herausragende künstlerische Leistungen erhielt der Regisseur Dietrich Brüggemann für den "Tatort: Murot und das Murmeltier" mit Ulrich Tukur. Den 3sat-Zuschauerpreis erhielt der ZDF-Film "Stumme Schreie" von Johannes Fabrick und Torsten Näter.

Geringes Eintrittsgeld für Kirchen in Ordnung

Der Kulturbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Claussen, hält eine moderate Erhaltungsgebühr für Kirchengebäude für vertretbar.
Im internationalen Vergleich habe man das große Glück, dass Eintrittsgelder in Kirchen relativ selten vorkämen, und wenn dann seien sie vergleichsweise günstig, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Die Kirchen würden sich außerdem nicht darauf beschränken, Eintrittsgelder zu erheben, sondern auch ein spirituelles und kulturelles Programm anbieten. Man könne diese Kirchen im Rahmen eines Gottesdienstes kostenfrei besuchen. Wer die Schlosskirche Wittenberg und das angrenzende Besucherzentrum als Tourist besuchen möchte, muss vom 1. Dezember an zwei Euro Eintritt bezahlen. Auch in anderen evangelischen Kirchengebäuden in Deutschland wie etwa dem Berliner Dom müssen Besucher für den Eintritt zahlen. Das stößt auch auf Kritik.

Berliner Leihgaben für Eremitage-Ausstellung

Sieben Leihgaben aus dem Alten Museum Berlin sind seit Freitag auf dem Weg zu einer Ausstellung um die lange Jahrzehnte verschollene Skulptur "Victoria von Calvatone" nach St. Petersburg. In der dortigen Eremitage wird die 1,70 Meter hohe vergoldete Bronzestatue aus der römischen Kaiserzeit vom 8. Dezember bis zum 8. März im Zentrum einer Ausstellung stehen. Die Objekte aus Berlin haben einen Bezug zu "Victoria". Die Figur aus einstmals Berliner Beständen war vor drei Jahren in St. Petersburg entdeckt worden, seit Kriegsende galt sie als Verlust.

Grütters stellt Programm für Beethoven-Jahr 2020 vor

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven feiert Deutschland den Komponisten aus Bonn im kommenden Jahr auf allen Kanälen. Rund 1000 Konzerte, Opernaufführungen, Festivals und Ausstellungen werden veranstaltet, kündigte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin an. Beethovens Geburtsstadt Bonn, wo der Komponist bis zu seinem 22. Lebensjahr lebte, spiele im Gedenkjahr eine besondere Rolle, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet. Es wird offiziell am 16. Dezember in Bonn eröffnet. Der deutsch-französische Kulturkanal Arte wird alle neun Beethoven-Sinfonien aus neun verschiedenen Städten Europas live übertragen. Zum Abschluss führt der Dirigent Daniel Barenboim am 17. Dezember 2020 die "Neunte" mit dem West-Eastern Divan Orchestra in Bonn auf.

Neuer Präsident für Berliner Wissenschaftsakademie

Der evangelische Theologe Christoph Markschies ist zum neuen Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt worden. Er folgt auf den Mathematiker Martin Grötschel, dessen fünfjährige Amtszeit 2020 endet. Markschies soll das Amt am 4. Juli übernehmen. Der ehemalige Präsident der Humboldt-Universität hatte auch an den Universitäten Jena und Heidelberg gelehrt. Für sein Engagement im ökumenischen und im jüdisch-christlichen Dialog wurde Markschies 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

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