Das Feature, vom 10.04.2015

Viva FluxusMein Leben mit Vostell

Von Rilo Chmielorz

40 Jahre lang war Mercedes Guardado de Vostell die Frau an der Seite von Wolf Vostell, des wohl bekanntesten Fluxus-Künstlers, der diese Bewegung Anfang der 60er-Jahre mitbegründet hat. Fluxus wollte die Grenze zwischen Kunst und Leben aufheben. Alles sollte fließen: KUNST=LEBEN=KUNST.

Mercedes Guardado Vostell, die Ehefrau von Wolf Vostell, bei der Enthüllung der restaurierten Cadillac-Skulptur von Wolf Vostell in Berlin-Charlottenburg. (imago / Raimund Müller)
Mercedes Guardado Vostell, die Ehefrau von Wolf Vostell, bei der Enthüllung der restaurierten Cadillac-Skulptur von Wolf Vostell in Berlin-Charlottenburg. (imago / Raimund Müller)

Das Publikum wurde zum Protagonisten der Happenings. Man wohnte im Atelier, und auch im Privaten wurden die Grenzen fließend. Als sich Mercedes und Wolf 1958 in Guadalupe kennenlernten, war Wolf ein unbekannter Maler und Mercedes eine junge Lehrerin, die gerade zu unterrichten begonnen hatte. Hals über Kopf folgte sie ihm nach Köln.

Noch heute spricht Mercedes von ihm als "Vostell" und nennt ihn weder beim Vornamen noch "meinen Mann". Sie war Muse, Mutter, Modell, engste Mitarbeiterin, Museumsgründerin, Familienunternehmerin. Obwohl inzwischen schon 81 Jahre alt, ist sie immer noch die künstlerische Direktorin des Museo Vostell Malpartida und hält das bewegte Erbe lebendig. Viva Mercedes! Viva Fluxus!

Der Künstler Wolf Vostell (imago / teutopress)Der Künstler Wolf Vostell (imago / teutopress)