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Vollbild | Beitrag vom 19.07.2014

VorgespultMördersuche, Shakespeare und Kämpfer

Filmstarts am 24.07.2014

Von Patrick Wellinski

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Das Denkmal von William Shakespeare, aufgenommen im Park an der Ilm in Weimar (Thüringen).  (picture alliance / dpa)
Shakespeares ewiger Stoff in vortrefflicher Form ins heutige Ostküsten-Amerika versetzt: "Viel Lärm um Nichts" von Joss Whedon. (picture alliance / dpa)

Wir empfehlen: das irritierend-schöne Kriminalspiel "Feuerwerk am helllichten Tag" aus China, eine gelungene Neuauflage des Shakespeare-Klassikers "Viel Lärm um Nichts" und den indonesischen Polizei-Kampffilm "Raid 2".

Feuerwerk am helllichten Tag

Das Geräusch von Schlittschuhen auf unebenem Eis ist eines der prägenden Motive im chinesischen Berlinale-Gewinner "Feuerwerk am helllichten Tag". Denn die Schlittschuhe führen Kommissar Zhang Zili auf die richtige Spur im kompliziertesten Fall seiner Karriere:

"Gibt es irgendwelche Hinweise?"
"Beide trugen Schlittschuhe, als es passierte."

Diao Yinan hat nahezu einen klassischen Film Noir gedreht. Mit Femme Fatale und einem kaputter, saufender Private Eye. Doch siedelt der Regisseur seinen Film nicht in einer anonymen Großstadt an, sondern in der Provinz. Eine unheimliche Umgebung, die aber so sozialrealistisch wirkt wie aus einem Dokumentarfilm.

Ist das Regimekritik? Wer weiß. Die Andeutungen, das Ungesagte sind die wesentlichen Merkmale dieses irritierend-schönen Krimispiels, der die Spannung aus der Handlung in die Tonspur und die Farbdramaturgie verlagert. Rot und Grün. Schuld und Unschuld. Bis am Ende alles in einem unheimlichen Feuerwerk am helllichten Tag sein Ventil findet. Doch wird jetzt alles gut? Für die Provinz? Für Kommissar Zili? Für China? 

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Viel Lärm um Nichts

Shakespeare im Shakespeare-Jahr 2014. Da war der Film zum Jubiläum nur eine Frage der Zeit. Aber Shakespeare in Joss Whedons Verfilmung von "Viel Lärm um Nichts" hat nichts mehr von der bombastischen Ausstattungsorgie eines Kenneth Branagh. Nein, Joss Whedon – ja, es ist übrigens der Joss Whedon, der mit den "Avangers" eigentlich für das heitere Blockbuster-Kino steht – nun, dieser Regisseur hat eben auch eine andere Seite; und siedelt Shakespeares Komödie im heutigen Ostküsten-Amerika an. 

"Sehr wohl, der bin ich!"

Shakespeares ewiger Stoff macht das natürlich ohne weiteres mit. Denn auch unter dem amerikanischen Möchtegern-Adel lässt sich die Macht der Suggestionen und Illusionen aufs Vortrefflichste nachzeichnen. Auch hier wird die Liebe von Graf Claudio und seiner angebeteten Hero geprüft. Auch hier können der Frauenverächter Benedikt und die Männerverächterin Beatrice zueinanderfinden.  

"Ihr seid zu keiner Liebe fähig! /
Beatrice! /
nein, lasst mich gehen! Im Ernst!"

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RAID 2

Fortsetzungen funktionieren nach nur einem Prinzip: Mehr! Mehr von allem. Mehr Darsteller, mehr Action, mehr Effekte. Das gilt natürlich auch für den indonesischen Polizei-Kampffilm "The Raid 2", der genau da einsetzt, wo der erste Teil vor ein paar Jahren aufhörte.

"Rama, ihr Bruder hatte mächtige Feinde. Aber die sind nichts im Vergleich mit dem, was auf Sie zukommt."

Der junge Polizist Rama hat mit seiner Spezialeinheit eine der gefährlichsten Banden Jarkatas dingfest gemacht. Und genau deshalb steht jetzt sein Leben auf dem Spiel. Denn ein anderes Syndikat ist hinter ihm her und nicht nur Rama ist in Gefahr. Denn im Moment …

"… im Moment ist die Stadt zweigeteilt."

Dann folgt "The Raid 2" den üblichen Genremustern. Rama kommt undercover ins Gefängnis, soll also – als Ratte – von Innen heraus die Mafia und die grassierende Korruption in der Polizei beseitigen. Das erinnert an andere asiatische Polizei-Thriller, wie "Internal Affairs" oder "New World".

Doch das Tempo dieses Gewalttrips spielt in einer eigenen Liga. Das ist nichts für schwache Nerven. Wer aber Kino als kinetischen Raum begreift und Freude an bis ins kleinste Detail choreographierten Verfolgungsjagden und Massenkämpfen hat, der wird an dieser Stelle vollends befriedigt.  

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Mehr zum Thema:

Große Träume und das Wesen der Zeit - Filmstarts am 17.07.2014 (Deutschlandradio Kultur, Vollbild, 12.07.2014)

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