Freistil, vom 16.08.2020, 20:05 Uhr

Vom Los der Schüchternheit Don't be so shy

Von Uta Rüenauver

Früher war Schüchternheit eine Tugend, die vor allem Frauen schmückte, wenn sie mit reizender Schamesröte den Männern die Eroberung überließen. Manche Künstler sahen sie auch als Bedingung von Kreativität. Heute sind schlechte Zeiten für Schüchterne.

Zwei scheue Rehkitze blicken neugierig. (imago stock & people)
Schüchterne Menschen werden gerne als scheue Rehe bezeichnet. (imago stock & people)

Das Herz schlägt bis zum Hals, das Blut steigt ins Gesicht, Schweiß bricht aus. Schüchterne scheuen die Mitmenschen und das Rampenlicht, haben Furcht vor Begegnungen mit anderen, vor allem mit Menschen des anderen Geschlechts oder sozial Höhergestellten.

In einer Welt, die Aufmerksamkeit zur Währung erhoben hat, ist Schüchternheit ein Erfolgshemmnis. Sie wird zur sozialen Angst pathologisiert und bekämpft. Mit ihrem Song "Don’t be so shy" singt auch die französische Sängerin Imany gegen die Schüchternheit an und landete damit im Sommer 2016 einen Hit.

Dabei kann Schüchternheit eine wertvolle Eigenschaft sein, vielleicht sogar eines der letzten Reservate für Eigensinn.

"Don’t be so shy"
Vom Los der Schüchternheit
Von Uta Rüenauver

Regie: Uta Reitz
Redaktion. Klaus Pilger
Produktion: Deutschlandfunk 2017

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