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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 18.02.2018

Vor 75 Jahren wurden die Geschwister Scholl verhaftet"Wir sind euer Gewissen"

Von Christian Feldmann, Regensburg

Hans und Sophie Scholl, Gründer und Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" an der Münchner Universität (undatierte Fotos). (dpa / Fotoreport)
Hans und Sophie Scholl, Gründer und Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" an der Münchner Universität (undatierte Fotos). (dpa / Fotoreport)

Hans und Sophie Scholl und ihre Mitgefährten aus der "Weißen Rose" waren von ihrer Überzeugung getriebene junge Christen und konnten nicht stillhalten gegen eine kulturlose Nazibande. In diesen Tagen jährt sich die Verhaftung und der Tod der mutigen Geschwister zum 75. Mal.

In den weiten Hallen der Universität München, 18. Februar 1943 – also heute vor 75 Jahren: Zwei schlanke Gestalten huschen durch die verlassenen Flure. Die Vorlesungen sind noch nicht zu Ende. Vor den Hörsaaltüren, auf Fenstersimsen und Mauervorsprüngen verteilen die beiden eine große Anzahl Flugblätter, die eine nüchterne Beschreibung der militärischen Lage geben:

"Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern!"

Was hier steht, darf man gar nicht lesen, geschweige denn verbreiten. Die Flugblätter rufen zum Widerstand gegen die Nazi-Diktatur auf und träumen von einem neuen, europäisch orientierten Deutschland in Freiheit. Als am Ende noch ein kleiner Stapel übrig ist, lassen die beiden die Blätter vom obersten Stockwerk unter der großen Glaskuppel in den Innenhof hinunter flattern.

Die beiden Studenten Hans und Sophie Scholl, setzten sie alles auf eine Karte, weil sie die Anspannung der letzten Monate nicht mehr aushielten? Neuere Forschungen legen die Vermutung nahe, dass die Aktivitäten der Geschwister Scholl und ihrer Widerstandsorganisation, der "Weißen Rose", tags zuvor an die Gestapo verraten worden waren, dass die beiden das wussten und vor dem erwarteten Zugriff noch ein unübersehbares Zeichen setzen wollten.

Vor der Verhaftung ein unübersehbares Zeichen setzen

Die verwegene Aktion war jedenfalls ein tödlicher Fehler. Der Hausschlosser Jakob Schmied, ein strammer SA-Mann, sah die Blätter durch das Treppenhaus segeln, rannte den beiden nach und schleppte sie in das Rektorat. Die Gestapo rückte an, schloss alle Ausgänge, sammelte die Flugblätter ein. Nur vier Tage später, am 22. Februar 1943, wurden Hans und Sophie Scholl in einem Schauprozess zum Tod verurteilt und auf das Schafott geführt.

Das  war der Beginn der Legende von der "Weißen Rose", wie sich die Widerstandsgruppe mit einem Anflug von Romantik nannte: ein erschütterndes Märchen von einer handvoll Studenten, die etwas gegen den Krieg und die kulturlose Nazi-Bande tun wollten.

In ihrer Mitte die zornige Jeanne d'Arc, die blutjunge Sophie Scholl, eine Mischung aus frommer Jungfrau und früher Emanze, die wohl für einen der hübschen Wirrköpfe schwärmte. Von politischen Zusammenhängen wird sie kaum eine Ahnung gehabt haben und auch keine Pläne für die Zukunft, zumindest zu dem Zeitpunkt als sie zu der Gruppe stieß.

Es ist an der Zeit, ein differenziertes Bild von der "Weißen Rose" zu zeichnen. Und das ist auch möglich, seit die Mauer gefallen ist – denn die Gestapo-Verhörprotokolle waren bis dahin im Ostberliner Ministerium für Staatssicherheit verschlossen. In den letzten Jahren wurden außerdem zahlreiche Briefe von Mitgliedern der "Weißen Rose" und detaillierte Biographien von Hans und Sophie Scholl veröffentlicht.

Die Geschwister Scholl stammten aus einer Familie, in der selbstständiges Denken geschätzt war. Der Vater Robert, Bürgermeister in einer schwäbischen Kleinstadt und dann Wirtschaftsprüfer in Ulm, hatte im Ersten Weltkrieg den Dienst mit der Waffe verweigert. Stattdessen war er als Sanitäter an die Front gegangen. Den Kontakt zu jüdischen Freunden und avantgardistischen Künstlern ließ er sich auch von den Nazis nicht verbieten.

