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Kulturnachrichten

Dienstag, 7. Juli 2015

Vize-Ballettintendant Detrich soll Reid Anderson folgen

Nachfolger für Ballettchef in Stuttgart

Der Stuttgarter Ballettintendant Reid Anderson soll von seinem Stellvertreter Tamas Detrich abgelöst werden. Detrich habe bewiesen, dass er ein würdiger Nachfolger sein werde und auch neue Impulse für die Kompanie setzen könne, sagte Kunstministerin Bauer in Stuttgart. Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: "Mit Tamas Detrich haben wir die idealen Voraussetzungen, um die große Tradition des Stuttgarter Balletts als internationale renommierte Ballettkompanie fortzuführen." Für den 66-Jährigen Anderson ist die Saison 2015/16 die 20. Spielzeit. Auf dem Spielplan stehen Werke von Choreographen, die den Kanadier auf seinem Weg vom Tänzer zum Intendanten begleitet haben.

Unbekannte zerstören Documenta-Kunstwerk

Korbinians-Apfelbaum von Künstler Jimmie Durham wurde Opfer von Vandalismus

Böse Überraschung kurz vor den Feiern zum 60-jährigen Bestehen der Kunstausstellung Documenta in Kassel: Im Staatspark Karlsaue ist eines der dauerhaften Außenkunstwerke zerstört worden - der Korbinians-Apfelbaum, den Künstler Jimmie Durham 2011 mit Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev gepflanzt hatte. Der knapp drei Meter hohe Baum fiel vermutlich Vandalen zum Opfer. Die Täter seien mit umfassender Zerstörungswut vorgegangen, hieß es auf Anfrage bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), deren Gärtner den Schaden kürzlich entdeckten. Ob sich die Täter mit der Baum-Attacke ausdrücklich gegen die Kasseler Weltkunstschau richten wollten, bleibe Spekulation, sagte Documenta-Sprecherin Henriette Gallus. Die Akribie, mit der das Bäumchen zu Kleinholz gemacht wurde, sei zumindest ein Indiz dafür. Durhams Beitrag zur Documenta 13 hat einen bedrückenden Hintergrund: Die seltene Sorte Korbiniansapfel wurde von einem Häftling im Konzentrationslager Dachau gezüchtet - als Saat des Lebens, die den Naziterror schließlich überstand. Im Herbst werde ein gleich altes Bäumchen dieser Sorte nachgepflanzt.

Ror Wolf mit Günter-Eich-Preis ausgezeichnet

Ehrung für Hörspielautor

Ror Wolf ist mit dem Günter-Eich-Preis für deutschsprachige Radio-Hörspiele 2015 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte Wolfs Hörspiele als "stilbildend für nachfolgende Generationen". Sie seien voller "künstlerischer Raffinesse, einer Subtilität des Arrangements und von einem hohen Unterhaltungswert". Wolf wurde 1932 im thüringeschen Saalfeld geboren. 1953 verließ er die DDR und ging nach Frankfurt am Main. Sein erstes Hörspiel mit dem Titel "Der Chinese am Fenster" wurde 1971 gesendet. Für seine Werke hat er bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 2007 den Preis für das "Hörspiel des Jahres" der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig wurde am Dienstagabend wegen Krankheit in Abwesenheit des Autors vergeben.

Iván Fischer bleibt Chef bei Konzerthausorchester Berlin

Vertragsverlängerung

Der Dirigent Iván Fischer (64) bleibt weitere drei Jahre an der Spitze des Konzerthausorchesters Berlin. Fischer habe dem Orchester ein neues Profil gegeben und das Programm des Konzerthauses erneuert, erklärte Berlins Kulturstaatssekretär Renner zur Vertragsverlängerung am Dienstag. Er freue sich, dass die Musiker einstimmig für ihn votiert hätten, erklärte Fischer. Seit August 2012 ist der Ungar Chefdirigent des Konzerthausorchesters. In seiner Heimat gründete er 1983 das Budapest Festival Orchester, dem er bis heute als Musikdirektor vorsteht. Das Konzerthausorchester wurde 1952 als Berliner Sinfonie-Orchester gegründet. 2006 wurde es umgetauft.

Friedemann Weigle vom Artemis Quartett ist tot

Der Bratschist starb im Alter von 52 Jahren

Das Artemis Quartett betrauert den Tod seines Bratschisten Friedemann Weigle. Er starb -nach Angaben des Quartetts- nach langer Krankheit bereits am vergangenen Wochenende, wie erst heute bekannt wurde. Weigle studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Später wurde er dort selbst Professor für Viola und Kammermusik. Auch an der Berliner Universität der Künste lehrte er Kammermusik. Seit 30 Jahren war Friedemann Weigle eine der wichtigsten Figuren der internationalen Streichquartettwelt. Er war Gründungsmitglied und 20 Jahre lang Bratschist des Petersen Quartetts. Seit 2007 war er Mitglied des Artemis-Quartetts. Das in Berlin ansässige Artemis Quartett gilt als eines der führenden Streichquartette, das weltweit in allen großen Konzertreihen und Festivals gastiert.

