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Interview / Archiv | Beitrag vom 26.09.2016

Vor der TV-Debatte Clinton versus TrumpBesser nicht am Stehpult festkrampfen

Werner Dieball im Gespräch mit Frank Meyer

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Die fünf amerikanischen Kandidaten zur Präsidentschafts-Vorwahl, Trump und Clinton. (DSK / AFP)
Sie begegnen sich heute im Fernsehstudio: Donald Trump und Hillary Clinton (DSK / AFP)

Im US-Wahlkampf kommt es jetzt zum ersten echten Showdown: Mehr als 100 Millionen Menschen wollen das TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump verfolgen. Was müssen die Kandidaten tun, um zu gewinnen? Der Coach Werner Dieball weiß es.

Der erste große Höhepunkt des US-Präsidentschaftswahlkampfs naht: das Fernseh-Duell der beiden Kandidaten. Wer siegt, kann Boden gutmachen: Einem Reuters-Bericht zufolge könnte die Debatte für rund die Hälfte der Wähler sogar ausschlaggebend sein.

Um in einer solchen Debatte zu bestehen, kann man eine Menge tun. Bei der Vorbereitung auf ein solches Event geht es längst nicht nur um die besseren Argumente – sondern auch darum, sie auch gewinnbringend zu platzieren.

So erinnert sich der Coach Werner Dieball noch an die Fernseh-Debatte zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber im Jahr 2002. Der CSU-Politiker habe für seine Verhältnisse eine gute Figur gemacht, sagte Dieball im Deutschlandradio Kultur.

Schröder erzählte seine Lebensgeschichte - und das kam an

Doch Schröder wurde dennoch "Punktsieger" - unter anderem deswegen, weil er seine Lebensgeschichte, von seiner Mutter und den ärmlichen Verhältnissen ehemals zu Hause, erzählte.

Altkanzler Gerhard Schröder (dpa / picture-alliance / Alexandre Marchi)Gerhard Schröder konnte 2002 gegen Edmund Stoiber bei einem TV-Duell punkten - später machte er bei Auftritten im Fernsehen auch mal eine unglückliche Figur (dpa / picture-alliance / Alexandre Marchi)

"Glaubwürdigkeit ist ein zentrales Thema", sagte Dieball. Und die "Echtheit" des Kandidaten. Und auch die Körpersprache ist entscheidend: Ruhige, fließende Gesten wirken laut dem Coach staatsmännisch. Seine Empfehlungen: Nicht laut werden, nicht impulsiv sein. Auf den Punkt sprechen, bildhafte Beispiele einflechten, sich der eigenen Kernbotschaft bewusst sein.

Das alles kann man trainieren – aber auch zu viel: Stoiber beispielsweise habe damals immer wieder an der falschen Stelle gelächelt, analysierte Dieball. Und er habe sich krampfhaft am Pult festgehalten. "Das ist dann der Nachteil eines Coachings", sagte Dieball: "Wenn die Kandidaten, und seien sie noch so erfahren, völlig verunsichert dann da reingehen, weil sie so übertrainiert sind." (ahe)

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