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Interview | Beitrag vom 11.06.2021

Vor dem G7-GipfelKonkurrenz für die "Neue Seidenstraße"

Jürgen Trittin im Gespräch mit Dieter Kassel

US-Präsident Joe Biden geht Hand in Hand mit seiner Frau Jill. (picture alliance / AA / Doug Peters)
Jürgen Trittin sieht im Verhältnis zu China unterschiedliche als auch gemeinsame Interessen bei den USA und den europäischen Partnern. (picture alliance / AA / Doug Peters)

Keine Angstreaktion gegenüber China, sondern "Ausdruck des Selbstbewusstseins von demokratisch-kapitalistischen Staaten": So bewertet Jürgen Trittin das US-Infrastrukturprojekt "Clean Green Initiative", das auf dem G7-Gipfel diskutiert werden soll.

Das erste Mal mit US-Präsident Joe Biden: Mit Spannung blickt die Welt an diesem Wochenende auf den beschaulichen Küstenort Carbis Bay in Cornwall, wo der britische Premierminister Boris Johnson die Staats- und Regierungschefs der G7 empfängt. Auf der Agenda steht auch das Verhältnis zu China.

Hier sieht der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin durchaus gemeinsame wirtschaftliche Interessen bei den USA und den europäischen Partnern: etwa das Anliegen, "einen fairen Marktzugang zu haben, sich nicht auf den eigenen Märkten unfairer Konkurrenz von hochsubventionierten Staatskonzernen aus China ausgesetzt zu sehen". Zugleich gebe es aber auch Unterschiede: So seien die USA im Wesentlichen im Bereich der Finanzindustrie unterwegs, Europäer dagegen eher in der fertigenden Industrie.

Rahmen für nachhaltige Entwicklung setzen

Auf dem G7-Gipfel soll auch eine "Clean Green Initiative" diskutiert werden, die einen Rahmen für nachhaltige Entwicklung in Entwicklungsländern setzen soll - als Alternative zum chinesischen Projekt der "Neuen Seidenstraße". Diese Initiative sei "eher Ausdruck des Selbstbewusstseins von demokratisch-kapitalistischen Staaten als eine Angstreaktion", findet Trittin.

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Generell betont der Grünen-Politiker die Notwendigkeit, trotz aller harten Gegensätze – etwa im Bereich Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit – mit China zu kooperieren. Denn es gebe eine Reihe von globalen Problemen, die nur gemeinsam gelöst werden könnten: "Da ist die Bekämpfung der globalen Armut zu nennen, ebenso wie die Überwindung der Rezession nach der Coronapandemie." Vor allem aber werde es ohne eine Zusammenarbeit von USA, Europa und China nicht gelingen, das 1,5-Grad-Ziel im Klimaschutz zu erreichen.

(uko)

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