Neuer Intendant will innovative Semperoper

Peter Theiler setzt auf Tradition und Neues

Der designierte Intendant der Dresdner Semperoper, Peter Theiler (59), will neben der Tradition auch auf Neues setzen. So solle die Verpflichtung namhafter Künstler auch im Ensemble- und Repertoirebetrieb die Attraktivität des Hauses steigern, sagte er beim ersten Besuch an künftiger Wirkungsstätte. Sachsens Kunstministerin Stange stellte Theiler als Nachfolger für die 2012 gestorbene Ulrike Hessler vor. Theiler ist zurzeit noch Staatsintendant in Nürnberg und soll ab 2018 das berühmte Opernhaus in Dresden führen. Der Vertrag läuft zunächst über fünf Jahre. Zunächst sollte der Belgier Serge Dorny der neue Intendant werden, er wurde aber 2014 noch vor Amtsantritt nach internen Querelen gekündigt.

Zu viele deutsche Nominierungen für Welterbestätten

Deutschland torpediere Strategie der globalen Ausgewogenheit

Die Denkmalschutzorganisation World Heritage Watch fordert von Deutschland, mindestens fünf Jahre lang keine neuen Welterbestätten mehr für die Unesco-Welterbeliste zu nominieren. Die Unesco-Strategie, Welterbestätten global ausgewogen zu ernennen, habe Deutschland geradezu torpediert, kritisierte World Heritage Watch. Statt sich mit der Nominierung eigener Stätten einige Jahre zurückzuhalten, wie es die Unesco fordere, nominiere die Bundesrepublik unverdrossen neue Stätten und ziehe sich damit den Ärger anderer Mitgliedstaaten zu. Außerdem hätte Deutschland sich dafür einsetzen sollen, die Pflichtbeiträge der Staaten an den Unesco-Welterbefonds zu verdoppeln. Überhaupt falle die Bilanz der deutschen Präsidentschaft insgesamt nicht gut aus, erklärte World Heritage Watch. Heute ist die deutsche Präsidentschaft des Unesco-Welterbekomitees zu Ende gegangen.

Trauer um Jerry Weintraub

Hollywood-Produzent starb im Alter von 77 Jahren

Der Star-Produzent Jerry Weintraub ist tot. Er starb am Montag im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus im kalifornischen Santa Barbara an Herzstillstand. Der Produzent brachte Kinohits wie "Ocean‘s Eleven" und "Karate Kid" auf die Leinwand und managte Show-Größen wie Frank Sinatra und Bob Dylan. Sein plötzlicher Tod löste in Hollywood Bestürzung und Trauer aus. "Heute ist unser Freund gestorben", schrieb Schauspieler George Clooney im "Hollywood Reporter". "Er war ein absolutes Original. Ich liebte ihn und werde ihn wirklich vermissen", schrieb Brad Pitt. Mit beiden Schauspielern drehte Weintraub die "Ocean's"-Trilogie. "Er war ein Gigant in Hollywood und sein Herz war so groß, dass es die Stadt erleuchtete", twitterte Arnold Schwarzenegger. Zuletzt arbeitete Weintraub an einer neuen „Tarzan-Verfilmung", die nächstes Jahr in die Kinos kommen soll.

Letztes Buch von Günter Grass erscheint Ende August

Veröffentlichungsdatum

Das letzte Buch von Günter Grass "Vonne Endlichkait" kommt am 28. August in den Handel. Das gab der Steidl Verlag in Göttingen, der die Weltrechte am Werk des Literaturnobelpreisträgers hält, bekannt. Grass war am 13. April im Alter von 87 Jahren gestorben. Er hatte das Manuskript und die Zeichnungen für das Buch in den letzten Wochen vor seinem Tod fertiggestellt. "Vonne Endlichkait" beschäftige sich mit den Dingen und Gedanken am Schluss des Lebens, sagte Verlagssprecherin Claudia Glenewinkel. Grass entwerfe beispielsweise ein Bild des Sarges, in dem er bestattet werden wollte oder führe Klage darüber, "dass er nicht mehr richtig schläft". Der Autor mische in dem Buch längere und kürzere Prosatexte, sogenannte Miniaturen, mit Gedichten und Zeichnungen.

Oliver Spatz neuer Künstlerischer Leiter des Kleist Forums

Nachfolger von Petra Paschinger

Der Regisseur und Produzent Oliver Spatz ist neuer Künstlerischer Leiter des Kleist Forums Frankfurt (Oder). Der 45-Jährige trat die Nachfolge von Petra Paschinger an, die den Posten nach fünf Jahren aufgab, wie das Kleist Forum mitteilte. Der gebürtige Hamburger war zuvor unter anderem am Nationaltheater Mannheim, am Schauspiel Leipzig und am Südthüringischen Staatstheater Meiningen tätig. Seit 2003 arbeitete Spatz freiberuflich als Dramaturg und Regisseur. Er leitete Theaterprojekte, unter anderem in Berlin und Brandenburg. Das Kleist Forum war als Spielstätte ohne Ensemble 2001 in der Geburtsstadt des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811) errichtet worden.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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