Wenn man sich als junger Mensch in so einer liberalen Familie emanzipieren wollte, musste man sich zwangsläufig für die völkische Bewegung begeistern: Kameradschaft, Volksgemeinschaft, Heimat! Hans brachte es in der Hitler-Jugend bald zum Fähnleinführer, auf dem Nürnberger Parteitag 1936 durfte der Siebzehnjährige das Banner der Ulmer HJ tragen. Doch mit 19 brach er plötzlich mit der völkischen Jugend. Sein Gruppenführer hatte ihm die Lektüre von Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit" verbieten wollen, das sei jüdische "Drecksliteratur". Und dann nahm man seinen Jungs auch noch die selbst entworfene Fahne mit einem prächtigen Fabeltier weg: Dies sei aufrührerischer Individualismus, das Hakenkreuz sei ihnen wohl nicht gut genug! Jedenfalls treffen wir Hans bald in einer Untergrundgruppe, wo man amerikanische Countrylieder sang und verbotene Literatur las.

Eine christliche Familie, die sich den Mund nicht verbieten ließ

Auch die drei Jahre jüngere Schwester Sophie hielt es nicht lange im "Bund Deutscher Mädel", wo sie immerhin Scharführerin war. Sie begriff nicht, warum ihre Lieblingsfreundin Inge, als Jüdin dort nicht erwünscht war, obwohl sie mit ihren blonden Haaren und blauen Augen doch das Musterexemplar eines deutschen Mädchens war. Sophie selbst provozierte durch ihren unangepassten dunklen Bubikopf und träumte lieber vom Biologiestudium statt von einem Dasein als Hausfrau und Mutter.

Sophies Tagebuch verrät eine intensive, aber keineswegs bigotte protestantische Religiosität und waches politisches Interesse. Einem Briefpartner vertraute sie an:

"Du findest es sicher unweiblich, wie ich Dir schreibe. Es wirkt lächerlich an einem Mädchen, wenn es sich um Politik kümmert. Sie soll ihre weiblichen Gefühle bestimmen lassen über ihr Denken. Vor allem das Mitleid. Ich aber finde, dass zuerst das Denken kommt, und dass Gefühle oft irreleiten…"

Als deutsche Truppen am 1. September 1939 in Polen einmarschierten, blieb den Geschwistern nur der schmerzhafte Bruch mit allen völkischen Sympathien. Sophies Freund Fritz Hartnagel war ein schneidiger Berufsoffizier, später kam er an die Ostfront und überlebte Stalingrad. Ihm schrieb die Achtzehnjährige:

"Ich kann es nicht begreifen, dass nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nicht begreifen und finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für's Vaterland!"

Jeder Mensch müsse doch "damit rechnen, im nächsten Augenblick von Gott zur Rechenschaft gezogen zu werden", notierte Sophie in ihrer nüchternen Religiosität. Sie nahm sich die Freiheit, den Krieg vom ersten Augenblick an anders zu bewerten als die offizielle Propaganda. Sophies Freundinnen waren schockiert, als sie sich weigerte, Pullover und Handschuhe zu spenden für die Soldaten im frostklirrenden russischen Winter. Sie erklärte, es sei schlimm, wenn draußen im Feld Männer erfrieren müssten - ob deutsche oder russische.

"Aber wir müssen diesen Krieg verlieren. Wenn wir jetzt Wollsachen spenden, tragen wir dazu bei, den Krieg zu verlängern!"

Längst war die ganze Familie Scholl bei der Gestapo registriert. Der Vater war von seiner Sekretärin denunziert worden, weil er Hitler als "Geißel der Menschheit" bezeichnet hatte. Hans kam für vier Wochen in Haft, weil er bei einer illegalen Jugendgruppe mitmachte. Nun hatten die Scholls am eigenen Leib erlebt, was sie in der Gesellschaft mit wachsendem Entsetzen beobachteten: Gleichschaltung, Gesinnungsterror, Gewalt gegen Andersdenkende. Sophies Bruder Hans hatte nach dem Abitur und Arbeitsdienst begonnen, Medizin zu studieren. Jetzt ließ er sich bei den regelmäßigen Diskussions- und Leseabenden mit seinen Freunden in der Opposition bestärken.

Der Respekt vor der Würde jedes Menschen

Zu der Gruppe gehörten der in Russland geborene Alexander Schmorell, der stark von katholischen Jugendgruppen geprägte Willi Graf und Christoph Probst, der schon mit 21 geheiratet hatte und bereits zweifacher Familienvater war.

Ganz verschiedene Charaktere, ausgeprägte Individualisten, aber gerade deshalb einte sie der Respekt vor der Würde jedes einzelnen Menschen und die leidenschaftliche Liebe zur Freiheit. Alexander Schmorell, neben Hans Scholl offensichtlich der führende Kopf der Gruppe, brachte es auf den Punkt:

"Fremden Befehlen gehorchen – das ist nichts für mich, auch nicht nach fremden Regeln zu leben. – Denn nichts ist schöner als die Freiheit des Gedankens und die Selbstständigkeit des eigenen Willens, wenn man sie nicht fürchtet."

