Freistil, vom 26.04.2009

Von Meinhard Stark

Im Sommer nach Woodstock kamen mehr als 30.000 Fans auf die deutsche Ostseeinsel Fehmarn zu einem "Love-and-Peace-Festival" zusammen. Doch die Atmosphäre wie beim legendären Open-Air-Konzert in den USA wollte sich nicht recht einstellen. Dennoch: In den 70er Jahren wird in Deutschland alles bunter, vielfältiger und lauter - die Musik, die Jugendlichen, ihre Gedanken und ihr Handeln.

Vorhang mit einem typischen Siebzigerjahre-Muster (Stock.XCHNG / Petria Follett)
Vorhang mit einem typischen Siebzigerjahre-Muster (Stock.XCHNG / Petria Follett)

Aus Beat wird Rock, aus Rock wird Punk. Weiche und harte Drogen machen die Runde. Den "68ern" folgend entwickeln viele junge Leute ein neues Gespür für ihre eigene gesellschaftliche Teilhabe: in der Bundesrepublik offen, in der DDR unter dem Mantel der Kirche. Sie besetzen leerstehende Häuser, organisieren sich in Wohngemeinschaften, treten für geschlechtliche Emanzipation und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus ein. Für die Terroraktionen der RAF zeigen nicht wenige Verständnis.

Fünf damals junge Leute aus Ost und West erzählen von ihren Erlebnissen und lassen ein plastisches Bild jugendkultureller Erfahrungen der 70er Jahre lebendig werden, gemischt mit zeitgenössischen O-Tönen und der Musik jener Zeit.