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Literatur / Archiv | Beitrag vom 16.09.2008

"Vogel oder Käfig sein"

Geschichtsausflüge in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Von Michael Opitz

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Das Kreuzfahrtschiff Wilhelm Gustloff liegt vor Anker  im Jahr 1930 (AP Archiv)
Das Kreuzfahrtschiff Wilhelm Gustloff liegt vor Anker im Jahr 1930 (AP Archiv)

Wenn die deutschsprachige Gegenwartsliteratur "Ausflüge" in die Geschichte unternimmt, schwärmt sie in alle Richtungen aus. In seiner Novelle "Im Krebsgang" begibt sich Günter Grass auf den Meeresgrund der Ostsee, wo er nach der im Januar 1945 gesunkenen "Wilhelm Gustloff" sucht.

In luftige Höhen hingegen steigt Marcel Beyer in seinem 2008 erschienenen Roman "Kaltenburg" auf, der von zwei Ornithologen handelt, die 1945 die Bombardierung Dresdens erleben.

Kerstin Hensel zieht es in ihrem Roman "Lärchenau" in ein märkisches Dorf, wo sie bei Grabungsarbeiten in die Untiefen der Geschichte gerät. Tief ins Erdinnere verlagert Kurt Drawert das Handlungsgeschehen in "Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte", der im "neunten Schuldbezirk" spielt. Drawert stattet der untergegangenen DDR einen Besuch ab und wird auf dieser Reise von Kaspar Hauser begleitet.

Um Geschichte aufzuarbeiten, scheuen sich die Autoren vor keiner noch so abenteuerlich anmutenden Expedition.

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