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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 01.12.2010

Vor 20 Jahren wurde Amadeu Antonio Kiowa in Eberswalde erschlagen

Von Axel Flemming und Claudia van Laak

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Teilnehmer einer Neonazi-Demonstration (AP)
Teilnehmer einer Neonazi-Demonstration (AP)

Wir hatten uns alle gerade so schön wiedervereinigt, als sich am Abend des 24. November 1990 Skinheads aus mehreren umliegenden Ortschaften in der Wohnung eines Eberswalder Neonazis versammelten. Sie taten sich mit etwa 50 weiteren Jugendlichen aus einer Diskothek zusammen, mit dem Vorhaben, "irgendwelche Andersaussehenden zusammenzukloppen".

In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 traf die Gruppe auf Amadeu Antonio Kiowa und zwei weitere Männer aus Mosambik. Kiowa wurde von Mitgliedern der Gruppe brutal zusammengeschlagen. Einige der Täter vermummten sich bei den Angriffen, mindestens einer der Vermummten sprang dem am Boden liegenden Kiowa mit beiden Beinen auf den Kopf. Der 28-Jährige erlitt schwerste Kopfverletzungen. Er erwachte nicht mehr aus dem Koma und erlag elf Tage später den Folgen des Angriffs.

Während der Tat hielten sich 20 voll ausgerüstete Polizisten in der Nähe auf, ohne einzugreifen, weil sie sich den Skinheads nicht gewachsen fühlten. Drei bewaffnete Zivilpolizisten, die der Gruppe gefolgt waren, griffen nicht in das Geschehen ein. Einer der Polizisten sagte aus, er habe seine beiden Kollegen zurückgerufen, da er "verhindern wollte, dass diese mit der Gruppe in Konflikt geraten". Eine Anklage gegen die Polizisten wegen "Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen" wurde 1994 vom Landgericht Frankfurt (Oder) unanfechtbar zurückgewiesen.


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