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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 05.03.2008

Von Regenten und Steinzeitmenschen

Neu im Kino: "Die Schwester der Königin", "10.000 BC"

Von Jörg Taszman

Scarlett Johansson und Natalie Portman (r.), Hauptdarstellerinnen in "Die Schwester der Königin" (AP)
Scarlett Johansson und Natalie Portman (r.), Hauptdarstellerinnen in "Die Schwester der Königin" (AP)

Scarlett Johansson und Nathalie Portman sind als zwei Schwestern die Hingucker in dem Kostümfilm "Die Schwester der Königin" um Henri VIII. Hollywood-Regisseur Roland Emmerich hat mit "10.000 BC" eine wüste Mischung aus Steinzeitromantik und Science-Fiction-Film gedreht.

Die Schwester der Königin
Großbritannien 2007, Regie: Justin Chadwick, Hauptdarsteller: Scarlett Johansson, Nathalie Portman, Eric Bana, ab zwölf Jahren

Sehenswerter Kostümfilm über die ungleichen Boleyn-Schwestern. Die von Nathalie Portman verkörperte Anne verführt selbstbewusst den britischen König, zwingt ihn, mit der katholischen Kirche zu brechen, und endet auf dem Schafott. Ihre weniger bekannte Schwester Mary (Scarlett Johansson) hatte dagegen vor Anne eine Affäre mit Henri VIII. und gebar ihm sogar den lange erwarteten Sohn.

Der Film konzentriert sich auf die Intrigen am Hof, auf (Macht)geile Männer, die versuchen, mit Hilfe ihrer Töchter und Nichten Karriere zu machen, oder aber wie der König nur ihre Triebe auszuleben. Die beiden amerikanischen Jungstars Scarlett Johansson und Nathalie Portman sind eine Augenweide und veredeln den Film und spielen zusammen mit Kristin Scott Thomas als Mutter die männlichen Darsteller (wie Eric Bana) an die Wand.

Hauptdarstellerin Camilla Belle und Regisseur Roland Emmerich präsentieren ihren neuen Film "10.000 BC" in Berlin . (AP)Camilla Belle und Regisseur Roland Emmerich präsentieren "10.000 BC" in Berlin. (AP)10.000 BC
USA/Neuseeland 2007, Regie: Roland Emmerich, Hauptdarsteller: Camilla Belle, Steven Strait, ab zwölf Jahren

Unser Mann in Hollywood, der gerne die großen, teuren B-Pictures dreht, geht thematisch diesmal weit in die Steinzeit zurück. Dabei gelingt es ihm, weder so einfach und beeindruckend zu sein wie Jean Jacques Annaud in "Am Anfang war das Feuer", noch vermag er es, einen echten Mythos wie Mel Gibson in "Apocalypto" in opulente Bilder zu übersetzen.

Die Story ist eine wüste Mischung aus Steinzeitromantik und Science-Fiction. Erzählt wird die Geschichte eines friedlichen, aber primitiven Stammes, der von einem höher entwickelten Stamm versklavt wird. Einer Handvoll Überlebender u.a einem Jäger und seiner Angebeteten gelingt es, dann immer schön knapp bekleidet im großen Finale das Herrschervolk zu besiegen.

Störend an dem Film sind die Dialoge und die ausgedachten Monster wie blutrünstige Riesenvögel. Gelungen sind die Totalen der modernen Steinzeitstadt, in der Mammuts domestiziert wurden. Als Popcorn-Fastfoodkino durchaus erträglich, aber Roland Emmerich hatte mit "The Day After Tomorrow" eigentlich bewiesen, dass er mehr kann.

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Sex und Macht am englischen Königshof

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