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Konzert / Archiv | Beitrag vom 24.03.2017

Vladimir Jurowski beim RSBEin Paar tüchtige Ohrfeigen

Live aus dem Konzerthaus Berlin

Vladimir Jurowski (Sheila Rock)
Vladimir Jurowski (Sheila Rock)

Der designierte Chefdirigent des RSB, Vladimir Jurowski, präsentiert an diesem Abend die vierte Sinfonie Arvo Pärts zusammen mit dem legendenumwobenen Requiem Wolfgang Amadeus Mozarts und dessen Maurerischer Trauermusik.

"Ich bin glücklich und stolz der Nachfolger von Marek Janowksi beim RSB zu werden…", sagte Vladimir Jurowski vor einigen Wochen. Ab dem kommenden September wird er nun künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. "Ich möchte die Errungenschaften in der Arbeit mit diesem Spitzenensemble wahren und gleichzeitig neue Höhen anstreben, indem ich das Repertoire des RSB noch erweitere und mit neuen Formen der Kommunikation auf das Publikum zugehe!"

Das Programm dieses Abends im Konzerthaus Berlin mit Vladimir Jurowski ist ein Beleg dafür. Es ist überwiegend dunkel gefärbt, passend zur Passionszeit. Musik von Wolfgang Amadeus Mozart - die Maurerische Trauermusik und das Requiem rahmen eine Sinfonie des Esten Arvo Pärt ein. Eine Sinfonie, "die … über alle Maßen schön ist!", wie die Kritik nach der Uraufführung 2008 in Los Angeles urteilte. Das ist Musik unserer Tage, zweifelsohne, und doch scheint das Werk außerhalb jeder Zeit zu stehen.

"Dem Süßmayr in meinem Namen ein paar tüchtige Ohrfeigen…auch lasse ich die Sophie Haibl…bitten ihm ein paar zu geben – lasst ihm nur um göttes willen keinen Mangel leiden!" Es waren widersprüchliche Anweisungen, die Mozart seiner Frau Konstanze nach Baden übermittelte, jenen Franz Xaver Süßmayr betreffend, der ein Schüler Mozarts war, mehr noch ein Helfer und Diener. Süßmayr verehrte Mozarts Genie über alle Maßen. Mozart hätte sich im Grunde keinen geeigneteren Tonsetzer vorstellen können, der sein Requiem zu Ende komponieren könnte. Die kritischen Stimmen gegenüber Süßmayrs Version des Requiems sind aber bis heute nicht verstummt – mittlerweile gibt es etwa 20 Endfassungen des legendenumwobenen Requiems aus verschiedenen Perspektiven. Vladimir Jurowski hat sich für die Fassung von Franz Beyer nach Süßmayr aus den 1970er Jahren entschieden.

Live aus dem Konzerthaus Berlin

Wolfgang Amadeus Mozart
Maurerische Trauermusik c-Moll für Streicher und Bläser KV 477

Arvo Pärt
Sinfonie Nr. 4 "Los Angeles"

ca. 20.45 Uhr Konzertpause

Wolfgang Amadeus Mozart
Requiem d-Moll KV 626
(nach der Fassung von Franz Xaver Süßmayr neu instrumentiert von Franz Beyer) 

Christina Landshamer, Sopran
Christianne Stotijn, Alt
Ben Johnson, Tenor
Franz-Josef Selig, Bass
RIAS Kammerchor
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Vladimir Jurowski

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