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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 14.10.2017

Von "Der Pate" bis "Tschick"Die Topps und Flops der Literaturverfilmung

Moderation: Matthias Hanselmann

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Der Pate Don Vito Corleone in Francis Ford Coppolas "Der Pate", (imago/United Archives)
Don Vito Corleone (gespielt von Marlon Brando) in Francis Ford Coppolas "Der Pate", basierend auf dem gleichnamigen Roman von Mario Puzo. (imago/United Archives)

"Harry Potter", "Das Parfum" oder "Vom Winde verweht" - dies sind nur drei Romane, die auch als Film zum Hit wurden. Doch ein Selbstläufer sind Literaturverfilmungen nicht, wie zahlreiche missglückte Versuche zeigen. Wir diskutieren, worauf es bei Literaturverfilmungen ankommt.

Was haben "Der Pate", "Das Parfum", "Harry Potter" und "Tschick" gemeinsam? Sie alle sind Erfolgsromane, die zu Kassenschlagern im Kino wurden. Die Reihe an Literaturverfilmungen scheint endlos: Von Klassikern wie "Vom Winde verweht" oder "Jules und Jim" über Blockbuster wie "Das Boot" oder "Der Herr der Ringe" – bis hin zu Erfolgskomödien wie "Ziemlich beste Freunde". Aber ist ein Bucherfolg auch automatisch ein Kinohit? Viele Literaturliebhaber vermeiden es, ihren Lieblingstitel im Kino zu sehen; auch aus Angst, enttäuscht zu werden. Sie wollen keine Konkurrenz zu ihrem eigenen "Kino im Kopf", ihrer Phantasie, den Emotionen und Bildern. Oft sind aber auch Kinogänger enttäuscht, wenn sie nach dem Film die Buchvorlage lesen. 

Zum Klassiker geworden: "Vom Winde verweht"

"Scarlett O'Hara war nicht eigentlich schön zu nennen." Mit diesem Satz beginnt einer der erfolgreichsten Romane der Literaturgeschichte: "Vom Winde verweht" von Margaret Mitchell. Bis heute wurden rund 30 Millionen Exemplare verkauft. Die gleichnamige Verfilmung von Victor Fleming – ausgezeichnet mit acht Oscars und zwei Ehren-Oscars – gehört zu den Klassikern der Filmgeschichte. Auch für die Autorin und Literaturkritikerin Manuela Reichart: "Auch wenn der geniale erste Satz gleich in der ersten Aufnahme mit Vivien Leigh widerlegt wird. An dieser Verfilmung nahmen all die begeisterten Leser des Romans von Margaret Mitchells Bestseller teil: Wer sollte, wer konnte das Paar spielen?"

Ihre Flops? "'Der große Gatsby': Jede mir bekannte Verfilmung des 1925 erschienen Romans von F. Scott Fitzgerald grauenhaft!" Aber auch einige aktuelle Romanverfilmungen konnten die leidenschaftliche Kinogängerin nicht überzeugen, darunter: "The Circle" von James Ponsoldt, nach dem gleichnamigen Roman von Dave Eggers. Oder auch die Verfilmung von Eugen Ruges Roman "In Zeiten de abnehmenden Lichts" von Matti Geschonneck.

Literaturverfilmungen sind ein Wagnis

"Man kann aus einem Groschenroman einen tollen Film machen – genauso, wie große Literatur leider zu einem schlechten Film werden kann", sagt Benjamin Benedict, Filmproduzent bei der UFA. Der studierte Literaturwissenschaftler scheint den richtigen Riecher für Buchverfilmungen zu haben: Seine Adaptionen der Krimis von Donna Leon, der Zweiteiler "Der Turm" oder auch die Verfilmung von Ursula Krechels Erfolgsroman "Landgericht" gehören zu den Quotenhits im Fernsehen. Als Produzent kennt er das Wagnis, einen Bestseller auf die Leinwand zu bringen: "Die Menschen lieben einen Roman für ganz bestimmte Dinge; wenn du ausgerechnet diese nicht in den Film überträgst, werden sie die Verfilmung möglicherweise nicht mögen."

Bucherfolg = Kinohit? Vom Wagnis, Literatur zu verfilmen
Darüber diskutiert Matthias Hanselmann heute von 9 bis 11 Uhr mit Manuela Reichart und Benjamin Benedict. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254, per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de – sowie auf Facebook und Twitter
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