Wichtig waren die geistigen Mentoren: der katholische Publizist Carl Muth, der in seiner Kulturzeitschrift "Hochland" durch intelligente Anspielungen gegen Hitler kämpfte, Hans Scholl war eine Zeitlang fast täglich zu Gast bei dem alten Mann mit seinem riesigen Freundeskreis. Der Kulturphilosoph Theodor Haecker, ebenfalls ein unorthodoxer Katholik, der Rede- und Schreibverbot bekommen hatte wegen seiner Kritik an der Rassenpolitik der Nazis. Dazu der Philosoph Kurt Huber, der erst später zur Gruppe stieß und ein zwiespältiges Verhältnis zu ihren politischen Vorstellungen hatte.

Durfte man sich auf philosophische Gespräche und die Lektüre kritischer Bücher beschränken, wenn überall aufrechte Christen verfolgt wurden? Wenn Gewerkschaftler verhaftet, Juden deportiert und ganze Regimenter in einem wahnwitzigen Krieg an der Front verheizt wurden? Im Sommer 1942 begann die Gruppe Flugblätter zu entwerfen. Ihr Ziel: Mitbürger, die bisher noch treu zum Regime standen, zu informieren über die im Krieg und in den KZs verübten Gräuel und die katastrophale militärische Lage. Zitat aus dem ersten Flugblatt, Juni 1942:

"Leistet passiven Widerstand, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu spät ist, ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind, gleich Köln, und ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo für die Hybris eines Untermenschen verblutet ist. Vergesst nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!"

Es war ein merkwürdiger Appell an das persönliche Gewissen, mit Hinweisen auf die vom NS-Terror verhöhnte abendländische Kultur und das christliche Menschenbild. Garniert mit Zitaten von Goethe, Schiller, Aristoteles, Augustinus - ganz anders als die übliche Agitation politischer Widerstandsnester. Die Flugblätter wollten eine intellektuelle Elite ansprechen und waren bewusst an Professoren, Studenten, Publizisten verschickt worden, aber auch an Gastwirte, deren Anschriften sich die Gruppe aus Telefonbüchern besorgt hatte.

Die "Weiße Rose" verfolgte eine klare Strategie

"Weiße Rose" nannte sich die Gruppe etwas pathetisch nach einem Roman des Abenteuerschriftstellers B. Traven über die Ausbeutung der mexikanischen Bauern: Unschuldige Reinheit als rebellisches Symbol gegen den braunen Terror. War es doch nur ein Debattierclub von Träumern? Nein, denn was die Studenten da heimlich in ihre Schreibmaschinen tippten und auf einem altersschwachen Kopiergerät vervielfältigten, verrät politischen Durchblick und eine klare Strategie: Herstellung einer Gegenöffentlichkeit zur Nazi-Propaganda und Sabotage der Rüstungsbetriebe, der technischen Büros und Laboratorien. Nach dem erhofften Ende des Hitler-Regimes der Aufbau eines Bundesstaates:

"Ein einseitiger preußischer Militarismus darf nie mehr zur Macht gelangen. Das kommende Deutschland kann nur föderalistisch sein."

Zusammenarbeit mit den europäischen Völkern, auch mit Russland. Eine andere gesellschaftliche Machtverteilung mit einem, so nannten sie es, "vernünftigen Sozialismus".

300 000 Juden seien allein in Polen seit der Besetzung durch Hitler-Deutschland ermordet worden, so teilten es die Flugblätter mit. Es sei "das fürchterlichste Verbrechen an der Würde des Menschen" im Verlauf der ganzen Geschichte. Jeder Deutsche mache sich mitschuldig, der jetzt nicht aus seiner "Dumpfheit" erwache, gegen die – wörtlich – "Verbrecherclique" protestiere und die Kriegswirtschaft auf jede nur mögliche Weise sabotiere.

Die "Weiße Rose" ist die einzige Widerstandsgruppe gewesen, die den Massenmord an den Juden publik gemacht und angeklagt hat.      

Sophie Scholl, drei Jahre jünger als ihr Bruder Hans, hatte eine Ausbildung im Kindergarten des Ulmer Fröbelseminars absolviert, um dem Arbeitsdienst zu entgehen. Dann musste sie diesen aber doch ableisten – in einer Waffenfabrik, wo sie sich mit russischen Zwangsarbeiterinnen anfreundete. Im Sommer 1942 begann sie in München Biologie und Philosophie zu studieren. Sie wohnte bei Hans, lernte seine Freunde kennen, stieß zufällig auf ein Flugblatt der Gruppe – und wurde eines ihrer entschlossensten Mitglieder.

"Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben"

Sophie übernahm die Kassenführung, fuhr mit einem Koffer voller Flugblätter nach Ulm, Augsburg und Stuttgart, wo sie das brisante Material in weit voneinander entfernte Briefkästen einwarf, um die bereits fieberhaft im ganzen süddeutschen Raum ermittelnde Gestapo zu verwirren.

"Wenn hier Hitler mir entgegenkäme und ich eine Pistole hätte, würde ich ihn erschießen" – so gestand sie einer Freundin.

"Wenn es die Männer nicht machen, muss es eben eine Frau tun!"

Nachdenklich fügte sie hinzu:

"Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben."

Stalingrad wurde zum Wendepunkt im Verhältnis der Deutschen zu ihrer Führung. Der mörderische russische Winter hatte den Vormarsch der Armee gestoppt.

Die Stimmung schlug um. Aus München, wo täglich Flüchtlingstransporte aus den zerbombten Städten im Norden eintrafen, meldeten geheime Gestapo-Berichte, für den Gruß "Heil Hitler" könne man sich schon mal eine Ohrfeige einfangen. Die Scholls und ihre Freunde begannen wilde Hoffnungen zu hegen: Würde es jetzt doch noch zum Militärputsch kommen? Stand die Invasion der Alliierten bevor?

Die Gruppe wurde unvorsichtig. Nachts liefen Hans Scholl, Schmorell und Graf durch die verdunkelten Münchner Straßen, malten durchgestrichene Hakenkreuze und die Worte "Nieder mit Hitler" auf Hausfassaden – ja sogar an die Wände der Feldherrnhalle, wo SS-Posten Tag und Nacht Wache standen. Während russische Arbeiterinnen die Farbe von den Wänden schrubben mussten, tauchten in der Stadt schon wieder die geheimnisvollen Flugblätter auf mit der beschwörenden Versicherung:

"Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen; die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!" – "Wollen wir weiter einem Dilettanten das Schicksal unserer Armeen anvertrauen? Wollen wir den niedrigsten Machtinstinkten einer Parteiclique den Rest unserer deutschen Jugend opfern? Im Namen des ganzen deutschen Volkes fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut der Deutschen zurück, um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen hat. Auch dem dümmsten Deutschen hat das furchtbare Blutbad die Augen geöffnet, das sie im Namen von Freiheit und Ehre der deutschen Nation in ganz Europa angerichtet haben und täglich neu anrichten. Der deutsche Name bleibt für immer geschändet, wenn nicht die deutsche Jugend endlich aufsteht, rächt und sühnt zugleich, ihre Peiniger zerschmettert und ein neues geistiges Europa aufrichtet."

Das stand im letzten Flugblatt der "Weißen Rose". Das stand auch auf den Blättern, die am 18. Februar 1943 in den Lichthof der Universität hinabflatterten und den Geschwistern Scholl das Todesurteil bescherten. Auch dem dreiundzwanzigjährigen Christoph Probst, dessen Frau gerade das dritte Kind bekommen hatte. Ihre Freunde Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber wurden später im Jahr hingerichtet.

"Fabelhaft tapfer!"

Von der Haltung, welche die Geschwister Scholl während der Verhöre bewiesen, war sogar die Gestapo beeindruckt. Sie hätten die ganze Schuld auf sich genommen und erklärt, mit ihren Aktionen habe man möglichst vielen Menschen das Leben retten wollen. Ein Bewacher aus dem Gefängnis München-Stadelheim erinnerte sich:

"Sie haben sich so fabelhaft tapfer benommen"

Die beste Figur machte nach allen Zeugenaussagen die einundzwanzigjährige Sophie. Der Volksgerichtshof, der in diesem einen Jahr 1662 Todesurteile fällen sollte, war eigens aus Berlin nach München gekommen. Während der Verhandlung – eine elende Farce wie alle Schauprozesse der NS-Justiz – fiel Sophie mehrmals unbeirrt dem tobenden, brüllenden, wutschäumenden Vorsitzenden Roland Freisler ins Wort:

"Einer muss ja doch mal schließlich damit anfangen!" – verteidigte sie sich.

"Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie es nicht auszusprechen!"

Hans Scholl soll gerufen haben:

"Heute hängt ihr uns – morgen werdet ihr es sein!"

Als die Leichen der geköpften Studenten beigesetzt wurden, sperrte die Gestapo den Friedhof vorsorglich ab. Man fürchtete Unmutsäußerungen aus der Bevölkerung. Aber wenige Tage nach der Hinrichtung tauchten an der Fassade der Universität neue Inschriften auf:

"Scholl lebt! Ihr könnt den Körper zerstören, aber niemals den Geist!"

Die Flugblätter der Weißen Rose wurden von alliierten Flugzeugen zu Tausenden über deutschen Städten abgeworfen und dienten im Ausland als Beweis, dass noch ein anderes Deutschland existierte.

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