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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 18.01.2014

Vitamin C & Co.Nutzen und Schaden von Vitaminpräparaten

Gast: Prof. Dr. Bernhard Watzl / Ernährungswissenschaftler, Wissenschaftlicher Direktor am Max-Rubner-Institut

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(picture alliance / dpa)
Zwei aufgetrennte Mandarinen und eine Bananescheibe auf einem Teller (picture alliance / dpa)

Vitamine sind gesund und schützen vor Krankheiten. Aber wer will schon mühsam Obst und Gemüse schnippeln, wenn reihenweise hochdosierte Vitaminpräparate angeboten werden?

Und so boomt der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln: Vitamin C gegen Erkältung, Vitamin B für die Nerven, Vitamin E für die geistige Fitness - oder besser gleich der universelle Mix für die Rundumversorgung?

Aber tun wir uns damit wirklich etwas Gutes?
Wie sollten wir uns ernähren, um ausreichend versorgt zu sein?

"Wir haben in den heutigen Obst- und Gemüsesorten ausreichend Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen",

sagt Prof. Dr. Bernhard Watzl, wissenschaftlicher Direktor am Max Rubner Institut (MRI), dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe.

"Die Vitaminpräparate sind ein Markt, der durch schlechtes Gewissen und unzureichende Information boomt."

Der Ernährungswissenschaftler untersucht unter anderem in den "Nationalen Verzehrstudien", welche Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland verwendet werden.

Eines der Ergebnisse: Etwa 18 Millionen Menschen in Deutschland nehmen regelmäßig solche freiverkäuflichen Vitaminpräparate zu sich, die Kosten: über 900 Millionen Euro. Frauen kaufen sie weitaus häufiger als Männer, bevorzugt landen Vitamin C und E sowie die Mineralstoffe Magnesium und Calcium im Einkaufskorb.

Das Problem: Die unkontrollierte Einnahme – jeder könne die Präparate frei kaufen, jeder mixe sie nach Gusto. Meist würden sie auch bei Arztbesuchen nicht erwähnt, dabei könnten manche Vitamine auch die Aufnahme anderer Stoffe mindern oder gar behindern. Dies sei nicht nur rausgeworfenes Geld: Eine Überversorgung könne auch schädlich sein, bis hin zur Krebserkrankungen.

Sein Rat: Statt überteuerte und sinnlose Vitaminprodukte zu kaufen, sollten Verbraucher eher der Formal "5 am Tag" folgen: Fünf Portionen Obst und Gemüse, gepaart mit einer ballaststoffreichen Kost, Vollkornprodukten, wenig tierischen Fetten, wenig Fleisch.

"Man geht von einer Risikoreduktion von zirka vier bis fünf Prozent pro Portion Obst und Gemüse pro Tag aus für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall."

 

Vitamin C & Co: Nutzen und Schaden von Vitaminpräparaten
Anlässlich der "Internationalen Grünen Woche" in Berlin diskutiert Susanne Führer heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit Bernhard Watzl. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254  2254 oder per E-Mail unter gespraech@deutschlandradiokultur.de.

 

 

Weiterführende Information

Über Prof. Dr. Bernhard Watzl

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